Tornos 2011: Rückkehr in die Gewinnzone

Michael Hauser

Tornos-CEO Michael Hauser.

Moutier – Der Drehmaschinenhersteller Tornos ist im Geschäftsjahr 2011 in die Gewinnzone zurückgekehrt, dies nach zwei verlustreichen Jahren. Nach einem starken ersten Semester sind die Geschäftsaktivitäten im zweiten Halbjahr allerdings hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Als Herausforderung erwies sich wie für viele andere Firmen der starke Schweizer Franken. Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012 gibt sich das Unternehmen vorsichtig und erwartet ein stärkeres zweites Semester.

Der EBIT erreichte 16,6 Mio CHF, nach einem Verlust von 13,5 Mio im Vorjahr, entsprechend einer EBIT-Marge von 6,1%. Der Reingewinn belief sich auf 10,7 Mio, nach einem Minus von 18,1 Mio, wie Tornos am Montag mitteilte. Angaben zu einer Dividende werden keine gemacht. Mit den vorgelegten Zahlen hat Tornos die Erwartungen der Bank Vontobel leicht verfehlt, diejenigen der ZKB dagegen leicht übertroffen. Das Eigenkapital per Ende Jahr belief sich auf 129,4 Mio CHF, entsprechend einer EK-Quote von knapp 59%. Die Nettoverschuldung ging auf 19,5 Mio zurück, von 38,7 Mio Ende des Vorjahres. Der freie Cashflow erreichte 21,8 Mio.

Markante Umsatzsteigerung
Bereits Anfang Februar hatte die Gruppe den Umsatz bekanntgegeben. Er stieg um 69% auf 271,1 Mio CHF, während der Bestellungseingang um 29% auf 276,3 Mio kletterte. Diese Verbesserung sei das Ergebnis eines starken Auftragseingangs in sämtlichen von der Gruppe anvisierten Marktsegmenten, hiess es zur Begründung für den massiven Anstieg im Januar. Dank der günstigen konjunkturellen Lage habe man von den Investitionen der Kunden in die Erneuerung und den Ausbau der Produktionskapazitäten profitiert. Dies gelte insbesondere für die Bereiche Medizinaltechnik, Uhren- und Automobilindustrie.

«Erfreuliche» Entwicklung in der Schweiz und Südeuropa
Nebst der Schweiz hat sich das Geschäft auch in Südeuropa gemäss Tornos «erfreulich» entwickelt. In Nordeuropa hat insbesondere im zweiten Quartal die Nachfrage aus der Automobilindustrie nach Mehrspindelautomaten zur effizienten Produktion grosser Serien verstärkt und in den USA habe man vom Kapazitätsausbau der Kunden in der Medizinaltechnik profitiert. Insgesamt habe die Geschäftstätigkeit auch im zweiten Semester auf einem guten Niveau gelegen, die Dynamik habe gegenüber dem ersten Halbjahr aber nachgelassen. Das Ergebnis widerspiegle die Fähigkeit des Unternehmens, durch eine umgehende Steigerung der Produktionskapazitäten auf einen wachsenden Bedarf ohne Verzug reagieren zu können, heisst es weiter.

Währungsentwicklung als Herausforderung

Die für 2011 gesetzten Ziele, ein Umsatz zwischen 250 und 300 Mio CHF bei einer EBIT-Marge zwischen 5 und 8%, seien trotz des starken Frankens und einer im zweiten Semester hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Geschäftstätigkeit erreicht worden. Den negativen Währungseinfluss auf die operative Marge wettzumachen, sei eine Herausforderung gewesen. Bei gegenüber 2010 konstanten Wechselkursen hätte sich ein Umsatz vom 291 Mio ergeben. Die Umsatzeinbusse wegen der Wechselkursverschlechterung lag demnach bei 6,9%, während die negativen Auswirkungen auf den EBIT dank verschiedener Massnahmen auf 7,3 Mio beschränkt werden konnten.

Zu den eingeleiteten Massnahmen zählt Tornos die Erhöhung der Verkaufspreise in Fremdwährungen, Neuverhandlungen der Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten und Geschäftspartnern sowie die Verbesserung der operativen Effizienz in allen Unternehmensbereichen.

Zurückhaltender Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2012 rechnet Tornos mit einem wirtschaftlichen Rückgang gegenüber 2011, eine Prognose abzugeben sei angesichts der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise aber schwer. Der Rückgang soll jedoch durch den positiven Effekt der in den letzten Monaten des Jahres 2011 lancierten Produkte kompensiert werden. Unter Voraussetzung stabiler Wechselkurse und unter Vorbehalt der zyklischen Natur der Geschäftstätigkeit gehe man davon aus, dass 2012 Umsatz und Rentabilität den Werten von 2011 entsprechen könnten. Dabei dürfte das erste Semester im Vorjahresvergleich schwächer ausfallen, das zweite stärker. Damit soll der gemäss Tornos schwache Start ins Jahr 2012 kompensiert werden. Auf die konjunkturelle Entwicklung werde besonderes Augenmerk gelegt, um gegebenenfalls Produktionskapazitäten und Strukturen der Gruppe rasch anzupassen. (awp/mc/ps)

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