Vifor Pharma hat Corona-Effekt noch nicht ganz abgeschüttelt

Vifor Pharma
(Foto: Vifor Pharma)

St. Gallen – Das Pharmaunternehmen Vifor Pharma hat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auch im ersten Semester 2021 noch nicht komplett abschütteln können. Gerade das erste Quartal habe noch ganz unter dem Einfluss der Lockdown-Massnahmen gestanden. Doch mit den Lockerungen ab dem zweiten Quartal seien die Geschäfte punktuell gar über das Vor-Corona-Niveau gestiegen, sagte etwa Finanzchef Colin Bond im Gespräch mit AWP.

Für die ersten sechs Monate hat Vifor einen Umsatz von 859,3 Millionen Franken ausgewiesen, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen wäre es ein Plus von 5 Prozent gewesen, wie Vifor am Donnerstag mitteilte.

Das Eisenpräparat Ferinject/Injectafer habe von dem sich langsam normalisierenden Patientenverhalten profitiert und eine entsprechende Belebung der Umsätze ab dem Frühjahr gesehen, erklärte Bond. Hier kletterten die Umsätze in den ersten sechs Monaten um 22,4 Prozent auf 320,5 Millionen Franken. Auch für das Gesamtjahr zeigt sich der Finanzchef optimistisch, dass das Präparat dieses Wachstumstempo beibehalten könne.

Dagegen blieb die Umsatzentwicklung des Hoffnungsträgers Veltassa eher verhalten. Den Nettoumsatz mit dem Kaliumbinder beziffert Vifor auf 54,8 Millionen Franken, was einem Minus von 8,1 Prozent entspricht. Die Performance sei in erster Linie durch Hürden beim Marktzugang und bei der Kostenerstattung sowie durch ein geringer als erwartet ausgefallenes Marktwachstum im Bereich der chronischen Erkrankungen beeinträchtigt worden, hiess es dazu in der Mitteilung am Morgen.

Spätfolgen der Covid-19-Pandemie
Eher gemischt verlief auch die Geschäftsentwicklung mit den Therapien zur Behandlung von Nierenerkrankungen. Gerade in der Dialyse habe die Covid-19-Pandemie zu einer erhöhten Sterblichkeit geführt, erklärte Bond. «Der genaue Einfluss muss noch analysiert werden.»

Der EBITDA wird mit 281,0 Millionen Franken (+0,2%) beziffert. Unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Minderheiten von 124,4 Millionen Franken übrig nach 67,9 Millionen im Vorjahr. Der deutliche Anstieg beim Nettogewinn sei durch tiefere Abschreibungen und Wertminderungen sowie ein starkes Nettofinanzergebnis gestützt worden.

Finanzielle und strategische Ziele erreichbar
Für das laufende Geschäftsjahr 2021 bestätigt das Unternehmen seine bisherige Prognose. So wird ein Umsatzwachstum im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich angestrebt. Der EBITDA soll im hohen einstelligen Prozentbereich steigen.

Dass Vifor den Ausblick nicht angehoben habe – wie von einigen Marktteilnehmern erhofft – begründete der Finanzchef mit Unsicherheiten, die es nach der Coronakrise immer noch gebe. An der Börse gab die Aktie deswegen aber markant nach. Am Ende resultierte ein Minus von knapp 4 Prozent.

Auch was die strategischen Ziele betreffe, die Produktpipeline mit mindestens zwei Einlizenzierungen, Produktübernahmen oder Unternehmenstransaktionen zu stärken, sei Vifor auf gutem Wege, unterstrich Bond. «Solche Verhandlungen sind meist sehr umfangreich und man muss mehrere gleichzeitig führen, um einen Abschluss zu erzielen.» Aber letztlich habe man dieses Ziel auch im vergangenen Jahr erreicht. Die Vereinbarungen wurden seinerzeit im Verlauf des vierten Quartals geschlossen. (awp/mc/ps)

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