Umfrage zeigt Patt bei 10-Millionen-Initiative
Bern – Eine Umfrage zur Abstimmung vom 14. Juni hat für die Nachhaltigkeitsinitiative (gegen eine 10-Millionen-Schweiz) ein Patt ergeben. Für die Änderung des Zivildienstgesetzes zeichnet sich hingegen eine knappe Ja-Mehrheit ab. Die Ergebnisse sind eine Momentaufnahme rund sieben Wochen vor dem Urnengang.
Bei der SVP-Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» bestehe eine Pattsituation, hiess es in einer Studie des Forschungsinstituts GFS Bern im Auftrag der SRG, die am Freitag veröffentlicht wurde. Wäre bereits am 26. April abgestimmt worden, wäre die Änderung des Zivildienstgesetzes angenommen worden.
Die Meinungsbildung ist bei den beiden Vorlagen unterschiedlich weit fortgeschritten. Bei der 10-Millionen-Schweiz-Initiative gaben bereits 79 Prozent der Befragten eine feste Stimmabsicht an. Deutlich geringer war dieser Wert bei der Änderung des Zivildienstgesetzes mit 57 Prozent.
Die Studienautoren wiesen darauf hin, dass es sich um eine Momentaufnahme zu Beginn der Hauptkampagnenphase handle und nicht um eine Prognose. Der Abstimmungskampf könne das Ergebnis noch beeinflussen. Die erwartete Stimmbeteiligung liegt bei 50 Prozent und damit über dem langjährigen Mittel von 47,1 Prozent. Der Unsicherheitsbereich der Umfrage beträgt plus/minus 2,8 Prozentpunkte.
Prognose ist schwierig
Bereits am Mittwoch hatte das Marktforschungsinstitut YouGov Schweiz ein Stimmungsbarometer veröffentlicht. Demnach liegen Befürworter und Gegner der 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP und der Änderung des Zivildienstgesetzes derzeit fast gleichauf. Bei der 10-Millionen-Schweiz-Initiative liege das Nein-Lager mit 46 Prozent derzeit nur ein Prozent vor dem Ja-Lager.
Eine gleich knappe Ausgangslage zeigte das Stimmungsbarometer bei der Abstimmung über die Änderung des Zivildienstgesetzes: 41 Prozent würden die Initiative gemäss YouGov annehmen, 40 Prozent würden sie ablehnen.
In einer Umfrage des Instituts Leewas Mitte April war die SVP-Initiative (Keine 10-Millionen-Schweiz) noch auf grössere Zustimmung gestossen: Damals hiess es, dass sie 52 Prozent der Befragten annehmen wollten. Ablehnung signalisiert hatten, 46 Prozent der Befragten, 2 Prozent waren noch unentschieden. (awp/mc/pg)