Tornos: Umsatz und Auftragseingang in H1 deutlich tiefer

Michael Hauser

Tornos-CEO Michael Hauser.

Moutier – Der Werkzeugmaschinenhersteller Tornos hat im ersten Halbjahr 2012 einen Rückgang des Umsatzes um gut 32% auf 97,0 Mio CHF und des Auftragseingangs um 34% auf 103,3 Mio erlitten. Der EBIT fiel mit -2,5 Mio CHF (VJ +10,9 Mio) negativ aus, die entsprechende Marge lag damit bei -2,6%. Das Reinergebnis war mit -3,4 Mio CHF ebenfalls negativ, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 5,4 Mio resultiert hatte.

Damit hat Tornos die Erwartungen der Bank Vontobel klar verfehlt. Diese hatte einen Umsatz von 115 Mio, einen EBIT von 4 Mio sowie einen Reingewinn von 2,7 Mio prognostiziert.

Südeuropa belastet
Die Verlangsamung des Geschäfts habe alle Regionen mit reifen Märkten betroffen, teilte das Unternehmen mit. Stark belastet worden sei das Ergebnis von der Region Südeuropa, welche traditionell für einen bedeutenden Teil des Umsatzes verantwortlich sei.

Pessimismus für Gesamtjahr
Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012 zeigt sich das Unternehmen wenig zuversichtlich. Die Visibilität sei weiterhin sehr gering, heisst es dazu, zudem dürfte sie sich in den Sommermonaten, in denen die Auftragseingänge traditionell schwach ausfallen, kaum verbessern. Die früher kommunizierte Einschätzung, welche ein etwa gleichwertiges Geschäftsjahr 2012 vorsah, wird sich gemäss der Mitteilung nicht bewahrheiten.

Ungeachtet dessen, dass einige wichtige Projekte noch realisiert werden könnten, sei für 2012 «nicht mit einem Umsatz zu rechnen, der die Grössenordnung von 200 Mio CHF übertrifft», heisst es. Angesichts des Margendrucks infolge der Frankenstärke und trotz der bereits eingeführten und weiter ausgedehnten Kurzarbeit werde beim EBIT die Gewinnzone nicht erreicht.

Neue strukturelle Herausforderungen
Die Verlagerung der Märkte nach Osteuropa und Asien im Anschluss an die Wirtschaftskrise, Konjunkturzyklen in zunehmend kürzeren Abständen und mit heftigeren Ausschlägen, sowie ein wirtschaftliches Umfeld, das sich insbesondere aufgrund des CHF/EUR-Wechselkurses radikal verändert, schaffen gemäss Tornos neue strukturelle Herausforderungen.

Dies erfordere eine dauerhafte Optimierung der Kostenstruktur mit Einsparungen von jährlich 30 bis 35 Mio CHF. Diese soll laut Tornos einhergehen mit einer Variabilisierung der Kosten und einer Flexibilisierung des Geschäftsmodells, um rasch auf zyklische Schwankungen in der Werkzeugmaschinenbranche reagieren zu können. Derzeit würden dahingehende Massnahmen geprüft, welche diesen Herbst bekanntgegeben werden sollen. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.