Tornos erreicht 2017 Gewinnzone und schüttet Dividende aus

Michael Hauser
Tornos-CEO Michael Hauser. (Foto: Tornos)

Moutier – Der Drehmaschinenhersteller Tornos ist im Geschäftsjahr 2017 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nachdem im Vorjahr noch ein Verlust resultiert hatte, sind dank des markant höheren Umsatzes sowohl der Betriebs- als auch der Reingewinn positiv ausgefallen. Erstmals seit Jahren zahlt das Unternehmen denn auch eine Dividende aus. Für das Gesamtjahr 2018 zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich und will das Ergebnis noch einmal verbessern.

Tornos hatte die Zahlen im Wesentlichen bereits im Januar und Februar bekanntgegeben, diese Werte werden nun bestätigt. Demnach zogen der Umsatz um 31% auf 178,8 Mio CHF und der Auftragseingang um über 55% auf 207,0 Mio massiv an. Der Auftragsbestand von 63,6 Mio CHF per Ende Dezember 2017 entspricht in etwa einem Auftragsvorrat von fünf Monaten.

Der operative Gewinn auf Stufe EBIT verbesserte sich gleichzeitig auf 9,5 Mio CHF und die entsprechende Marge auf 5,3%. Der Reingewinn legte auf 8,2 Mio zu, wobei hier ein Gewinn aus Verkäufen von Liegenschaften von 1,4 Mio CHF enthalten ist. Im Vorjahr hatten noch negative Werte von -3,0 Mio bzw. -3,6 Mio resultiert. Dank einer Reduktion des Nettoumlaufvermögens resultierte auch ein positiver freier Cashflow von über 28 Mio, nachdem hier 2017 noch ein Minus von 15,6 Mio herausgeschaut hatte.

Erste Dividende nach zehn Jahren
Erstmals seit langer Zeit will das Unternehmen den Aktionären wieder eine Dividende entrichten, nämlich 0,15 CHF je Aktie mittels einer Reduktion des Aktienkapitals. Zuletzt hatte eine Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2007 erfolgt.

Das Ergebnis wird als insgesamt sehr erfreulich bezeichnet. Die gute Entwicklung sei insbesondere auf die überarbeitete Produktepalette sowie auf neue Dienstleistungen zurückzuführen, wobei alle Maschinenreihen zugelegt hätten. Für in Moutier hergestellte höherpreisige Maschinen nahm der Auftragseingang im Vorjahresvergleich überproportional zu. Und auch die Maschinen im mittleren Preissegment hätten den bereits erfreulichen Wert des Vorjahres nochmals übertroffen. Gegen die Hälfte der verkauften Maschinen stellte Tornos in Asien her.

Anteil der Uhrenindustrie schrumpft deutlich
Der wichtigste Zielmarkt war im vergangenen Jahr die Automobilindustrie mit einem Anteil am Auftragseingang von 45%. Die Medizinal- und Dentaltechnik steuerte 18% zum Bestellungseingang bei und das Marktsegment Elektronik knapp 8%. Deutlich rückläufig war der Anteil der Uhrenindustrie, welcher auf knapp 4% zurückging, nach über 11% im Vorjahr.

Weiter gibt das Unternehmen eine organisatorische Änderung bekannt. Im Mikro-Fräsmaschinen-Geschäft wird das Unternehmen die Aktivitäten zusammenführen und künftig einheitlich unter der Marke Tornos vertreiben. Deshalb werde die Tochtergesellschaft Almac per Ende 2018 in die Tornos SA in Moutier integriert. Alle Mitarbeitenden der Almac SA werden von Tornos übernommen.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018 heisst es, dass der Geschäftsverlauf im Jahr 2018 besser sein werde als im Vorjahr. Man sei mit vollen Auftragsbüchern ins neue Jahr gestartet, die Zielmärkte präsentierten sich in einer stabilen Verfassung und die Nachfrage nach den Produkten von Tornos sei gross. So stelle sich die «erfreuliche Herausforderung», die zahlreichen Aufträge fristgerecht und in gewohnter Qualität auszuführen.

«Der Geschäftsverlauf in den ersten Wochen des neuen Geschäftsjahres ist sehr erfreulich verlaufen», ergänzte CEO Michael Hauser an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Bei einzelnen Produkten sei die Nachfrage derart hoch, dass die Lieferfrist über ein Jahr betrage.

An der Börse verzeichnen die Tornos-Aktien am Montag nach einem guten Start mittlerweile leichte Verluste (-0,9%). Der Gesamtmarkt tendiert derweil leicht positiv. (awp/mc/ps)

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