Swisscom überrascht im ersten Quartal mit Umsatzplus

Swisscom-CEO Urs Schaeppi. (Foto: Marc Wetli / © Swisscom)

Zürich – Swisscom hat im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2015 mehr Umsatz, aber weniger Gewinn erwirtschaftet als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr bekräftigt die Nummer eins auf dem Schweizer Telekommarkt die Prognosen, auch wenn das Wettbewerbsumfeld dynamischer geworden sei.

Die grösste Überraschung gelang dem Swisscom-Management um CEO Urs Schaeppi auf der obersten Zeile der Erfolgsrechnung: Das Unternehmen konnte im Zeitraum zwischen Januar und März den Umsatz steigern. Die Analysten hatten einen sinkenden Wert erwartet.

Konkret weist Swisscom für das erste Quartal einen 2,6% höheren Umsatz von 2,89 Mrd CHF aus. Zu konstanten Währungen und ohne Firmenkäufe hätte ein Plus von 2,9% resultiert. Schaeppi sprach von einem „sehr soliden“ Resultat, das in einem schwierigen Umfeld erzielt worden sei.

Fastweb gewinnt Marktanteile
Ein Hauptgrund für das Plus war das Wachstum im Schweizer Privatkundenbereich. So erfreuen sich die Bündelangebote, die mehrere Produkte kombinieren, sowie das TV-Angebot grosser Beliebtheit. Der Umsatz mit Bündelverträgen nahm um knapp 21% zu, die Zahl der Swisscom-TV-Anschlüsse vergrösserte sich um 14% auf 1,2 Millionen. Ein weiterer Grund für das Wachstum in der Schweiz war gemäss den Angaben, dass der Absatz hochwertiger Smartphones zunahm.

Die italienische Tochtergesellschaft Fastweb trug ebenfalls zur überraschend hohen Kennzahl bei. Sie steigerte den Umsatz um satte 8,3% auf 429 Mio EUR. „Fastweb hat Marktanteile gewonnen“, sagte CEO Schaeppi. Bei der Umrechnung in Schweizer Franken wurde dieses Wachstum allerdings weggefressen und verwandelte sich sogar in ein leichtes Minus. Dennoch war der Beitrag von Fastweb am Umsatz überraschend hoch. Ebenfalls zum Wachstum steuerten Firmenübernahmen (44 Mio CHF) bei.

Auf der anderen Seite kam Swisscom im Geschäftskundenbereich (organisch) umsatzmässig nicht vom Fleck. Und die negativen Währungseffekte summierten sich laut den Angaben auf insgesamt 55 Mio CHF.

Vergleichbarer EBITDA höher
Weiter unten in der Erfolgsrechnung werden die Folgen der Frankenstärke noch deutlich sichtbarer: So verringerte sich der EBITDA gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,9% auf 1,05 Mrd CHF. Auf vergleichbarer Basis – zu konstanten Währungen, bereinigt um Firmenkäufe und einen Sondereffekt – hätte laut Swisscom ein Plus von 2,4% resultiert.

Unter dem Strich weist Swisscom einen 5,9% tieferen Reingewinn von 351 Mio CHF aus. Das Minus wird mit dem tieferen Betriebsergebnis und einem höheren Nettofinanzaufwand erklärt, der vor allem aufgrund von Währungsverlusten entstanden sei.

Ziele bestätigt
Für die kommenden Monate rechnet CEO Schaeppi nicht mit fundamentalen Veränderungen im Schweizer Markt. „Der Wettbewerb ist zwar dynamischer als 2014“, sagte er. Das Umfeld sei aber zugleich berechenbarer geworden. Er zeigte sich in diesem Zusammenhang erfreut, dass sich Salt (vormals Orange) für eine Premium-Strategie entschieden hat. Nachdem der französische Telekom-Unternehmer Xavier Niel im letzten Dezember die Übernahme von Orange angekündigt hatte, wurde darüber gemutmasst, dass er wie in Frankreich einen Preiskampf anzetteln könnte.

Für das Gesamtjahr 2015 bestätigt das Unternehmen die früher genannten Ziele. So wird ein Umsatz von über 11,4 Mrd CHF und ein EBITDA von rund 4,2 Mrd CHF angepeilt, dies unter Annahme eines paritätischen Wechselkurses vom Franken zum Euro. „Wir wissen nicht, wohin sich der Wechselkurs im weiteren Verlauf des Jahres hinbewegen wird“, begründete CFO Mario Rossi das Festhalten an der Guidance trotz des inzwischen höheren Wechselkurses.

Unverändert sind auch die Angaben des Managements zur Dividende: Die Aktionäre sollen 22 CHF pro Papier erhalten, sofern die Ziele erreicht werden. (awp/mc/upd/ps)

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