Suva hält Nettoprämien stabil

Ulrich Fricker
Ulrich Fricker, ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsleitung der Suva. (Foto: Suva)

Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Suva. (Foto: Suva)

Luzern – Die Suva hat 2014 ihren Ertragsüberschuss von 12 Mio auf 106 Mio CHF gesteigert. Sie rechnet damit, dass sie nach 2015 auch 2016 die Prämien stabil halten kann. Sorgen bereiten dem Unfallversicherer indes die Negativzinsen.

Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung, bezeichnete am Freitag das Resultat von 2014 als „gut bis sehr gut“. Die Suva könne deshalb 2016 auf den Prämienzuschlag von 7%, der zur Finanzierung des Teuerungszuschlages von laufenden Renten erhoben werde, verzichten, sagte er an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern.

Weiter plant die Suva für 2016 mit stabilen Prämien. Für drei Viertel der Betriebe werde es eine Nullrunde geben, sagte Finanzchef Ernst Mäder. Erfahrungsgemäss werde es für rund einen Viertel risikobedingte Anpassungen nach oben oder unten geben.

Die Suva hatte bis 2014 während sieben aufeinanderfolgenden Jahren ihre Prämien senken können. Dies schlug sich im letzten Jahr auch in der Rechnung nieder: Die Prämieneinnahmen vergrösserten sich nur um 0,5%, obwohl die versicherte Lohnsumme um 1,9% gestiegen ist.

Zu hohe Reserven weiter reduziert
2014 erhöhte die Suva ihr Betriebsergebnis gegenüber 2013 von 61,5 Mio auf 176,3 Mio CHF. Davon zahlte sie 70,5 Mio durch den Abbau von zu hohen Ausgleichsreserven an die Versicherten zurück, so dass noch ein Ertragsüberschuss von 105,8 Mio CHF übrig geblieben ist. 2013 hatte der Ertragsüberschuss 11,5 Mio CHF betragen.

Wegen des Abbaus der Ausgleichsreserven schloss die Risikorechnung mit 40,6 Mio im Minus. Die Kapitalerträge trugen 137,7 Mrd CHF zum Ertragsüberschuss bei. Die Betriebskostenrechnung erwirtschaftetet knapp 9 Mio.

Die Anlageperformance erreichte im letzten Jahr 7,0% (2013: 4,7%). Der Deckungsgrad verbesserte sich per Ende Jahr von 128% auf 134%. Die Suva sei somit weiterhin sehr solide finanziert, sagte Mäder. Das Unternehmen sei risikofähig und habe die Kraft, Wertschwankungen auszuhalten, erklärte Fricker im Geschäftsbericht.

Unsichere Zukunft
Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 hat die Suva gemäss ihrer Spitze gut verdauen können, dies weil Fremdwährungen systematisch abgesichert worden seien. Die Performance per Ende Mai 2015 betrage 3,0%, der Deckungsgrad liege bei geschätzten 137%, teilte das Unternehmen mit.

Die Zukunft werde aber trotzdem schwierig sein, sagte Mäder. Die Negativzinsen würden die Suva stark treffen. Die Ertragsaussichten für festverzinsliche Anlagen seien auf Jahre hinaus beeinträchtigt. Zudem werde die Absicherung der Wechselkursrisiken verteuert.

Noch nicht abgeschätzt werden könnten die mittelfristigen Auswirkungen des Eurokurses auf den Werkplatz Schweiz und somit auch auf das Prämienvolumen der Suva, erklärte Fricker im Geschäftsbericht.

Weniger Schadenfälle
Wie bereits im März mitgeteilt, musste die Suva 2014 für leicht weniger Schadenfälle aufkommen als 2013. Das Total der gemeldeten Unfälle und Berufskrankheiten ging um 0,6% auf 459’921 zurück.

Deutlich gesunken ist bei den Berufsunfällen – und Krankheiten das Fallrisiko. Hatte es 2013 pro 1000 Vollbeschäftigte 90,2 Fälle gegeben, so waren es 2014 noch 88,1. Bei den Nichtberufsunfällen liegt das Fallrisiko bei 128,4.

Suva-Verwaltungsratspräsident Markus Dürr gab ferner den Namen des Nachfolgers von Ulrich Fricker bekannt, der nach 16 Jahren an der Spitze des Unternehmen Ende Jahr in Pension geht. Es handelt sich um den 49-jährigen Versicherungsexperten Felix Weber. Weber arbeitet seit 2009 bei der Suva. Die Wahl war vom Bundesrat auf Vorschlag des Verwaltungsrates vorgenommen worden. (awp/mc/upd/ps)

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