VP Bank – Spotanalyse: Die Schweizer Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal

Bernd Hartmann

Bernd Hartmann, Leiter Investment Research der VP Bank.

Vaduz – Die Wirtschaftsleistung in der Schweiz hat im zweiten Quartal um 0.1% abgenommen. Die deutliche Wachstumsverlangsamung kommt jedoch wenig überraschend, sondern bestätigt die schwachen Vorgaben des Einkaufsmanagerindex in den vergangenen Monaten.

Der private Konsum bildet nach wie vor eine wichtigste Stütze für das Wirtschaftswachstum. Allerdings hat sich das Konsumwachstum bereits deutlich verlangsamt. Die abnehmende Arbeitsplatzsicherheit hinterlässt bereits erste Spuren im Konsumentenvertrauen.

Solide Konsumnachfrage
Der unsichere Wirtschaftsausblick sorgte auch im zweiten Quartal für eine zurückhaltende Investitionstätigkeit. Daran dürfte sich angesichts der globalen Konjunkturverlangsamung vorerst auch nichts ändern. Das Baugewerbe scheint nach einem schwachen ersten Quartal jedoch wieder deutlicher zum Wachstum beigetragen zu haben. Wichtige Wachstumsimpulse aus dem Aussenhandel bleiben angesichts der schwachen Nachfrage aus dem Euroraum weiter aus, zumal der starke Franken die Importe weiter leicht steigen lässt. Die Schweizer Wirtschaft konnte den schwierigen Rahmenbedingungen inmitten der Eurozone lange erfolgreich trotzen. Die leichte Kontraktion im zweiten Quartal macht jedoch deutlich, dass sich die Schweizer Wirtschaft nicht komplett abkoppeln kann. Zu gross sind die Verflechtungen innerhalb Europas. Die grösste Gefahr droht weiterhin aus der Eurozone. Eine weitere Konjunkturverlangsamung, insbesondere in Deutschland, würde die Schweizer Wirtschaft weiter schwächen. Bislang sieht es jedoch danach aus, dass die Schweiz dank einer stets soliden Konsumnachfrage mit einem blauen Auge davon kommen wird. (VP Bank/mc/ps)

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