Tornos verzeichnet nach neun Monaten weniger Aufträge

Michael Hauser
Tornos-CEO Michael Hauser. (Foto: Tornos)

Tornos-CEO Michael Hauser. (Foto: Tornos)

Moutier – Der Werkzeugmaschinenhersteller Tornos liegt nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2015 mit dem Auftragseingang und dem Umsatz deutlich unter dem Vorjahresniveau. Weiterhin erwirtschaftet das Unternehmen mit seinem Geschäft Verluste.

Der Ausblick auf das Gesamtjahr wurde dahingehend nach unten revidiert, dass neu auf Stufe EBIT ein Nullergebnis prognostiziert wird, nachdem zuvor noch davon ausgegangen wurde, dass das kleine operative Plus des Vorjahres zwar nicht verbessert aber wenigstens gehalten werden könnte. Für ein neutrales Ergebnis müsste allerdings im vierten Quartal ein positiver EBIT erzielt werden.

Der Bestellungseingang reduzierte sich gegenüber der Vergleichsperiode um über 15% auf 126,3 Mio CHF und der Umsatz um 6,7% auf 117,9 Mio. Währungsbereinigt ergab sich beim Umsatz ein Minus von 1,3%, wie Tornos am Dienstag mitteilt. Im dritten Quartal sei dabei der Umsatz mit 35,3 Mio nur knapp unter dem Vorjahresniveau gelegen. Mit dem Quartalsumsatz zumindest hat Tornos die Vorgaben der Analysten aber verpasst.

Geografisch gesehen habe sich die Entwicklung der letzten Monate bestätigt. Sie zeige eine spürbare Zurückhaltung in der Investitionsbereitschaft in China, die teilweise durch eine höhere Nachfrage aus den USA habe kompensiert werden können. In Europa habe die Nachfrage nicht mit den sehr starken Vorjahreszahlen mitgehalten. Produktseitig sei die Nachfrage hauptsächlich von High-end-Maschinen getrieben gewesen, während die Kundenbestellungen von Standardmaschinen hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Uhrenindustrie als wichtiger Markt schwächelt
Nach Endmärkten betrachtet war die Nachfrage in den Segmenten Automotive und Medizinal-/Dentaltechnik am stärksten. In der Uhrenindustrie habe sich zwar die Investitionstätigkeit seit Jahresbeginn stark reduziert, dennoch seien „einige bedeutende“ Aufträge eingegangen.

Der EBIT nach neun Monaten verringerte sich deutlich und fiel mit -1,9 Mio in den negativen Bereich, nach +0,8 Mio im Vorjahr. Währungsbereinigt hätte der EBIT bei +1,2 Mio CHF gelegen, womit es gelungen sei, die Vorjahresperiode zu übertreffen. Tornos führt dies auf Kostendisziplin zurück.

Das Reinergebnis lag mit -3,5 Mio ebenfalls im roten Bereich, nach einem Gewinn von 1,4 Mio im Vorjahr. Darin sind negative Währungseffekte von 0,5 Mio enthalten, nachdem sich im Vorjahr noch ein positiver Effekt in der Höhe von 1,0 Mio ergeben hatte.

Ausblick für operativen Gewinn gesenkt
Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015 heisst es, es sei ein ausgeglichener EBIT zu erwarten. Nach einem kumulierten Verlust von 1,9 Mio CHF nach neun Monaten müsste damit im vierten Quartal ein positiver EBIT von rund 2 Mio erreicht werden. „Sofern wir unsere Kundenprojekte planmässig abschliessen und fakturieren können, gehen wir von einer schwarzen Null aus“, bestätigte Finanzchef Bruno Edelmann gegenüber AWP diese Einschätzung.

In der Prognose vom vergangenen August hiess es lediglich, dass gegenüber dem Vorjahr (EBIT +2,8 Mio) keine Verbesserung zu erwarten sei. Weiter stellte Edelmann einen Reinverlust in Aussicht. Bezüglich Umsatz und Auftragseingang geht er davon aus, dass das vierte Quartal deutlich stärker wird als das dritte, aber schwächer ausfallen wird als das Vorjahresquartal.

Tornos hat wegen des starken Frankens bereits verschiedene Massnahmen eingeleitet. Erst vor wenigen Tagen wurde etwa die Konzentration der industriellen Aktivitäten am Standort in Moutier bekanntgegeben.

An der Börse rücken Tornos nach einem schwachen Start bis zum Mittag um 1,3% vor. Die Eckwerte seien in etwa wie erwartet ausgefallen, heisst es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Die Bewertung scheine mittlerweile günstig, die massiven Risiken würden dies indes rechtfertigen. (awp/mc/upd/ps)

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