Swisscom Q1: EBITDA fällt um 6,1% auf 1’03 Mio Franken

Carsten Schloter

 Swisscom-Konzernchef Carsten Schloter. (Foto: Swisscom)

Bern –  Der Schweizer Telekomkonzern Swisscom hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2013 die Markterwartungen nicht erfüllt. Das Unternehmen spürt weiterhin den branchenüblichen Preiszerfall sowie saisonale Effekte. Für das Gesamtjahr bleiben die Erwartungen des Managements indes unverändert. Auch der Dividendenvorschlag wird nicht angepasst.

Das Unternehmen hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013 einen um 2,4% tieferen Umsatz von 2,73 Mrd CHF erzielt. Der Umsatzrückgang setzt sich wie folgt zusammen: 75 Mio wegen der Preiserosion (davon 32 Mio CHF reduzierte Roamingpreise), die zum Teil kompensiert wurde, 44 Mio als Folge saisonaler Effekte sowie 19 Mio aus übrigen Effekten (davon 16 Mio CHF beim Hubbing – Geschäft von Fastweb).

Die saisonalen Einflüsse lassen sich vor allem auf zwei fehlende Geschäftstage zurückführen, so fiel der Karfreitag auf Ende März und der Februar hatte einen Tag weniger als noch im Schaltjahr 2012. Gemäss CEO Carsten Schloter erwirtschaftet Swisscom pro Arbeitstag etwa 25 Mio CHF.

Markterwartungen nicht erfüllt
Der EBITDA fiel um 6,1% auf 1,03 Mrd CHF und der EBIT um knapp 13% auf 540 Mio CHF. Unter dem Strich resultierte ein um 12% niedrigerer Reingewinn von 390 Mio CHF, wie der Telekomkonzern am Donnerstag mitteilte. Der Reingewinn nach Minderheiten beträgt 388 Mio CHF und ist damit ebenfalls um 12% zurück gegangen. Mit den Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen verfehlt. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Umsatz von durchschnittlich (AWP-Konsens) 2,79 Mrd CHF gerechnet. Der EBITDA schätzten sie auf 1,09 Mrd und der EBIT auf 597 Mio CHF. Beim Reingewinn nach Minderheiten rechneten die Marktexperten mit 423 Mio CHF.

1,8 % weniger Umsatz
Der Umsatz von Swisscom ohne Fastweb reduzierte sich um 1,8% auf 2,04 Mrd CHF. Die im Juni 2012 eingeführten Mobilfunkabonnemente «Natel infinity» nutzten auf Ende März bereits 1,13 Mio Kunden, dies sind rund ein Drittel aller Abokunden. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg im Vergleich zum Vorjahr um 188’000 oder um 3,1% auf 6,3 Mio.

Die Investitionen des Konzerns waren im Jahresvergleich hingegen rückläufig: Wegen «schlechter Witterung» vermochte Swisscom das Vorjahresniveau nicht zu erreichen. Die Investitionsausgaben gingen um 5,6% auf 474 Mio CHF zurück. Alleine in der Schweiz haben sich die Investitionen um fast 13% auf 319 Mio CHF zurückgebildet.

Sinkender Umsatz bei Fastweb
Der Nettoumsatz der italienischen Tochtergesellschaft Fastweb sank um 5,9% auf 398 Mio EUR. Der Rückgang sei auf die geplante Reduktion von Wholesale-Umsätzen aus Interkonnektionsdiensten (Hubbing) mit tiefer Marge sowie auf einen saisonalen Rückgang bei den Geschäftskunden zurückzuführen, erklärte Swisscom. Das Ergebnis vor Abschreibungen ging bei der italienischen Tochter um 11% auf 97 Mio EUR zurück.

Einen Wachstum erreichte Swisscom aber bei der Kundenbasis von Fastweb: Sie wuchs binnen Jahresfrist um 12,5% auf 1,86 Mio. Wegen dem im Jahr 2011 mit Sky Italia lancierten Bündelangebot für TV und Breitband gewann das Tochterunternehmen im ersten Quartal 94’000 Kunden.

Ausblick bestätigt
Zusammen mit der Publikation des Quartalsabschlusses bekräftigt die Gruppe ihren Ausblick für das Gesamtjahr. So rechnet Swisscom im 2013 weiterhin mit einem Nettoumsatz von 11,3 Mrd CHF bei einem Wechselkurs von 1,23 CHF pro Euro. Der EBITDA wird ebenfalls unverändert auf mindestens 4,25 Mrd CHF erwartet. Bei Erreichen der Ziele für 2013 plant Swisscom weiterhin, der Generalversammlung 2014 eine unveränderte Dividende von 22 CHF pro Aktie zu beantragen. Die Investitionen für das laufende Geschäftsjahr werden nach wie vor bei 2,4 Mrd CHF gesehen

Swisscom übernimmt Mehrheit an Cinetrade
Gleichzeitig wurde bekannt, dass Swisscom per 30. April 2013 ihre seit 2005 gehaltene strategische Beteiligung von 49% an Cinetrade auf 75% erhöht und sich damit die langjährige Erfahrung des Cinetrade-Teams im Geschäft mit Filmen und Sportübertragungen gesichert hat.

Die Cinetrade werde nicht in die Swisscom integriert, sondern als strategische Beteiligung vom bisherigen Management weitergeführt. Stephan Sager bleibe mit einem Anteil von 25% Aktionär und Geschäftsführer der Gesellschaft, teilte der «blaue Riese» in einem Communiqué mit.

Die Übernahme ist pikant. Denn gegen die Swisscom und Cinetrade läuft ein Verfahren der Eidg. Wettbewerbskommission (Weko), die Anzeichen für Kartellrechtsverstösse gegen die Kabelnetzkonkurrenten bei der Übertragung von Live-Fussball- und -Eishockeyspielen im Bezahl-TV vermutet. (awp/mc/pg)

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