Ypsomed wächst im Halbjahr profitabel

Simon Michel
Ypsomed-CEO Simon Michel. (Foto: Ypsomed)

Ypsomed-CEO Simon Michel. (Foto: Ypsomed)

Burgdorf – Ypsomed ist ersten Halbjahr 2015/16 profitabel gewachsen. Dabei hat das Medizinaltechnikunternehmen in beiden Segmenten zugelegt. Die Guidance für das laufende Geschäftsjahr wurde ausserdem erhöht.

Der Umsatz stieg in der Periode von April bis September um 6,3% auf 157,8 Mio CHF, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das Betriebsergebnis EBIT hat insgesamt um etwa die Hälfte auf 19,4 Mio CHF zugelegt, womit sich eine deutliche Margensteigerung auf 12,3% von 8,7% ergibt. Der Reingewinn kletterte gar um zwei Drittel auf 15,2 Mio CHF. Damit wurden die Schätzungen der Bank Vontobel und der Zürcher Kantonalbank beim Umsatz zwar verfehlt, bei den Gewinnzahlen aber deutlich übertroffen.

Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit wurde auf 34,4 Mio CHF gesteigert, womit die Investitionen von rund 16 Mio CHF aus der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert werden konnten. Davon entfielen rund 11 Mio CHF auf Investitionen in Sachanlagen, namentlich in weitere Ausbauten bzw. Anpassungen der Produktionsinfrastruktur sowie in Spritzgusswerkzeuge.

Starke Entwicklung in Delivery Devices
Im Segment Delivery Devices, worunter Ypsomed die hergestellten Produktgruppen Pen-Systeme, Pen-Nadeln und Infusionssets zusammenfasst, stieg der Umsatz um 7,9% auf 78,6 Mio. Mit einer Zunahme um 10 Mio CHF sei das grösste Wachstum mit Pen-Systemen erzielt worden, heisst es. Dabei sei die Produktion der GLP-1 Pens schrittweise weiter hochgefahren worden; aber auch andere Produkten hätten sich positiv entwickelt.

Auf der anderen Seite sei bei der Herstellung von Pen-Komponenten für den Grosskunden Sanofi die Produktion gegenüber der Vorjahresperiode auf einem leicht tieferen Niveau gehalten worden, was den Umsatz in diesem Bereich um rund 5 Mio CHF geschmälert habe. Im Bereich Pen-Nadeln sei weiteres Mengenwachstum erfolgt, dessen Effekt jedoch durch Währungseffekte neutralisiert worden sei. Beim EBIT resultiert für das Segment u.a. aufgrund einer besseren Auslastung insgesamt ein Anstieg um rund zwei Drittel auf 11,8 Mio CHF.

Insulinpumpe Omnipod erneut das Zugpferd
Auch das zweite Segment Diabetes Direct Business – es umfasst das Direkthandelsgeschäft mit Diabetesartikeln – entwickelte sich positiv. Hier legte der Umsatz um 6,2% auf 71,1 Mio CHF zu. Wachstum sei in allen Märkten in Europa und in Indien verzeichnet worden; absolut gesehen am deutlichsten im neuen Markt Italien. Die «erfreulichen» Ergebnisse führt Ypsomed erneut vor allem auf die schlauchlose Insulinpumpe OmniPod zurück: Die Zahl ihrer Nutzer ist den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2015/16 um 19% angestiegen. Auch hier legte der EBIT mit einer Steigerung um fast 30% auf 7,3 Mio CHF klar überproportional zum Umsatz zu.

Die Tochter Ypsotec, die mechanische Präzisionsteile herstellt, verzeichnete einen Umsatzrückgang um 7,6% bzw. 0,6 Mio CHF auf 8,1 Mio, wovon 0,4 Mio CHF auf Währungseffekte entfielen. Der EBIT legte leicht auf 0,3 Mio CHF zu. Ypsotec sei dank ihres Zweitstandorts im tschechischen Tábor grundsätzlich gut aufgestellt, heisst es.

Guidance erhöht
Für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 hat das Unternehmen die Guidance erhöht. Neu wird eine Zunahme beim EBIT auf rund 41 Mio CHF in Aussicht gestellt, zuvor galten 35 Mio als Ziel. Beim Umsatz wird mit einem Wachstum um rund 10% gerechnet; bislang galt dies unter der Einschränkung «je nach Währungsverlauf». Die höhere Prognose werde begünstigt grösstenteils durch Mehrumsätze, eine bessere Auslastung und weitere Optimierungen der Produktion im Bereich Delivery Devices, heisst es. (awp/mc/pg)

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