CPH 2010: Tiefrote Zahlen und Dividendenverzicht

Peter Schildknecht

CPH-Peter Schildknecht.

Perlen – Die CPH Chemie + Papier Holding (CPH) ist 2010 in die roten Zahlen gerutscht. Der starke Schweizer Franken, höhere Rohstoffkosten und tiefere Preise im Bereich Papier haben das Ergebnis gedrückt. Die Belastungen konnten nur teilweise kompensiert werden. Auf die Ausschüttung einer Dividende soll daher verzichtet werden.

Die Aussichten haben sich nach Einschätzung des Unternehmens teilweise verbessert. Trotz höherem Produktionsvolumen sank der Nettoumsatz der Gruppe insgesamt um 13,3% auf 417,4 Mio CHF. Während der EBITDA dank Fixkostensenkungen um 7% mit 28,9 Mio CHF im positiven Bereich blieb, resultierte nach Abschreibungen von 59,5 Mio CHF ein negatives Betriebsergebnis auf Stufe EBIT von -30,7 Mio CHF, gegenüber +8,5 Mio im Vorjahr. Der starke Franken habe den EBIT um 24,7 Mio CHF gedrückt, teilte die Gesellschaft am Freitag mit.

Reinverlust von 20 Millionen Franken
Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 20,0 Mio CHF (VJ Gewinn 29,5 Mio). So hätten sich im Vergleich zum Vorjahr die Erträge aus dem Verkauf von nichtbetrieblichen Liegenschaften auf 17,1 Mio CHF halbiert. Betriebsfremde Erträge und tiefere latente Steuern hätten das Nettoergebnis positiv beeinflusst. Auf die Ausschüttung einer Dividende soll verzichtet werden, nachdem im Vorjahr noch 30 CHF je Anteilsschein ausbezahlt wurden.

Chemie-Umsatz bricht um über 20 Prozent ein

Im Bereich Chemie ging der Umsatz im Berichtsjahr um 20,9% auf 97,2 Mio zurück. Die langsame Erholung der Wirtschaft habe sich hier noch nicht niedergeschlagen; in der Feinchemie sei vor allem die Kundensynthese betroffen gewesen, wogegen sich der Verkauf von eigenen Wirkstoffen stabilisiert habe. Dank Kostensenkungen habe der Betriebsverlust des Bereiches auf 3,2 Mio CHF halbiert werden können. Im Papierbereich kam der Preisdruck in einem 16,3% tieferen Umsatz von 218,5 Mio CHF bei gleichzeitiger Produktion einer Rekordmenge an Zeitungspapier zum Ausdruck. Aufgrund der Überkapazitäten im Markt hätten die europäischen Kontraktpreise für Zeitungsdruckpapier rund 20% unter Vorjahrsniveau gelegen. Das Betriebsergebnis sank in der Folge von 13,7 Mio auf -29,3 Mio CHF.

Steigende Nachfrage nach Verpackungen

Der Bereich Verpackung habe hingegen von einer steigenden Nachfrage aus dem Pharmasektor profitiert: Bei einer volumenmässigen Steigerung um 14% zog der Umsatz um 3,9% auf 101,7 Mio CHF an. Das Betriebsergebnis lag bei 0,9 Mio CHF, während es 2009 nur knapp im positiven Bereich gelegen habe. Die Aussichten haben sich nach Einschätzung des Unternehmens teilweise verbessert. So wird erwartet, dass der Verpackungsbereich Umsatz und Profitabilität in 2011 steigert. Die im Bereich Chemie umgesetzten Massnahmen zur Ertrags- und Produktivitätssteigerung bildeten zudem eine gute Ausgangslage, um in der herausfordernden Markt- und Währungssituation zu bestehen. Der Papierbereich werde hingegen im laufenden Jahr voraussichtlich noch nicht in die Gewinnzone zurückkehren. (awp/mc/upd/ps)

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