Ypsomed zahlt deutlich mehr Dividende

Willy Michel
Willy Michel, VRP Ypsomed, stellt für den Aufbau des Zentrums 50 Mio Franken privat zur Verfügung. (Foto: Ypsomed)

Willy Michel, CEO und VRP Ypsomed. (Foto: Ypsomed)

Burgdorf – Der Medizinaltechnikkonzern Ypsomed hat Umsatz und Gewinn des im per Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahres 2013/14 – wie bereits angekündigt – stärker als erwartet gesteigert. Den Aktionären wird nun eine gegenüber dem Vorjahr um 50% höhere Dividende zur Auszahlung vorgeschlagen. Im Ausblick rechnet Ypsomed auch dank neuer Pen-Projekte mit weiterem Umsatzwachstum und einer verbesserten Profitabilität.

Wie bereits Anfang Mai gemeldet, wuchs der Umsatz von Ypsomed um 13% auf 276,3 Mio CHF. Den Bruttogewinn steigerte Ypsomed um beinahe einen Viertel auf 70,5 Mio während die Bruttogewinnmarge auf 25,5% von zuvor 23,3% verbessert werden konnte, wie die Gesellschaft am Dienstag mitteilte.

Gewinnanstieg und höhere Ausschüttung
Ebenfalls bekannt war das Betriebsergebnis EBIT, dass um 223% auf 15,6 Mio CHF in die Höhe schoss. Daraus resultiert eine EBIT-Marge von 5,7% (VJ 2,0)%. Unter dem Strich wies Ypsomed einen auf 13,6 Mio von zuvor 1,6 Mio CHF gesteigerten Reingewinn aus. Die Gruppe profitierte dabei dank der Auflösung einer Wertberichtigung auf Beteiligungen von einem auf -0,4 Mio von -1,8 Mio CHF verbesserten Finanzergebnis.

Auch die Aktionäre sollen vom Erfolg profitieren. Ihnen wird eine Dividendenerhöhung um 50% vorgeschlagen. Nach den 0,20 CHF je Aktie im Vorjahr sollen nun also 0,30 CHF ausgeschüttet werden. In der Summe werde steuerlich begünstigt aus den Kapitaleinlagereserven ein Betrag von 3,8 Mio CHF ausbezahlt, heisst es weiter.

Turnaround geschafft
Ypsomed habe den Turnaround geschafft und sämtliche Geschäftsbereiche seien profitabel gewesen, heisst es weiter. Für die Ergebnisverbesserung massgeblich verantwortlich ist das Segment «Diabetes Direct Business», wo Ypsomed beim EBIT mit 6,3 Mio CHF erstmals ein Plus erreicht hat. Im Vorjahr resultierte noch ein EBIT-Verlust von 2,9 Mio. Der Umsatz im Segment wuchs um 30% auf 118,4 Mio.

Verantwortlich für das gute Abschneiden im Direktgeschäft sei der grosse Erfolg der schlauchlosen Insulinpumpe OmniPod gewesen, deren Umsätze sich zum zweiten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahr verdoppelt haben. Aber auch die Produkte zur Blutzuckermessung hätten ein ansprechendes Wachstum im zweistelligen Prozentbereich gezeigt.

Im Segment «Delivery Devices» konnten die Verkäufe um 3% auf 141,9 Mio CHF gesteigert werden. Höhere Abnahmemengen des in erster Linie für den langjährigen Pharmapartner Sanofi hergestellten Solostar-Pen sowie gestiegene Einnahmen aus der Industrialisierung von künftigen Pen-Systemen für weitere Partner hätten zum Wachstum beigetragen. Ypsomed konnte so den Umsatzschwund aus den beiden vorangegangenen Jahren stoppen.

Der EBIT blieb in diesem Segment aufgrund «diverser Effekte» mit 9,3 Mio CHF mehr oder weniger auf Vorjahreshöhe (9,5 Mio). Belastet habe eine Wertberichtigung in der Höhe von 0,5 Mio aufgrund der Nichtweiterentwicklung einer Pen-Plattform. Zudem kostete der Umzug der Nadelproduktion von Burgdorf nach Solothurn Geld.

Im Segment Übrige gelang Ypsotec dank eines deutlich verbesserten Marktumfelds auf Stufe EBIT mit 0,1 Mio CHF ebenfalls der Sprung zurück in die Gewinnzone (VJ- 1,7 Mio). Der Lieferant von mechanischen Präzisionsteilen habe auch die Wettbewerbsfähigkeit am tschechischen Produktionsstandort erhöht.

Neue Verträge
Für die Zukunft sieht sich das Unternehmen gut gerüstet. Gleich mit drei Kunden, GlaxoSmithKline, Palatin sowie der russischen Pharmstandard seien Verträge für Injektionssysteme in unterschiedlichen Anwendungsgebieten abgeschlossen worden. Zudem sei man mit einer Reihe weiterer Pharma- und Biotechfirmen in Verhandlungen für weitere Projekte, so die Mitteilung.

GSK verwendet etwa für das Diabetes-2-Patienten einmal wöchentlich subkutan zu verabreichende Glucagon-like Peptid-+ (GLP-1), das ab dem zweiten Halbjahr in Europa und den USA eingeführt werden soll, das Ypsomed-Injektionssystem Lyotwist. Derweil plant Palatin, ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte, die dritte klinische Phase für das Medikament Bremelanotide zu starten, auch mit Ypsomed-Pens.

Im Gesamtjahr 2014/15 rechnet Ypsomed mit einem Umsatzwachstum von rund 10% und einer Steigerung des EBIT von gegen 40%. Auch teilte Ypsomed mit, dass man den Diabetesfachhändler DiaExpert nun doch nicht verkaufen will. Grund dafür seien unterschiedliche Vorstellungen in der künftigen Zusammenarbeit zwischen potentiellen Käufern und Ypsomed gewesen, heisst es.

Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, wird Willy Michels Sohn, Simon, seinen Vater Anfang Juli als CEO ablösen. Nachdem das Unternehmen den Turnaround geschafft hat, beschränkt sich Willy Michel auf Aufgaben im Verwaltungsrat. Simon Michel ist derzeit verantwortlich für den Bereich Marketing & Sales und seit 2008 Geschäftsleitungsmitglied. (awp/mc/upd/ps)

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