SPS steigert Ertrag und Gewinn über Markterwartungen

Markus Graf
Markus Graf, 1949 - 2018.

SPS-CEO Markus Graf. (Foto: SPS)

Olten – Das Immobilienunternehmen Swiss Prime Site (SPS) hat im ersten Halbjahr 2015 insbesondere von Verkaufserfolgen profitiert. Betriebsertrag und Gewinn kamen deutlich über Vorjahr und über den Schätzungen der Analysten zu liegen. Zudem hat sich SPS im Bereich Alterspflege mit der Übernahme der Seniocare-Gruppe gestärkt. Zuversichtlich zeigt man sich bezüglich der weiteren Entwicklung. Die SPS-Aktien reagieren mit relativ deutlichen Gewinnen auf die News.

Für SPS zahlt sich die Strategie der Verbreiterung der Ertragsbasis aus. Auch wenn im ersten Halbjahr 2015 vor allem der erstmalige Verkauf von Stockwerkeigentum in der 16-jährigen Firmengeschichte Schub gab: Selbst ohne diesen „Zustupf“ wurde der Betriebsertrag aus dem Vorjahr übertroffen.

Anlagestiftung lanciert
Und weiteres Umsatzwachstum stellte CEO Markus Graf an der Medienkonferenz zum Halbjahresergebnis in Aussicht. So hat SPS eine Anlagestiftung (Swiss Prime Anlagestiftung, SPA) lanciert, in die in einer einmaligen Transaktion ein Immobilienpaket von SPS im Volumen von rund 425 Mio CHF überführt wird. Fast den kompletten Bestand der Wohnimmobilien werde man in die Stiftung transferieren, wie Chief Investment Officer Peter Lehmann erklärte.

Für verschärfte Lex Koller gewappnet
Mit der Überführung des grössten Teils des Wohnungsbestands in die Stiftung reagiert SPS aber auch auf eine mögliche Verschärfung der „Lex Koller“, wie man durchblicken liess. Derzeit arbeitet der Bundesrat unter der Federführung von Justizministerin Simonetta Sommaruga an einem entsprechenden Vorhaben.

Ein mögliches Szenario könnte sein, dass im Ausland ansässige Personen keine Anteile mehr an Schweizer börsenkotierten Wohnimmobiliengesellschaften halten dürften. SPS würde dies vor grosse Probleme stellen, hat doch ein erheblicher Teil des Aktionariats seinen Sitz im Ausland. „Sollte die verschärfte Lex Koller kommen, werden wir die bei SPS verbliebenen Wohnungsliegenschaften am Markt veräussern“, stellte Lehmann klar.

SPS übernimmt Seniocare
Neben den Erträgen aus der Anlagestiftung ist auch mit einem deutlichen Wachstum im Geschäftsbereich „Leben und Wohnen im Alter“ zu rechnen. Am Morgen hatte SPS die Übernahme des Pflegeheimbetreibers Seniocare mit einem Umsatz von rund 100 Mio CHF mitgeteilt. Eine „ideale“ Ergänzung, wie Graf sagte.

Bei SPS erwartet man ein Abschluss der Transaktion – nach der Freigabe durch die Wettbewerbskommission – im Oktober. In diesem Fall können Seniocare-Erträge bereits noch in diesem Jahr verbucht werden. Zudem sei das Seniocare-Geschäft margenstärker als der bisherige Geschäftsbereich, wie Finanzchef Markus Meier sagte.

SPS hat frühzeitig auf das sich eintrübende Marktumfeld für Immobilienunternehmen reagiert und mit Übernahmen (Tertianum, Wincasa) in andere Geschäftsfelder expandiert. Einnahmeseitig zeigte sich in den vergangenen Quartalen insgesamt auch eine erfreuliche Entwicklung. So auch im ersten Halbjahr 2015: Der Gesamtertrag stieg um 20% auf 497,9 Mio CHF. Die verbreiterte Ertragsbasis liess das Ergebnis auf Stufe EBIT um 20% auf 200,5 Mio CHF ansteigen und unter dem Strich schauten mit 133,4 Mio CHF gar 25% mehr als im Vorjahressemester heraus. Damit hat das Unternehmen die Analysten-Schätzungen klar übertroffen.

Guidance erhöht
Die Guidance für das Geschäftsjahr 2015 wird erhöht. Neu rechnet die Konzernleitung mit Mieterträgen, einem Betriebsgewinn (EBIT) und einem Reingewinn „deutlich“ über Vorjahresniveau. Bislang galt eine „leichte“ Zunahme der Mieterträge als Ziel. EBIT und Reingewinn wurden bislang über Vorjahresniveau erwartet – dies allerdings unter Ausklammerung vor Neubewertungseffekten. Dieser Zusatz fehlt in der neuen Guidance. Die Leerstandsquote wird allerdings leicht über der angestrebten Bandbreite von 6,5% bis 7,0% gesehen. (awp/mc/pg)

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