Xstrata verschiebt Entscheid über Fusion mit Glencore um zwei Monate

Mick Davis

Xstrata-CEO Mick Davis.

Zug – Der Bergbaukonzern Xstrata hat sich zwei Monate Zeit für weitere Verhandlungen über die geplante milliardenschwere Übernahme durch den Rohstoffhändler Glencore verschafft. Das Unternehmen setzte als neuen Termin für die Generalversammlung den 7. September fest, wie es am Mittwoch in Zug mitteilte. Dann sollen die Aktionäre über das Geschäft entscheiden. Glencore und Xstrata hoffen den Angaben zufolge weiter, den Zusammenschluss noch in diesem Jahr abschliessen zu können.

Ursprünglich wollte Xstrata die Aktionäre bereits an diesem Donnerstag abstimmen lassen. Das Unternehmen verschob die Generalversammlung aber in der vergangenen Woche, weil eine Zustimmung der Aktionäre nicht sicher ist. Der Staatsfonds von Katar fordert als Xstrata-Grossaktionär mehr Geld. Katar ist der bislang von Glencore gebotene Aufschlag von 15% auf den Aktienkurs zu wenig. Unzufriedenheit herrscht bei mehreren Aktionären auch über den Vergütungsplan fürs Management. Xstrata hat nun Änderungen vorgenommen. Die zu zahlenden Retention Awards an die Geschäftsleitung von Xstrata sollen nicht wie zuvor vorgesehene bar bezahlt werden sondern vollumfänglich in Aktien.

Anteil der skeptischen Aktionäre bereits nahe bei 16,48%
Seit Bekanntwerden des Übernahmeangebots im Februar hatte das Emirat seinen Anteil an Xstrata für rund 4 Mrd USD kräftig auf rund 11% aufgestockt. Auch die Vermögensverwalter Standard Life, Schroders und Knight Vinke fordern mehr Geld. Damit ist der Anteil der skeptischen Aktionäre bereits nahe an der Schwelle von 16,48%, ab der die Übernahme blockiert werden könnte. Glencore selbst hält bereits 34% der Xstrata-Aktien, darf aber nach britischem Recht bei der Übernahme nicht mitstimmen.

«Zusammenschluss unter Gleichen»
Der Xstrata-Vorstand hatte seinen Aktionären die Annahme des Glencore-Angebots empfohlen. Durch den «Zusammenschluss unter Gleichen» soll eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast 210 Mrd USD entstehen. Gemeinsam würden Glencore und der britisch-schweizerische Konzern Xstrata die gesamte Kette der Wertschöpfung von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Bodenschätzen unter einem Dach vereinen und damit über eine entsprechende Marktmacht verfügen.

Grünes Licht aus Australien
Einen Fortschritt konnten die Konzerne zumindest bei den Gesprächen mit den Wettbewerbsbehörden melden. Das australische Kartellamt hat inzwischen grünes Licht gegeben. Mitsprechen dürfen bei dem Deal Wettbewerbshüter in allen für die Unternehmen wichtigen Märkte. Die Prüfung der Europäischen Kommission dauere ebenso wie die in China und Südafrika an, erklärte Xstrata. (awp/mc/ps)

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