Swiss will 2013 Wende schaffen – 200 neue Arbeitsplätze geplant

Harry Hohmeister

Harry Hohmeister, CEO Swiss.

Zürich – Nach dem Gewinneinbruch 2012 will die Swiss wieder in den Steigflug übergehen. 2013 solle das Jahr der Wende werden, sagte Swiss-Chef Harry Hohmeister im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda: «Wir werden es 2013 schaffen, ein besseres Ergebnis zu haben als 2012.» Die Gewinnhöhe wollte Hohmeister nicht beziffern. Dafür sei es noch zu früh. Denn die Luftfahrt sei stark von äusseren Faktoren abhängig wie etwa den Treibstoffpreisen, der politischen Lage oder der Gebührenpolitik der Flughäfen, sagte Hohmeister am Donnerstag am Rande der Bilanzmedienkonferenz in Kloten.

Im vergangenen Jahr hatte die Swiss trotz eines Umsatzanstiegs um 2% auf 5,033 Mrd CHF einen Einbruch des Betriebsgewinns um 31% auf 212 Mio CHF hinnehmen müssen. Die Swiss habe den Umsatz um rund 100 Mio CHF steigern können, sagte Finanzchef Marcel Klaus. Gleichzeitig seien aber die Kosten um 200 Mio CHF gestiegen. Alleine um 140 Mio CHF sei das Flugbenzin teurer geworden. Trotz der Treibstoffzuschläge auf den Tickets habe man es nicht geschafft, den Anstieg voll auf die Passagiere zu überwälzen.

Die hohen Treibstoffpreise würden aber alle Airlines gleich treffen. Insgesamt sei die europäische Luftfahrt sehr stark unter Druck. «Wir sind eine der wenigen Gesellschaften in Europa, die überhaupt noch Geld verdienen», sagte Hohmeister vor den Medien.

Franken nicht mehr so belastend
Dabei habe die Swiss den zusätzlichen Nachteil des harten Frankens, auch wenn dieser nicht mehr so gross sei wie 2011. Im vergangenen Jahr habe die harte heimische Währung einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag vom Gewinn gekostet, sagte Klaus im Gespräch mit der sda.

Lufthansa will mit «Score» 1,5 Mrd Euro einsparen – 115 Mio Franken bei der Swiss
Angesichts der Lage sind die Swiss und ihr Mutterkonzern Lufthansa bereits früher auf die Bremse getreten. Durch das vor einem Jahr aufgelegte Sparprogramm «Score» will die Lufthansa-Gruppe bis Ende 2014 das Ergebnis um 1,5 Mrd EUR gegenüber 2011 verbessern. Auf die Swiss entfallen 115 Mio CHF.

Bis Ende 2014 Betriebsgewinn von 420 Mio Franken erwartet
Dafür habe die Schweizer Fluggesellschaft 128 Massnahmen beschlossen wie beispielsweise eine neue Software zum Benzinsparen. Im vergangenen Jahr habe man bereits Verbesserungen von 50 Mio. Fr. erreicht, sagte Klaus. Und weitere 50 Mio CHF dürften in diesem Jahr erreicht werden. Bis Ende 2014 wolle man wieder einen Betriebsgewinn von rund 420 Mio CHF erzielen.

http://youtu.be/HtlOGzw6UHE

Swiss entscheidet sich für Boeing
Die grossen Effizienzsteigerungen würden aber erst die neuen Flugzeuge bringen. Ende nächsten Jahres werden die neuen Bombardier C-Series erwartet, die die veralteten Jumbolinos im Europaverkehr ablösen sollen.

Und ab 2016 will die Swiss auf der Langstrecke sechs Boeing 777 in Betrieb nehmen und damit die Airbus A340 Maschinen ersetzen. Die neuen B777 würden knapp ein Viertel weniger Flugbenzin pro Passagier verbrauchen als die bisherigen Airbus-Flugzeuge, sagte Hohmeister. Die neuen Boeings kosteten 1,5 Mrd CHF. Insgesamt werde die Swiss im Zeitraum von 2009 bis 2018 rund 5,5 Mrd CHF in die Erneuerung der Flotte investieren.

200 zusätzliche Stellen
In der Zwischenzeit geht die Expansion weiter. Im Mai werde die neue Langstrecke nach Singapur eröffnet. Damit alleine werden 150 Arbeitsplätze in Cockpit und Kabine geschaffen. Insgesamt werde die Swiss im laufenden Jahr 200 zusätzliche Stellen schaffen, sagte Hohmeister der sda. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie die Zahl der Vollzeitstellen um rund 460 auf 6’790 erhöht. (awp/mc/ps)

 

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