Verivox: Krankenkassen-Prämien 2018 steigen 3 bis 4%

Krankenkasse
(Foto: 18percentgrey - Fotolia.com)

Zürich – Die Krankenkassenprämien dürften im kommenden Jahr um 3 bis 4 Prozent steigen. Versicherte mit hohen Franchisen und den Spitalversicherungen «Halbprivat» oder «Privat» müssen mit massiv höheren Aufschlägen rechnen. Zu diesem Resultat kommt das Konsumenten-Portal Verivox, die zusammen mit den Versicherungs-Experten von Global Sana bei den Krankenkassen nachgefragt haben, wie sich die Prämien verändern.

In den letzten Jahren sind die Prämien der Grundversicherung jeweils im Durchschnitt um rund 4 Prozent gestiegen. Dass im kommenden Jahr ein tendenziell schwächerer Anstieg erwartet wird, liegt am Beschluss des Bundesrats, in Zukunft gewisse ärztliche Leistungen tiefer zu entlöhnen. Ohne diese Änderung würden die Prämien vermutlich um 4 bis 5 Prozent steigen. Diesen Berechnungen liegen die Informationen von Krankenkassen zugrunde, die zusammen über 50 Prozent der Schweizer versichern.

Regionale Unterschiede: Aufschläge in St.Gallen und Graubünden
Die Befragung der Krankenkassen zeigt, dass es zu enormen regionalen Unterschieden bei den Prämienaufschlägen kommen wird. So dürften sich die Kunden einiger Versicherungen im Kanton Schwyz über geringe Prämien-Erhöhungen oder sogar -Senkungen freuen, während die Einwohner von St.Gallen und Graubünden Aufschläge bis 10 Prozent in Kauf nehmen müssen. «Versicherte, die ein alternatives Modell gewählt oder sich für eine Wahlfranchise entschieden haben, müssen ebenfalls mit stärkeren Prämienaufschlägen rechnen», sagt Christoph Biveroni .

Altersrisiko Zusatzversicherung
Die Mehrheit der Schweizer hat eine Zusatzversicherung. Während der Spitalzusatz «Allgemeine Abteilung ganze Schweiz» im kommenden Jahr eher günstiger wird, rechnen einige der befragten Krankenkassen mit massiven Aufschlägen bei den Leistungen «Halbprivat» und «Privat». In der Alterskategorie ab 60 Jahren müssen die Versicherten sogar mit Erhöhungen von bis zu 20 Prozent rechnen. Die Leistungen für ambulante Zusatzversicherungen, insbesondere Komplementärmedizin, bleiben voraussichtlich unverändert.

Während die jährlichen Prämienerhöhungen in der Grundversicherung jedes Jahr thematisiert werden, geht eine Folge der steigenden Prämien in der Zusatzversicherung unter. Oftmals zahlen die Versicherten über Jahrzehnte für zusätzliche Leistungen, ohne diese zu beanspruchen. Wenn sie dann in ein Alter kommen, indem sie davon profitieren würden, können sie sich die Prämien nicht mehr leisten. «Je älter die Versicherten, desto teurer die Prämien. Rutscht eine Person in eine neue Alterskategorie, wird die Zusatzversicherung für viele schlichtweg unbezahlbar und sie müssen diese aufgeben», erklärt Daniel Neumann, Geschäftsführer von Global Sana. (mc/pg)

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