Valora steigert Gewinn im ersten Halbjahr

Michael Mueller
Valora-CEO Michael Mueller. (Foto: Valora)

Muttenz – Der Detailhändler Valora hat im ersten Semester 2019 bei einem gehaltenen Umsatz deutlich mehr verdient. Für die Zukunft sieht sich der Kioskbetreiber gerüstet.

Erstmals rapportierte Valora nach dem Rechnungslegungs-Standard IFRS-16. Entsprechend wurden die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr angepasst. Der Aussenumsatz lag mit 1’324 Millionen Franken wie auch der Nettoumsatz mit 1’005 Millionen praktisch auf Vorjahresniveau.

Höhere Food-Umsätze wirken sich positiv aus
Dabei habe sich das Food-Geschäfts weiterhin stark entwickelt und zu einem verbesserten Produkte-Mix beigetragen, teilte Valora am Freitag mit. Vor allem dank dieses vorteilhafteren Produktemix sei der Bruttogewinn um 1,4 Prozent auf 451 Millionen Franken gestiegen.

Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 8,6 Prozent auf 42,8 Millionen Franken und die entsprechende Marge lag 0,3 Prozentpunkte höher bei 4,3 Prozent.

Unter dem Strich resultierte mit 27,4 Millionen gar ein 46 Prozent höherer Reingewinn. Der Anstieg sei der positiven EBIT-Entwicklung und tieferen Finanzierungskosten zuzuschreiben, hiess es. Zudem hatte Valora im Jahr zuvor auf nicht fortgeführte Geschäfte eine Wertberichtigung getätigt.

Wichtige strategische Ziele erreicht
Valora-Chef Michael Mueller zeigte sich denn auch zufrieden mit den Ergebnissen. „Die Zahlen untermauern, dass wir gut unterwegs sind“, sagt er im Gespräch gegenüber AWP. „Zudem haben wir in der ersten Jahreshälfte strategische wichtige Ziele erreicht.“

So erhielt Valora im April den Zuschlag für alle 262 von der SBB ausgeschriebenen Kiosk- und Convenience-Standorte. Dass es dabei zu höheren Mieten kommt sieht Mueller gelassen. Dies habe mit dem intensivierten Wettbewerb zu tun, so der CEO. Vor allem aber seien die Standorte dank gestiegener Passagierströme auch attraktiver geworden.

Auch für die am Hauptbahnhof in Zürich gestarteten Geschäfte ohne Ladenkasse zieht Mueller eine positive Bilanz. Bei der Kundenfreundlichkeit gebe es zwar noch Verbesserungspotenzial, räumt er ein. Bei der technischen Umsetzung sehe er aber keine Probleme. „Das Wichtigste ist die Akzeptanz der Kunden“. Und hier sei er mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden.

Mit Blick in die Zukunft will Valora nun die Modernisierung der gewonnen Standorte an den SBB-Bahnhöfen vorantreiben. Zudem soll der Food-Anteil im Produkte-Mix weiter erhöht werden. Auch sei die laufende Kapazitätserweiterung der Laugenbackwaren-Produktion in den USA und in Deutschland weit fortgeschritten und werde voraussichtlich 2019 bzw. Anfangs 2020 umgesetzt sein.

Für die Zukunft gerüstet
Gleichzeitig bestätigte Finanzchef Tobias Knechtle gegenüber AWP die am Investoren Tag gemachte neue Guidance. Die gesenkte EBIT-Guidance für 2019 auf rund 90 von rund 100 Millionen Franken sieht der CFO dabei alles andere als dramatisch. Die Differenz von 10 Millionen lasse sich im Zusammenhang mit dem Zuschlag der SBB erklären.

Und cashwirksam seien dabei nur 2 Millionen aufgrund von Laden-Renovierungen, so der CFO. 4 Millionen fielen als Impairment an, da Valora die Läden früher als geplant renoviere. Und die restlichen 6 Millionen seien ein buchhalterischer IFRS-16-Effekt.

Ab 2021 sollen die Gewinne dann wieder deutlich steigen. Gemäss den bereits kommunizierten neuen Zielen bis 2025 soll der Aussenumsatz pro Jahr um 2-3 Prozent zunehmen und gleichzeitig die Bruttogewinn-Marge um durchschnittlich 0,5 Prozentpunkte und die EBIT-Marge um 0,2 Prozentpunkte steigen.

Unter dem Strich wird ab 2022 eine Steigerung des Gewinns je Aktie von jährlich 7 Prozent in Aussicht gestellt. Keine Abstriche soll bis dahin bei der Ausschüttung gemacht werden: Die Dividende von 12,50 Franken je Aktie sei gesichert, bekräftigte CEO Mueller gegenüber AWP. (awp/mc/pg)

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