Swatch kündigt Zusammenarbeit mit Tiffany

Nick Hayek

Swatch-CEO Nick Hayek.

Zürich – Der Uhrenhersteller Swatch Group beendet die Zusammenarbeit mit Tiffany & Co. Als Grund hierfür gab das Bieler Unternehmen fehlendes Engagement seitens der Amerikaner an: Die Geschäftsentwicklung der gemeinsamen Tochter, der Tiffany Watch, sei verzögert und blockiert worden, beklagt sich die Swatch-Gruppe am Montag.

Nun werden die Swatch Group und Tiffany Watch Schadenersatzforderungen gegen Tiffany & Co geltend machen, welche den Verlust des langfristig geplanten Geschäftes ausgleichen sollen. Zu dem Joint Venture kam es laut Unternehmensmitteilung im Jahr 2008. Tiffany Watch war für Entwicklung, Produktion und Distribution der Uhrenmarke «Tiffany & Co.» zuständig. Der weltweite Vertrieb erfolgte über die Verkaufspunkte von Tiffany & Co., über solche der Swatch Group und über unabhängige Händler, teilte das Unternehmen weiter mit.

Höhe der Schadensersatzforderung unbekannt
Ob dem Uhrenhersteller nun eine Abschreibung bevorsteht, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. Auch darüber, in welchem Rahmen sich die Schadensersatzforderung gegenüber der Tiffany bewegt, hüllt sich das Unternehmen in Schweigen. Lediglich zum Gerichtsstand wurde sich geäussert: In Holland sollen die Forderungen der Swatch-Gruppe eingeklagt werden, gab eine Mediensprecherin gegenüber AWP bekannt.

Analysten nicht wirklich überrascht
Für die Analysten kommt das Ende der Kooperation nicht ganz unerwartet. Es war bereits bekannt, dass Swatch-CEO Nick Hayek mit den Bemühungen von Tiffany nicht zufrieden gewesen sei, so der Kepler-Analyst Jon Cox. Auch blieben die Umsatzzahlen hinter den Erwartungen zurück. Die Auswirkungen auf die Swatch Group bezüglich des Umsatzes werden aber begrenzt bleiben, heisst es beim Vontobel-Analyst Rene Weber, da der Anteil von Tiffany lediglich bei 0,5% des Gesamtumsatzes der Swatch-Gruppe liege. Laut Weber sind Abschreibungen möglich. Das von der Swatch Group in die Tiffany Watch investierte Kapital betrage 20 Mio CHF, so Weber weiter.

Swatch-Papiere halten sich deutlich über Gesamtmarkt
Kepler-Analyst Cox verweist noch auf einen weiteren Sachverhalt: Swatch verliere mit Tiffany nun ihren einzigen echten Brand im Bereich «Jewellery». Damit ist die Tür für Spekulationen über mögliche Kooperationspartner der Swatch-Gruppe offen. Cox selbst bringt gleich einen ersten potenziellen Partner ins Spiel: Die US-amerikanische Juweliergruppe Harry Winston. Die Papiere der Swatch-Group verlieren gegen 11.30 Uhr 0,9% auf 350,9 CHF. Mit rund 124’000 Titeln wurde in den ersten zwei Stunden etwa ein Drittel des Tagesvolumens gehandelt. Der Gesamtmarkt (SMI) verliert 2,02% auf 5’321 Punkte.  (awp/mc/upd/ps)

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