Tamedia schliesst Ziegler Druck in Winterthur

Ziegler Druck

Ziegler Druck vor dem Aus. (Foto: Tamedia)

Winterthur – Die Mediengruppe Tamedia plant den Akzidenzdruck von Ziegler Druck in Winterthur auf Ende 2015 einzustellen. Das Unternehmen reagiert mit diesem Entscheid auf die anhaltend defizitäre Situation im Akzidenzdruckgeschäft, die unter anderem auf den permanent hohen Preisdruck in Folge von Überkapazitäten im gesamteuropäischen Markt zurückzuführen ist. Vom Schliessungsentscheid betroffen sind 106 Mitarbeitende.

«Bereits bei der Übernahme von Ziegler Druck durch Tamedia war bekannt, dass die Situation der Druckerei äusserst schwierig ist. Auch die Verlagerung von passenden Druckaufträgen von Tamedia-Zeitschriften konnte die Ertragslage im Akzidenzdruck leider nicht nachhaltig verbessern, weil das Preisniveau im gesamten Markt laufend sinkt», wird Andreas Schaffner, Leiter Verlagsservices, in einer Medienmitteilung zitiert. Zudem müsste in naher Zukunft der Maschinenpark teilweise erneuert werden. Die dafür notwendigen Investitionen liessen sich aufgrund der Marktbedingungen nicht refinanzieren, schreibt die Tamedia weiter.

Stämpfli AG übernimmt Digitaldruck; Schellenberg Druck AG übernimmt Bogenoffsetdruck
Die Stämpfli AG mit Hauptsitz in Bern und Niederlassung in Zürich übernimmt per 1. April 2015 das Digitaldruckgeschäft von Ziegler Druck in Winterthur. Der Geschäftsbereich wird im Raum Zürich weitergeführt und alle neun Mitarbeitenden werden übernommen. Besonderes Gewicht wird auf die Weiterentwicklung der leistungsstarken Software «Z_Lab», ein umfassendes Web-to-Print-Portal, gelegt.

Per 1. April 2015 verkauft Ziegler Druck ausserdem den Unternehmensbereich Bogenoffsetdruck an die Schellenberg Druck AG. Schellenberg Druck plant bis zum Schliessungszeitpunkt am heutigen Standort weiter zu produzieren und stellt anschliessend die Weiterführung dieses Betriebsteils sicher. Die Schellenberg Druck AG übernimmt die vier Mitarbeitenden des Bereichs Bogenoffsetdruck.

Die Einstellung von Ziegler Druck betrifft voraussichtlich 106 Mitarbeitende, davon wird 15 Mitarbeitenden eine Frühpensionierung angeboten. Für weitere 13 Mitarbeitende konnte durch die Übernahme von Betriebsteilen eine Anschlusslösung gefunden werden. Die fünf Lernenden werden ihre Ausbildung entweder bei Tamedia oder bei einem Partner beenden können. Für insgesamt 73 Mitarbeitende wird nach einer geeigneten Anschlusslösung gesucht. Hierfür wird gemeinsam mit einem Stellenvermittler ein Jobcenter aufgebaut. Für die betroffenen Mitarbeitenden wurde gemeinsam mit den Sozialpartnern bereits im vergangenen Jahr ein Sozialplan ausgearbeitet. (Tamedia/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.