Sulzer sieht nach Bestellungsrückgang im Q1 positiven Trend im Jahresverlauf

Greg Poux-Guillaume
Greg Poux-Guillaume, CEO Sulzer. (Foto: Sulzer)

Winterthur – Der Industriekonzern Sulzer hat im Startquartal 2021 deutlich weniger Bestellungen erhalten als in der Vorjahresperiode, welche noch wenig von der Corona-Pandemie beeinträchtigt wurde. im Vergleich zum vierten Quartal nahm der Auftragseingang hingegen klar zu. Der bisherige Ausblick für 2021 wird bestätigt.

Konkret nahm der Auftragseingang um 9,6 Prozent auf 873,7 Millionen Franken ab, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, lag das Minus bei 12,1 Prozent. Vor allem die beiden grössten Divisionen, Pumpen und Service, holten klar weniger Bestellungen herein, während die die Divisionen Chemtech und Applicator Systems zulegten. Die von Sulzer ausgewiesenen Zahlen lagen allerdings für alle Divisionen über den Erwartungen der Analysten.

Sulzer stellt für einmal die sequentielle Entwicklung in den Vordergrund, also den Vergleich mit dem vierten Quartal 2020. Hier ergab sich im Startquartal eine organische Verbesserung des Auftragseingangs um 7,1 Prozent. «Die starke Erholung, die wir in allen unseren Geschäftsbereichen seit dem Tief im Spätsommer 2020 gesehen haben, setzt sich damit fort», wird in der Mitteilung CEO Greg Poux-Guillaume zitiert. Im März sei das höchste Auftragsniveau seit mehr als einem Jahr erreicht worden.

Applicator Systems über Vor-Corona-Niveau
Die Aufträge in der Division Applicator Systems lägen gar bereits über dem Niveau von vor der Pandemie. «Wir liegen über unseren Erwartungen und werden das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte weiter beschleunigen», so Poux-Guillaume.

Seine Zuversicht stützt er auch auf den Umstand, dass das Wassergeschäft innerhalb der Division Pumpen der grösste Teilbereich geworden ist und dass die Aftermarket-Aktivitäten mittlerweile beinahe die Hälfte des Umsatz von Sulzer ausmachten.

Gewinn in allen Divisionen über Vorjahr
Für einmal macht Sulzer auch Angaben zum Gewinn im ersten Quartal, zumindest ungefähre. Sowohl EBITA, freier Cashflow als auch die Profitabilität seien in allen Divisionen höher ausgefallen als im Vorjahresquartal, heisst es dazu. Ausserdem schritten die laufenden Kostenmassnahmen raschen voran als geplant, was zu einem positiven Beitrag zum Betriebsgewinn auf Stufe EBITA von 40 Millionen Franken im laufenden Jahr führen werde.

Insgesamt werde die Redimensionierung des Geschäftsfelds Energie innerhalb der Division Pumpen strukturelle, wiederkehrende Einsparungen von 70 Millionen Franken bringen. Nebst den 40 Millionen im laufenden Jahr kommen demnach im Jahr 2022 weitere 20 Millionen hinzu.

Ausblick bestätigt
Der Ausblick vom Februar für das Gesamtjahr 2021 wird bestätigt. Demnach wird eine währungsbereinigte, organische Zunahme des Bestellungseingangs zwischen 3 und 6 Prozent und des Umsatzes von 5 bis 7 Prozent sowie eine EBITA-Marge im Bereich von rund 10 Prozent erwartet.

Man lasse die Prognose unverändert, weil alle Geschäftsbereiche im Vergleich zum vierten Quartal wieder gewachsen seien und das erste Quartal bei allen Finanzindikatoren deutlich über dem Vorjahr liege, so Sulzer. Man werde die Vorhersage aber mit den Halbjahresergebnissen neu bewerten.

Im Juni will Sulzer einen Capital Markets Day mit Fokus auf die Division Applicator Systems sowie die erneuerbaren Lösungen von Chemtech abhalten. (awp/mc/ps)

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