Transocean: Chevron muss Folgen von Ölunfall in Brasilien tragen

Transocean Ölteppich

Ölteppich nach Leck beim Feld Frade.

Zug – Der Service-Vertragsnehmer Chevron muss gemäss der Vertragspartei Transocean allfällige finanzielle Folgen aus dem Ölunfall vor der Küste Brasiliens tragen. Der Ölbohr-Dienstleistungvertrag von Transocean mit Chevron für die Plattform SEDCO 706 sehe vor, dass Chevron u.a. Transocean schadlos halten müsse im Falle von Klagen im Zusammenhang mit unter Wasser erfolgten Verunreinigungen, teilte das Zuger Unternehmen über das Feiertagswochenende mit.

Anfang November dieses Jahres ist es zu einem Ölleck in der Nähe einer Probebohrung gekommen, die vom Ölkonzern Chevron im Frade Field vor der Küste von Rio de Janeiro durchgeführt worden war. Die involvierte Bohrplattform SEDCO 706 hatte Chevron von einer Transocean-Tochtergesellschaft unter Vertrag genommen. In der Folge sei Rohöl aus dem Meeresgrund ausgetreten und sei die Probebohrung gestoppt worden. Die rund 2’400 Barrel ausgetretenes Öl seien von Chevron unter Kontrolle gebracht worden, es sei zu keinen Verunreinigungen an der Küste gekommen, so die Mitteilung weiter.

Iivilrechtliche Schritte gegen Chevron und Transocean eingeleitet
In der Folge sei der Ölunfall von den Behörden untersucht worden und es seien zivilrechtliche Schritte gegen Chevron und Transocean eingeleitet worden. Eine entsprechende Klage sei am 14.12.2011 beim Bundesgericht in Campos eingereicht worden. Damit würden Entschädigungszahlungen von beiden Unternehmen sowie ein Verbot der Aktivitäten in Brasilien angestrengt. Transocean habe von der Klage offiziell keine Kenntnis erhalten, so die Mitteilung weiter. Zudem sei am 21.12.2011 von einem brasilianischen Bundespolizei-Vertreter dem zuständigen Staatsanwalt ein Untersuchungsbericht eingereicht worden, der eine Klage gegen die brasilianische Transocean-Tochter und fünf ihrer Angestellten sowie gegen die Chevron-Tochter und mehrere Angestellte empfehle, heisst es weiter.

«Leichtfertig und unverantwortlich gehandelt»

Im Untersuchungsbericht kritisiert, wie bereits gemeldet, Polizei-Chefermittler Fábio Scliar: «Die Firmen (Chevron/Transocean) handeln – oder handelten zumindest in diesem Fall – leichtfertig und unverantwortlich.» Sie hätten am «Limit des Limits» gearbeitet. Die Probebohrung im Ölfeld Frade rund 120 Kilometer vor der Küste Brasiliens hätte nie durchgeführt werden dürfen. Ursache des Öllecks sei die Anwendung zu hohen Drucks gewesen. Dabei sei beiden Firmen das Risiko bekannt gewesen. (awp/mc/ps)

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