TUI trotzt dem schwierigen Marktumfeld

Martin Wittwer

Zürich – TUI Suisse ist nach einem harzigen Wintergeschäft wieder auf Kurs. Für das am 30. September endende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und stabilen Erträgen. Auf das veränderte Buchungs- und Reiseverhalten reagiert TUI Suisse mit einer angepassten Strategie.

Dank eines guten Sommergeschäfts konnte das unerfreuliche Winterhalbjahr wettgemacht werden: Gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz um 5 % und die Zahl der Kunden um 12 %. Als einen der Hauptgründe für die Geschäftserholung nennt das Unternehmen das positive Preisbild gegenüber dem Euro, das zu günstigeren Preisen führte. So sanken die Preise nochmals um durchschnittlich 6 Prozent, nachdem sie bereits im Winter 2011/12 um 13 Prozent gesenkt worden waren. Trotzdem gelang es, die Ertragslage stabil zu halten. Die Marke TUI konnte Marktanteile gewinnen und damit die Position als Nummer 3 im Schweizer Markt stärken.

Buchen in der Schweiz ist nicht teurer
„Die Kunden haben gemerkt, dass sich der Gang über die Grenze nicht mehr lohnt. Deshalb buchen sie wieder in der Schweiz. Die Botschaft, dass Buchen in der Schweiz günstiger geworden ist, ist bei der Kundschaft angekommen“, erklärte TUI Suisse-CEO Martin Wittwer im Rahmen einer Medienorientierung der „TUI World eXperience Tour 2012“ im „Bar Al Jissah Resort & Spa“ in Oman.
 
Individualität im Fokus
Wie Wittwer weiter ausführte, hat das zu Ende gehende Geschäftsjahr gezeigt, dass die Nachfrage nach Reisen hoch bleibt. „Die Zeiten des gleichförmigen Massentourismus gehören aber der Vergangenheit an“, so Wittwer, der seit 1999 an der Spitze von TUI Suisse steht. Immer stärker stehe Individualität und Sicherheit im Mittelpunkt, entsprechend passe TUI Suisse seine Strategie auf das veränderte Reiseverhalten an.

TUI Suisse will „online driven company“ werden
Aber nicht nur das Reiseverhalten, auch die Buchungsgewohnheiten der Kunden verändern sich. Der Verkauf von Reisen im Web wächst ständig und verändert das Geschäftsmodell. Bis 2016/17 soll bei TUI der Onlineanteil von heute rund 20 auf über 40 % steigen. Mit dem Projekt „online driven company“ reagiert TUI Suisse verstärkt auf diese Herausforderungen. So werden Überkapazitäten von Flug und Hotel günstig kombiniert und dem Kunden mit tagesaktuellen Preisen angeboten.

In den nächsten Tagen startet die neue, voll dynamische Online-Präsenz der Marke Vögele Reisen. Sie wird es ermöglichen, einzelne Bausteine einer Reise (Ferien und Rundreisen, Badeferien, Städtereisen) über verschiedene On- und Offline-Kanäle zu buchen und zu kombinieren. Mit einem persönlichen Account kann die Reise verwaltet werden. Der Kunde hat den Vorteil der völligen Individualisierung, profitiert aber ab zwei Reiseleistungen bei unvorhergesehenen Vorfällen wie Naturkatastrophen oder Kriegen von den Sicherheiten des traditionellen Reiseveranstalters.

Kataloge werden mit dem Internet verknüpft
Auf das veränderte Buchungs- und Mediennutzungsverhalten reagiert TUI Suisse auch mit der neuen Katalogwelt für den Reisewinter 2012/13. Die Internetseite www.tui-katalog.info liefert mehr Informationen zu den im ausgeschriebenen Hotels. Zusätzlich sind bei den exklusiven TUI Beteiligungs- und Konzepthotels Scan-Codes abgebildet, die mit dem Smartphone oder Tablet eingescannt werden, um zum Beispiel Hotelvideos oder 360 Grad-Rundgänge anzusehen. Die Internetseiten zu den Hotels diesnen lediglich der Information und bieten keine Buchungsmöglichkeit. Über einen integrierten Reisebürofinder gelangt der Kunde zum Reisebüro seiner Wahl.

Wachstum durch Differenzierung mit zielgruppenspezifischen Hotels
Wittwer zeigt sich überzeugt, dass nur innovative Geschäftsmodelle in einem fragmentierten und hart umkämpften Markt überleben. Neben der Forcierung von dynamischen touristischen Angeboten legt TUI das Hauptaugenmerk unter anderem auf den Ausbau und die Differenzierung durch zielgruppenspezifische Hotels. Auch hier will sich TUI im stark wachsenden modernen Reisemarkt orientieren, an den individuellen Bedürfnissen und unterschiedlichen Lebensstilen der Kunden. Die Zahl dieser zielgruppenspezifischen Hotels wird in den nächsten drei Jahren von heute 80 auf 136 ausgebaut. Abgesehen von der Marke RIU sind diese Hotels exklusiv bei TUI buchbar.  Der Reisekonzern setzt damit auf den Verkauf eigener Produkte, bei denen er die Handlungshoheit hat. Bis in fünf Jahren soll jede zweite Buchung nach dem neuen Hotelkonzept erfolgen.

Reisen werden nochmals günstiger
Angesichts des aktuellen Buchungsstandes zeigt sich TUI Suisse für das Winterhalbjahr verhalten optimistisch. Der starke Franken dürfte dafür sorgen, dass die Preise im kommenden Winter bei den Mittelstrecken nochmals bis gegen 10 % sinken werden. (Patrick Gunti/mc)

 

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