Valora kehrt im dritten Quartal in die Gewinnzone zurück

Valora kehrt im dritten Quartal in die Gewinnzone zurück
Valora Kiosk (Foto: Valora)

Muttenz – Der Detailhändler Valora hat ermutigende Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Dank einer Umsatzerholung und Mietnachlässen kehrte der Detailhändler wieder in die Gewinnzone zurück. Der Weg zum Vorkrisenniveau wird sich aber noch länger hinziehen.

Im dritten Quartal ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent zurück, nach einem Minus von 18 Prozent zum Halbjahr. Seit der schrittweisen Aufhebung des coronabedingten Lockdowns ab Ende April 2020 habe sich der Umsatz kontinuierlich positiv entwickelt, teilte Valora am Montag mit. Weiterhin stärker litt im dritten Jahresviertel der Food-Bereich, zu dem unter anderem die Filialen von Brezelkönig oder Backwerk gehören. Demgegenüber hielt sich der Bereich Retail mit dem Zeitungs- und Tabakgeschäft etwas besser.

EBIT von 10 bis 15 Millionen erwartet
An der Telefonkonferenz räumte CEO Michael Mueller allerdings ein, dass die Erholung gegen Ende Oktober an Schwung eingebüsst habe. „Wir sehen in unseren Hauptmärkten Schweiz und Deutschland derzeit wieder eine Abschwächung“, so der Valora-Chef.

Trotz der anhaltend hohen Fallzahlen und der behördlichen Eindämmungsmassnahmen soll im Gesamtjahr ein operativer Gewinn von 10 bis 15 Millionen Franken resultieren. Nach neun Monaten resultierte ein Betriebsgewinn von 6,6 Millionen, nachdem zum Halbjahr noch ein Verlust ausgewisesen worden war. Neben Umsatzerholung und Kostensenkungen war auch die Verbuchung von Mieterlässen für den Umschwung verantwortlich.

Weiter Weg zum Vorkrisenniveau
Die Krise wird Valora gemäss der Erwartung des Managements auch im kommenden Jahr weiter begleiten. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau von 2019 dürften die Umsätze auch 2021 um 10 bis 15 Prozent tiefer ausfallen. Der Betriebsgewinn soll gegenüber 2020 aber „signifikant“ verbessert werden, wobei sich das Ausmass dieser Verbesserung derzeit noch nicht genau beziffern lasse, so Mueller. Der EBIT von rund 92 Millionen aus dem Jahr 2019 liege aber wohl ausser Reichweite.

Auf mittlere Sicht zeigt sich der Valora-Chef überzeugt, gestärkt aus der Krise hervorzukommen. Die erwarteten Ausfälle wegen dem allgemeinen Trend zum Homeoffice sollen anderwertig kompensiert werden. Hoffnung setzt das Unternehmen dabei nicht zuletzt in die laufenden Pilotversuche zu „Home-Delivery“ sowie zu automatisierten Läden.

Weiter kündigte das Unternehmen an, alle Optionen zur „Stärkung der finanziellen Flexibilität“ zu prüfen. Auch eine Erhöhung des Aktienkapitals sei dabei nicht ausgeschlossen, sagte Mueller. Ziel sei es, das Unternehmen vor den anhaltenden Unsicherheiten zu schützen und auch die sich im aktuellen Umfeld bietenden Möglichkeiten zu nutzen.

Aktien gesucht
Die Valora-Aktien reagierten mit einem Kurssprung auf die heutigen Zahlen. Bis Börsenschluss zogen die Papiere um 9,9 Prozent auf 151,40 Franken an. Auf Jahressicht liegen die Titel damit allerdings immer noch mehr als 40 Prozent im Minus.

Insgesamt habe sich das Unternehmen als „recht widerstandsfähig“ erwiesen, heisst es in einem Kommentar der ZKB. Trotz der anhaltend hohen Unsicherheit sieht der zuständige Experte beim aktuellen Kurs denn auch noch Aufholpotenzial. (awp/mc/pg)

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