Ypsomed steigert Umsatz und Gewinn markant

Simon Michel
Ypsomed-CEO Simon Michel. (Foto: Ypsomed)

Ypsomed-CEO Simon Michel. (Foto: Ypsomed)

Burgdorf – Der Medizinaltechnikkonzern Ypsomed ist im per Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2014/15 sehr profitabel gewachsen. Die Aktionäre sollen am Erfolg in Form einer verdoppelten Dividende beteiligt werden. Für das laufende Jahr wird weiteres Wachstum in Aussicht gestellt.

Der Umsatz stieg um 11% auf 306,6 Mio CHF. Da Ypsomed ein „verschobenes“ Geschäftsjahr hat, das von Anfang April bis Ende März läuft, wurden die Zahlen bereits von der Aufhebung des Euro-Mindestkurses beeinflusst. „Das hat unseren Umsatz mit 4,6 Mio CHF und den EBIT mit 1,7 Mio CHF belastet“, erklärte Verwaltungsratspräsident Willy Michel am Donnerstag vor den Medien.

Gewachsen ist Ypsomed in allen Segmenten. Bei Delivery Devices, worunter Ypsomed die hergestellten Produktgruppen Pen-Systeme, Pen-Nadeln und Infusionssets zusammenfasst, resultierte ein Plus von 6,9% auf 151,7 Mio CHF. Als einen wichtigen Faktor streicht Ypsomed in einer Mitteilung vom Donnerstag das „starke“ Marktwachstum für Glucagon-like-Peptide-1 (GLP-1) hervor. Positiv ins Gewicht sind zudem die ersten Umsätze der Einweg-Pen-Plattform „UnoPen“ für den russischen Pharmapartner Pharmstandard gefallen.

Das zweite wichtige Segment Diabetes Direct Business – es umfasst das Direkthandelsgeschäft mit Diabetesartikeln – generierte im Berichtsjahr einen Umsatz von 137,7 Mio CHF, was einer Steigerung um 16% entspricht. Zugpferd war erneut die schlauchlose Insulin Patch-Pumpe „mylife OmniPod“ mit einem Umsatzplus von 50%. Aber auch das Geschäft mit Blutzuckermessgeräten nahm um 8,5% zu – dies bei einem globalen Nullwachstum.

Profitabilität verbessert – Dividende verdoppelt
Eine deutliche Verbesserung zeigt sich auch beim operativen Ergebnis: Bei Delivery Devices nahm der EBIT um knapp die Hälfte auf 13,4 Mio CHF zu und im Diabetes Direct Business hat er sich auf 13,0 Mio etwas mehr als verdoppelt. Insgesamt resultiert für die Gruppe ein um über 80% höherer EBIT von 28,5 Mio und die entsprechende Marge verbesserte sich auf 9,3% von 5,7% im Vorjahr.

Der Reingewinn legte mit 19,4 Mio CHF (+43%) nicht ganz so stark zu aufgrund von Währungsverlusten und einer Wertberichtigung auf der Beteiligung am taiwanesischen Blutzuckermessgerätehersteller Bionime. Die Aktionäre sollen am Erfolg in Form einer auf 0,60 CHF je Aktie verdoppelten Dividende beteiligt werden.

Weiteres Wachstum erwartet
Für das neue Geschäftsjahr 2015/16 stellt das Management je nach Währungsverlauf ein Umsatzwachstum von rund 10% und ein Betriebsergebnis (EBIT) von rund 35 Mio CHF in Aussicht. Die Analysten von Vontobel und ZKB hatten mit einer EBIT-Guidance von 34 Mio bzw. 38 Mio CHF gerechnet. Entsprechend stuft die ZKB den Ausblick als „belastend“ ein.

Gebremst wird das Wachstum erneut vom Währungseffekt. Bei einem konstanten Wechselkurs von 1,20 CHF zum Euro würden beim Umsatz rund 360 Mio CHF und beim EBIT 43 Mio CHF resultieren, rechnete CEO Simon Michel, Sohn von VRP Willy Michel, vor. Erreicht werden dürften laut aktueller Guidance aber „lediglich“ 337 Mio CHF beim Umsatz (bzw. ein Plus von 10%) und 35 Mio beim EBIT (+22%).

Man versuche sicherzustellen, dass Kosten und Umsätze wenn immer möglich in derselben Währung anfallen, wie es hiess. Das gelingt allerdings nicht ganz: Den Umsatz des laufenden Jahres werde Ypsomed zu einem Viertel in Schweizer Franken und fast einem Drittel in Euro generieren, wie Simon Michel prognostizierte. Die Kosten dagegen werden zu je rund 40% in Franken und Euro anfallen und der Rest in anderen Währungen.

An der Börse werden die News goutiert: Die Ypsomed-Aktien steigen bei verhältnismässig hohem Volumen bis nach 13 Uhr um 2,1% und legen damit stärker zu als der Gesamtmarkt. (awp/mc/upd/ps)

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