Wohnungssuche: Wer suchet, der findet – nach 5 Monaten

Miete
(Foto: eccolo - Fotolia.com)

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Zürich – Fünf Monate ist man in der Schweiz im Durchschnitt auf Wohnungssuche. Fast jeder Dritte zahlt für den Mietzins mehr als ein Viertel seines Monatseinkommens, wie eine Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch ergab. Trotzdem und trotz mancher Abstriche fühlen sich die meisten in ihren neuen vier Wänden glücklich. Es zeigt sich ausserdem: Wer in der Stadt eine Wohnung sucht, besichtigt bis zum Zuschlag mehr Wohnungen als Suchende in der Agglomeration oder auf dem Land.  

Die Suche nach einem neuen Zuhause strapaziert nicht selten Nerven und Zeit: Im Schnitt dauert die Wohnungssuche in der Schweiz fünf Monate. Dabei besichtigen die Befragten 9 Wohnungen, bei 5 bewerben sie sich. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Online-Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch. Befragt wurden rund 2000 Wohnungssuchende, die in den Jahren 2012 und 2013 mit einem Suchabo intensiv bei comparis.ch nach einer Wohnung oder einem Haus suchten. Von den Befragten haben 70 Prozent ein neues Zuhause gefunden.

Stadt-Land-Gefälle bei Zahl der Besichtigungen und Bewerbungen
Die Intensität der Suche und die Häufigkeit der Besichtigungen und Bewerbungen unterscheiden sich signifikant nach Region. Wer in einer Stadt eine Wohnung sucht, schaut sich deutlich mehr Wohnungen an als jemand in der Agglomeration oder auf dem Land. In der Stadt werden im Durchschnitt 10 Wohnungen besichtigt, in der Agglo sind es 8 Wohnungen und auf dem Land noch 5. Auch bei der Anzahl der Bewerbungen zeigen sich grosse Unterschiede: 6 sind es in der Stadt, 4 in der Agglomeration und 3 in einer ländlichen Wohngegend. «In den Städten werden am häufigsten Wohnungen gesucht und der Aufwand, eine zu finden, ist am grössten», fasst Felix Schneuwly, Mediensprecher von comparis.ch die Resultate zusammen. «Tendenziell zeigt sich, dass die Anzahl besichtigter Wohnungen oder Häuser in Zürich und Lausanne am höchsten ist.»

Aus welchen Gründen suchen Schweizer trotz des notwendigen Aufwands nach einer neuen  
Bleibe? Mit 33 Prozent am häufigsten angegeben wurden private Gründe wie Familienzuwachs, das Alter oder Nachbarn. Für 29 Prozent der Befragten gaben Mängel oder der Preis den Aus-schlag, sich auf Wohnungssuche zu begeben. 16 Prozent nannten berufliche Gründe, zum Beispiel einen Wechsel des Arbeitsortes.

Kompromisse: Starker Lärm und fehlender Weinkeller
Auch nach langer Suche: Mehr als die Hälfte der Befragten sieht in ihrem neuen Zuhause nicht alle Punkte der persönlichen Wunschliste erfüllt. 55 Prozent mussten demnach Kompromisse eingehen: 33 Prozent bezahlen eine höhere Miete als geplant. 23 Prozent verfügen über weniger Wohnfläche als gewünscht. Weitere Punkte, bei denen die Befragten in der neuen Wohnung Abstriche hinnahmen: Verkehrslärm, kein Balkon, kein Geschirrspüler oder kein Weinkeller.

Ein Drittel zahlt zu hohe Mieten Die Faustregel besagt, dass maximal ein Viertel des Netto-Haushaltseinkommens für die Wohnungsmiete ausgegeben werden sollte. An diese Faustregel halten sich 35 Prozent der Umfrageteilnehmer, 28 Prozent geben sogar weniger als ein Viertel des Einkommens für den Mietzins aus, 31 Prozent bezahlen für die Miete mehr als ein Viertel des Haushaltseinkommens.

Die Höhe der monatlichen Wohnungsmiete inklusive Nebenkosten wird von einem knappen Drittel der Befragten als echte Belastung ihres Haushaltsbudgets eingestuft. Um die Finanzierung zu stemmen, schränken sie sich bei anderen Ausgaben ein. Die Befragten nannten hauptsächlich zwei Sparmassnahmen, um die hohe Miete zu kompensieren: 31 Prozent der Nennungen beziehen sich auf  Restaurantbesuche und den Ausgang, 27 Prozent auf die Ferien.

Auch wenn die Ferien wegen der Mietbelastung weniger lang oder günstiger sind oder ganz weg-fallen: «95 Prozent aller Befragten sind gemäss unserer Umfrage glücklich in ihrem neuen Zuhause, trotz Kompromissen und finanziellen Einschränkungen. Da können Ferien auf Balkonien auch schön sein», kommentiert Comparis-Sprecher Schneuwly.

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