Vertrauliches Gutachten zu Mühleberg publik gemacht

Atomkraftwerk Mühleberg

AKW Mühleberg vor den Toren Berns.

Bern – Nachdem das Bundesverwaltungsgericht diese Woche eine Strafandrohung aufgehoben hatte, haben AKW-Gegner ein bisher geheimes Gutachten zum Kernkraftwerk Mühleberg publik gemacht. Die AKW-Gegner hatte sich das Recht auf Einsicht in das unter Verschluss gehaltene Dokument auf dem Rechtsweg erstritten. Allerdings mit der Auflage unter Strafandrohung, es nicht zu veröffentlichen.

Zumindest indirekt wurden die Kernpunkte des geheimen Dokuments aber dann doch rasch publik. Medien berichteten nämlich über ein Gesuch der AKW-Gegner, in dem diese aus dem geheimen Gutachten zitierten. Das Bundesverwaltungsgericht kam am Mittwoch in einem Zwischenentscheid zum Schluss, die Strafandrohung sei aufzuheben.

TÜV-Gutachten inzwischen online
Inzwischen ist das vertrauliche Dokument auf der Homepage www.muehleberg-ver-fahren.ch aufgeschaltet, wie die AKW-Gegner am Freitag mitteilten. Bei dem Dokument handelt es sich um ein Gutachten des deutschen TÜV Nord zu den Kernmantelrissen im AKW Mühleberg. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI – damals noch HSK – hatte es 2006 in Auftrag gegeben.

Zweifel an Zugankerkonstruktion
In der Hauptsache kommt das Gutachten zum Schluss, dass die Stabilität der umstrittenen Zugankerkonstruktion „im Betrieb und bei Störfällen nicht uneingeschränkt vorausgesetzt werden kann“. Es sei „das Versagen eines oder mehrerer Zuganker nicht auszuschliessen“. Mit den Zugankern werden Risse im Kernmantel gesichert. (awp/mc/ps)

BKW

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