Temporärbranche trotz Frankenschock verhalten positiv

Teilzeitarbeit

Dübendorf – Trotz Frankenschock konnte sich die Temporärbranche im Arbeitsmarkt Schweiz behaupten. Im Jahr 2015 entwickelten sich die Lohnsumme der Temporärarbeitenden (+3,7%) sowie der Umsatz der Temporärbranche (+3,1%) verhalten positiv gegenüber dem Vorjahr. Ebenso kann der Rückgang der Anzahl Temporärarbeitenden (-0,6%) und der geleisteten Einsatzstunden (-1,4%) als moderat bezeichnet werden. Das Auf und Ab im Schweizer Arbeitsmarkt zeigt jedoch, dass der Weg vorläufig wohl holprig bleiben wird, wie es in einer Mitteilung des Branchenverbands Swissstaffing vom Donnerstag heisst.

„Die Temporärbranche hat im Jahr 2015 trotz schwierigem, gesamtwirtschaftlichem Umfeld beachtlich abgeschnitten“, so Myra Fischer-Rosinger, Direktorin von swissstaffing, dem Branchenverband der Personaldienstleister. Die Temporärfirmen vermittelten im 2015 über 314‘000 Menschen einen Temporäreinsatz. Insgesamt leisteten Temporärarbeitende 165 Millionen Einsatzstunden, und die Branche generierte einen Umsatz von 7 Milliarden Franken.

„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gibt die Temporärarbeit den Schweizer Unternehmen die notwendige Flexibilität um im internationalen Wettbewerb zu bestehen“, erklärt Marius Osterfeld, Ökonom bei swissstaffing. „Gleichzeitig bildet die Temporärarbeit für viele Menschen eine stabile Brücke im Arbeitsmarkt, mit der das Inländerpotenzial ausgeschöpft werden kann. Der Frankenschock schmerzt die Branche bislang besonders bei den Margen.“

Fortschrittliche Arbeitsbedingungen
Mit dem kürzlich erneuerten GAV Personalverleih besteht für die über 300‘000 Temporärarbeitenden ein massgeschneidertes Vertragswerk. Er enthält verbindliche Minimalstandards für Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie grosszügige Regelungen im Bereich der Weiterbildung, des Krankentaggelds und der beruflichen Vorsorge. Wer temporär arbeitet und dem GAV Personalverleih untersteht, hat Anspruch auf Weiterbildungsleistungen, unterstützt durch den Weiterbildungsfonds temptraining. Neu gilt der Gesamtarbeitsvertrag für alle rund 850 Personaldienstleister in der Schweiz, unabhängig von der Unternehmensgrösse.

Erhellender Ausblick
Nachdem der swisstemptrend, das Geschäftsbarometer für die Temporärbranche, die ersten beiden Monate im 2016 im Minus lag,  drehte die Branche im März und April 2016  wieder ins Plus. Entscheidend für die Branchenentwicklung wird im laufenden Jahr sein, wie sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld – in der Schweiz wie international – entwickelt und ob die Massen-einwanderungsinitiative wirtschaftsfreundlich umgesetzt wird. Das wäre ein Meilenstein, der Sicherheit für die Schweizer Wirtschaft schafft. (Swissstaffing/mc/ps)

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