Swiss kehrt in Q1 in die Gewinnzone zurück

Harry Hohmeister

Swiss-CEO Harry Hohmeister. (Foto: Swiss)

Zürich – Nach einem Verlust von 1 Mio CHF im Vorjahresquartal hat die Airline Swiss im ersten Quartal 2015 vor Steuern und Zinsen (EBIT) 51 Mio CHF verdient. Die Lufthansa, ihr Mutterkonzern, startete nach einem Schreckensquartal mit einem Verlust von 167 Mio Euro ins Jahr. Damit verbesserte Europas grösste Fluggesellschaft ihr Resultat gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich. Damals stand unter dem Strich noch ein Konzernverlust von 240 Mio Euro. Verluste im reiseschwachen ersten Quartal sind bei Fluggesellschaften branchenüblich.

Umso heller leuchtet da das Resultat der Schweizer Airline Swiss am Konzernhimmel. Statt Startverlust steuert sie 51 Mio CHF Gewinn zum Konzernresultat bei, wie die Swiss am Dienstag mitteilte. Trotz Frankenstärke und hartem Preiskampf wuchs der Betriebsertrag leicht um 0,2% auf 1,19 Mrd CHF.

Straffes Kostenmanagement
Zu spüren bekam die Swiss die Aufhebung des Euro-Mindestkurses und den Wettbewerbsdruck allerdings schon. Insbesondere der Heimmarkt und der europäische Verkehr seien von diesen Faktoren gebeutelt worden. Dagegen entwickelten sich die Interkontinentalflüge trotz der negativen Währungseinflüsse positiv. Ebenfalls positiv zu Buche schlugen die eingeleiteten Sparmassnahmen. Wie die Swiss rapportiert, setzte sie bisher 148 von 320 eingeleiteten Massnahmen um.

Zu den wichtigsten davon zählen das Treibstoffmanagement und der Ausbau am Flughafen Genf. Der Gewinn kam demnach durch ein eisernes Kapazitätsmanagement und der daraus resultierenden hohen Auslastung der Flieger zustande. Hinzu kam der günstigere Treibstoffpreis.

Stabile Auslastung
Die Passagierzahl im ersten Quartal hatte die Swiss bereits Mitte April publiziert. Demnach wuchs das Passagieraufkommen im Einklang mit dem Umsatz um 0,2% auf rund 3,53 Mio. Die Zahl der Flüge reduzierte sich derweil um 2,9%, was wiederum die Auslastung um 0,1 Prozentpunkte auf 78,9% nach oben trieb. Im Frachtgeschäft legte die Swiss um 1,7% zu.

Germanwings-Absturz und Pilotenstreiks
Der Mutterkonzern Lufthansa hat trotz eines Schreckensquartals mit dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich und Pilotenstreiks den Verlust zum Jahresauftakt deutlich vermindert. Hierzu trugen insbesondere die Entwicklung bei Swiss, Lufthansa Cargo und Lufthansa Passage bei. Der Umsatz zog um 8% auf knapp 7 Mrd Euro an. Unter dem Strich stand wegen eines Finanzgeschäfts mit Aktien der US-Fluggesellschaft JetBlue sogar ein Gewinn von 425 Mio Euro. «Alle operativen Geschäftsfelder konnten ihre Ergebnisse im ersten Quartal steigern», sagte Konzernfinanzchefin Simone Menne.

Die Pilotenstreiks belasteten das Ergebnis den Angaben zufolge mit 42 Mrd Euro. Zudem zogen die Niedrigzinsen milliardenschwere Belastungen bei den Renten aus der Pensionskasse des Betriebs nach sich, was auf das Eigenkapital drückte.

Der Absturz der Maschine von Germanwings belastet die Lufthansa finanziell nicht, da die meisten Schäden versichert sind. Der Unfall habe so gut wie keinen Einfluss auf die Buchung bei der Lufthansa gehabt, und bei Germanwings selbst sei es zu einer vorübergehenden Buchungsdelle gekommen, erklärte die Lufthansa.

Im Gesamtjahr strebt die Konzernleitung weiterhin einen Betriebsgewinn von mehr als 1,5 Mrd Euro an. Aufgrund der Geschäftsentwicklung der letzten Wochen sei es unwahrscheinlich, die Prognose deutlich zu übertreffen. (awp/mc/pg)

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