Transocean verbucht Milliardenverlust

Steven Newman

Transocean-CEO Steven Newman.

Zug – Transocean hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014 durch Abschreibungen und Wertberichtigungen einen Verlust nach Minderheiten von 2,22 Mrd USD verbucht. Der Umsatz erreichte hingegen die Markterwartungen. Der Ölbohrkonzern setzt die geplante Abspaltung von Caledonia Offshore Drilling, in der die Aktivitäten in der Nordsee zusammengefasst sind, vorerst aus.

Insgesamt verbuchte Transocean Belastungen in Höhe von 2,57 Mrd USD, wie das Unternehmen am Montag mitteilt. Der grösste Teil davon entfällt auf Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 1,97 Mrd auf den Marktwert des Ölbohrgeschäfts. 693 Mio werden auf die Tiefsee-Floater-Flotte abgeschrieben und insgesamt 14 Mio auf zum Verkauf stehende Anlagen und andere Positionen. Als positive Posten standen dem 45 Mio aus Steuernachlässen gegenüber sowie 14 Mio aus verringerten Rückstellungen aus dem Deepwater Horizon-Unglück im Golf von Mexiko.

Der Betriebsergebnis auf Stufe EBIT wies entsprechend ein Minus von 2,17 Mrd USD aus verglichen mit plus 738 Mio im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich bleibt ein Fehlbetrag von 2,22 Mrd, verglichen mit einem Gewinn von 546 Mio.

Die operativen Kosten stiegen auf 1,32 Mrd USD verglichen mit 1,23 Mrd im Vorjahreszeitraum. Hier werden höhere Werftkosten als Ursache genannt, aufgrund von geplanten Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten. Die Verwaltungskosten wurden hingegen sequentiell um 11 Mio auf 52 Mio USD gesenkt. Die annualisierte Steuerrate betrug per Ende September 16,7% verglichen mit 13,8% zur Jahresmitte.

Der Umsatz sank auf 2,27 Mrd USD nach 2,45 Mrd in den drei Monaten des entsprechenden Vorjahreszeitraums und erreichte damit die Erwartungen der Experten. Hier hatten die Analysten laut AWP-Konsens mit einem Wert von 2,26 Mrd USD gerechnet.

Flottenauslastung und Umsatzeffizienz gesunken
Die Flottenauslastung ging gegenüber dem zweiten Quartal auf 75% von zuvor 78% zurück. Die Umsatzeffizienz betrug 92,6% verglichen mit zuvor 95,0%. Im Bereich der Ultra-Deepwater Plattformen betrug sie 91,6% nach 94,0%. Die durchschnittliche Tagesrate ging verglichen zum zweiten Quartal insgesamt nur geringfügig auf 409’900 USD zurück. Während die Raten für Bohrschiffe für raue Umweltbedingungen einen deutlichen Anstieg verbuchten, gaben die Raten für alle anderen Klassen nach.

Transocean hatte die Veröffentlichung des Quartalsberichts aufgrund der Wertberichtigungen vom vergangenen Donnerstagabend auf heute verschoben. Eine Guidance für das Gesamtjahr gibt das Unternehmen nicht.

Abspaltung Caledonia Offshore Drilling ausgesetzt
Die Ausgabe von Aktien an Caledonia Offshore Drilling wird vorerst ausgesetzt. Man habe sich entschlossen, die Privatplatzierung zum derzeitigen Zeitpunkt nicht weiterzuverfolgen, heisst es in dem Communiqué. In dem Tochterunternehmen sind acht Bohrplattformen für mitteltiefes Gewässer in der britischen Nordsee zusammengefasst. Die unternehmensinterne Aufteilung sei zu einem grossen Teil vollzogen und Transocean will ab dem vierten Quartal separate Kernzahlen zur operativen Performance des Unternehmens publizieren. Für die Zukunft halte man sich jedoch alle Optionen offen und schliesst einen Börsengang oder den vollständigen oder teilweisen Verkauf an private oder öffentliche Investoren nicht aus. Transocean hatte die Gründung von Caledonia im Mai angekündigt und wollte über ein mehrstufige Transaktion das Unternehmen im vierten Quartal ausgliedern und einen Teil an Investoren veräussern. (awp/mc/upd/ps)

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