Swiss verdient weniger – bleibt aber für Lufthansa Gewinnmaschine

Swiss verdient weniger – bleibt aber für Lufthansa Gewinnmaschine
Boeing 777 der Swiss. (Foto: Swiss)

Zürich – Die Swiss hat im ersten Halbjahr 2019 deutlich weniger Gewinn eingeflogen als noch im Vorjahreshalbjahr. Zu schaffen machten der Airline der Preiskampf in Europa und höhere Kosten, sie hält sich aber weiterhin besser als ihre Schwestern im Lufthansa-Konzern.

Auswirkungen der Klimadebatte oder Flugscham zeigten sich im Swiss-Halbjahresresultat keine. Von Januar bis Juni flogen sogar über 3 Prozent mehr Passagiere mit der Swiss als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Weil aber die Ticketpreise in Europa wegen Überkapazitäten fielen und das Frachtgeschäft schwächelte, ging es beim Umsatz nicht vorwärts: Er trat bei 2,58 Milliarden Franken auf der Stelle, wie die Swiss am Dienstag mitteilte.

Profitabler als Konzernschwestern
Dazu war die Swiss wie erwartet vor allem mit höheren Kosten für Treibstoff und Wartung konfrontiert, was auf den Gewinn durchschlug. Der Betriebsgewinn (EBIT) sank gegenüber dem Rekordjahr 2018 um knapp ein Viertel auf noch 245 Millionen Franken, entsprechend einer Marge von noch 9,5 Prozent.

Die Swiss zeigte sich allerdings mit dem erreichten Gewinn zufrieden. Dieser „lässt sich im historischen Vergleich sehen, aber auch im Vergleich zu Wettbewerbern ähnlicher Grösse in Europa“, sagte Finanzchef Michael Niggemann in einem Video-Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Die Swiss bleibt denn auch weiterhin das Gewinnzugpferd im Lufthansakonzern. Dort schmolz der bereinigte Betriebsgewinn mit 418 Millionen Euro auf weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes zusammen. Alle Netzwerk-Airlines der Gruppe gemeinsam, also Swiss, Lufthansa und Austrian Airlines, verzeichneten einen Gewinneinbruch um 43 Prozent auf 565 Millionen Euro. Damit kamen sie in den ersten sechs Monaten noch auf eine Marge von 5,1 Prozent – knapp die Hälfte der Swiss-Marge.

Bei der Billigtochter Eurowings legt Lufthansa sogar drauf: Der Verlust beim bereinigten EBIT weitete sich auf 273 Millionen von 220 Millionen Euro aus. Den Swiss-Schwestern macht besonders der harte Konkurrenzkampf in ihren Heimmärkten zu schaffen, sind doch besonders die Kurzstrecken in Deutschland und Österreich umkämpft.

Deutlich besser lief es dagegen für den Konzern im Langstreckengeschäft. Verbesserungen meldete er zudem beim Flugchaos in Europa: Noch im Vorjahr hatte es zahlreiche Verspätungen und Ausfälle gegeben. Bei den Netzwerk Airlines gab es nun 28 Prozent weniger Ausfälle, bei Eurowings 23 Prozent weniger.

Zweites Quartal besser
Nach dem auch saisonal schwachen Jahresstart konnten die Verluste zudem im zweiten Quartal zumindest etwas eingedämmt werden. Auch hier schlug sich die Swiss aber deutlich besser als der Rest des Konzerns: Während in der gesamten Lufthansa-Gruppe der operative Gewinn in der Periode von April bis Juni um einen Viertel auf 754 Millionen Euro sank, begrenzte sich der Rückgang bei der Swiss auf 10 Prozent auf 197 Millionen Franken.

Es sei das zweitbeste Ergebnis, das die Swiss je in einem zweiten Quartal erzielt habe, schrieb die Swiss. Dazu beigetragen habe unter anderem eine „optimierte Steuerung des Angebots insbesondere auf Europastrecken“.

Auch für den weiteren Jahresverlauf geht die Swiss von „anspruchsvollen Rahmenbedingungen“ aus. Trotzdem will sie weiterhin eine zweistellige (bereinigte) EBIT-Marge erzielen, wie es heisst. Konzernweit rechnet die Lufthansa mit einem Umsatzwachstum in niedrigen einstelligen Prozentbereich und einer Marge von 5,5 bis 6,5 Prozent. (awp/mc/ps)

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