Swisscom steigert Umsatz dank Italientochter Fastweb

Urs Schaeppi
Swisscom-CEO Urs Schaeppi. (Foto: Swisscom)

Bern – Die Swisscom hat im ersten Quartal etwas mehr Umsatz und Gewinn erzielt. Während sie in der Schweiz den härteren Wettbewerb zu spüren bekam, florierte das Geschäft in Italien. Die Ziele für das Gesamtjahr gelten unverändert.

Die Italientochter Fastweb poliert die Swisscom-Zahlen einmal mehr auf. Fastweb vermochte im ersten Quartal etwa die Kundenzahl im Mobilfunk um mehr als 10 Prozent zu steigern und war auch im Breitbandgeschäft erfolgreich unterwegs. Dies führte zu einem 9,3 Prozent höheren Spartenumsatz sowie einem um 4,8 Prozent verbessertem operativen Spartengewinn (Zahlen bereinigt um buchhalterische Effekte).

Doch Fastweb macht nur rund ein Fünftel des Konzernumsatzes aus. Der Rest wird in der Schweiz erwirtschaftet. Und hier zeigten sich die Folgen des zunehmend härteren Wettbewerbs. Konzernchef Urs Schaeppi sprach am Mittwoch von einem «anhaltend schwierigen Umfeld» mit sinkenden Preisen und zunehmenden Promotionen. «Unsere Kunden erwarten in der Folge mehr Leistung zu tieferen Preisen», so sein Fazit.

So weist der Gesamtkonzern für die ersten drei Monate des Jahres einen nur 1,9 Prozent höheren Umsatz von 2,89 Milliarden Franken aus. Zu konstanten Währungen hätte diese Kennzahl sogar stagniert (+0,2%). Der operative Gewinn (EBITDA) ging derweil um 1,4 Prozent auf 1,06 Milliarden zurück. Unter dem Strich steht ein 1,6 Prozent höherer Reingewinn von 379 Millionen zu Buche, nicht zuletzt wegen eines tieferen Steueraufwands.

Rabatte und Festnetz
In der Schweiz bildete sich der Umsatz im Startquartal konkret um 1,8 Prozent zurück. Begründet wurde dies primär mit Rabatten auf Kombiprodukte und dem anhaltenden Rückgang bei der traditionellen Festnetztelefonie. Immer mehr Kunden mit einem Flatrate-Mobilfunk-Abo verzichten auf ein Festnetztelefon; allein im ersten Quartal gingen netto 70’000 Kunden verloren. Laut dem Swisscom-Management bewegt sich dieser Rückgang im Rahmen der Erwartungen.

Auf der positiven Seite sei der Marktanteil im Mobilfunk «praktisch stabil» geblieben, wurde betont. Unverändert gut laufe zudem das Geschäft mit Kombiangeboten (Bündel), wobei für das neue Angebot «inOne» alleine im ersten Quartal 250’000 neue Kunden gewonnen wurden.

Sparprogramm auf Kurs
Wegen des tendenziell rückläufigen Geschäfts in der Schweiz läuft bekanntlich ein Sparprogramm, das die Ausgaben bis 2020 jährlich um 100 Millionen Franken reduzieren soll. Dieses Programm sei auf Kurs, sagte Finanzchef Mario Rossi am Mittwoch. Der geplante Abbau von 700 Stellen im laufenden Jahr wurden im ersten Quartal allerdings erst zu einem kleinen Teil umgesetzt (77 Vollzeitstellen).

Für das Gesamtjahr 2018 bestätigt das Unternehmen die Ziele. So werden ein Umsatz von rund 11,6 Milliarden, ein EBITDA von rund 4,2 Milliarden sowie Investitionen von weniger als 2,4 Milliarden (Q1: 501 Mio) angepeilt. Bestätigt wurde auch die Guidance für Fastweb, die im Gesamtjahr einen Umsatz von über 2 Milliarden Euro sowie einen EBITDA von rund 700 Millionen Euro erzielen soll. Unverändert sind auch die Angaben des Managements zur Dividende: Die Aktionäre sollen 22 Franken pro Papier erhalten, sofern die Ziele erreicht werden.

«Spüren nichts von Salt»
Die kürzlich lancierte Festnetz-Offensive des Konkurrenten Salt führt demnach zu keinen Änderungen der Prognosen. «Wir spüren davon bis heute nichts», sagte CEO Schaeppi. Er sieht sein Unternehmen nicht zuletzt dank Zweit- und Drittmarken (Wingo; M-Budget) gegen Salt gut gerüstet. «Wir sehen dem eigentlich relativ entspannt entgegen», sagte er.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen beim Umsatz übertroffen und bei den Gewinnzahlen erfüllt. An der Börse gaben die Swisscom-Aktien dennoch deutlich nach. Zum Börsenschluss standen die Papiere 3,5% im Minus bei 460.30 Franken. Viele Investoren dürften nach der guten Performance in den vergangenen Tagen zumindest einen Teil ihrer Gewinne ins Trockene gebracht haben, hiess es dazu am Markt.  (awp/mc/pg)

Swisscom 

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