Ypsomed verdient im Halbjahr nach „Omnipod“-Wegfall weniger

Ypsomed verdient im Halbjahr nach „Omnipod“-Wegfall weniger
Ypsomed-CEO Simon Michel

Burgdorf – Ypsomed hat im ersten Halbjahr 2019/2020 weniger Umsatz erzielt und auch weniger verdient. Seit Sommer 2018 vertreibt der Medizinaltechniker aus Burgdorf für die US-Firma Insulet keine Insulinpumpen mehr. Stattdessen setzt er auf die selbst entwickelte „Ypsopump“ und neue Injektionssysteme.

Im ersten Halbjahr, entsprechend den Monaten April bis September, fiel der Umsatz um gut ein Viertel auf 190,6 Millionen Franken, wie die Gruppe am Dienstag mitteilte. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach auf 9,0 von zuvor 68,4 Millionen und der Gewinn auf 7,6 von 56,1 Millionen ein.

Die aktuellen Zahlen sind mit jenen aus dem Vorjahr kaum vergleichbar und der Rückgang kam nicht überraschend. Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit leicht höheren Werten und einem Umsatz in Höhe von 191,2 Millionen Franken, einem EBIT von 10,7 Millionen und einem Gewinn von 9,0 Millionen gerechnet.

Die Zeichen bei Ypsomed stehen auf Umbruch: Mit Insulet konnte man sich nicht auf eine neuen Vertrag einigen und so stellte Ypsomed den Vertrieb der schlauchlosen Insulin-Patch-Pumpe „Omnipod“ an Diabetes-Patienten in Europa ein. Insulet bezahlte in der Folge als Kompensation für den Aufbau der Vertriebsstruktur knapp 50 Millionen Franken an Ypsomed. Dieses Geld war aber in die letztjährige Rechnung geflossen.

Temporäre Delle
Ypsomed spricht mit Blick auf 2019/20 von einem Übergangsjahr. Den „Omnipod“-Effekt ausgeklammert wäre die Gruppe in der Berichtsperiode im weitergeführten Geschäft mit 21 Prozent gewachsen. Und auch der Betriebsgewinn wäre auf vergleichbarer Basis angestiegen.

Gut entwickelt habe sich das Geschäft mit den kugelschreiberartigen Pen-Systemen zur Verabreichung von Medikamenten, dies dank mehr Umsatz und einer verbesserten Produktionsauslastung, hiess es. Hinzu kämen höhere Einnahmen aus dem Projektgeschäft sowie Lizenzerträge für Patente bei den Injektionssystemen.

Im Gegenzug kostet die Lancierung der „Ypsopump“ Geld und belastete das Ergebnis der Gruppe mit 20,8 Millionen Franken. Der Grund dafür seien die Weiterführung des früher für den „Omnipod“ eingesetzten Vertriebsnetzes sowie der Aufbau neuer Ländergesellschaften. Dabei habe sich der Start in Kanada verzögert, so die Mitteilung.

Im Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr 2019/20 senkt Ypsomed den Ausblick. Neu rechnet die Gruppe mit einem Umsatz von 400 Millionen Franken, nachdem man bisher mit 415 Millionen gerechnet hatte. Auch die Erwartungen an den EBIT wurden revidiert und zwar in den Bereich von 21 bis 25 Millionen (zuvor 25-30 Mio). Im Jahr 2018/19 hatte Ypsomed mit den „Omnipod“-Einnahmen noch einen Umsatz 454 Millionen und einen EBIT von 73,3 Millionen erreicht. (awp/mc/ps)

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