ZEW-CS-Indikator legt im Oktober kräftig zu

Wirtschaftswachstum

Schweiz, Konjunktur, Franken, BIP, (Foto: Schlierner – Fotolia.com)

Zürich – Die Konjunkturerwartungen für die Schweiz legen im Oktober 2013 mit einem Anstieg um 8,6 Punkte erneut deutlich zu. Das ist der vierte Anstieg in Folge. Der ZEW-CS-Indikator steht damit aktuell bei 24,9 Punkten – das ist sein höchster Stand seit über drei Jahren. Der ZEW-CS-Indikator spiegelt die Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung in der Schweiz auf Sicht von sechs Monaten wider. Er wird vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, in Zusammenarbeit mit der Credit Suisse (CS), Zürich, monatlich im Rahmen des Finanzmarkttests für die Schweiz erhoben.

Im Oktober erwartet knapp ein Drittel der Experten eine Verbesserung der Konjunktur in den kommenden sechs Monaten. Nur noch 6,3 Prozent der Analysten gehen von  einer Verschlechterung aus. Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation in der Schweiz verbessert sich ebenfalls kontinuierlich. Im Oktober 2013 steigt der Saldo um 6,5 Punkte auf 43,7 Punkte. Der zunehmende Optimismus für die wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz spiegelt sich auch in den mittelfristigen Prognosen zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts wider. Im Schnitt haben die Analysten ihre Schätzung für das BIP-Wachstum 2014 von 1,4 Prozent in der Juli-Umfrage auf 1,8 Prozent in der Oktober-Befragung angehoben.

Inflationserwartungen weitgehend unverändert
Trotz der sich aufhellenden Konjunkturaussichten sind die Inflationserwartungen nach wie vor gemässigt. So geht eine grosse Mehrheit der Analysten (79.2%, +7.1 Prozentpunkte) davon aus, dass die Inflationsrate in den nächsten sechs Monaten auf ihrem aktuellen Niveau verharren wird.

Weiterer Anstieg der Langfristzinsen erwartet
Analog zu dem Trend in anderen grossen Währungsgebieten sind im Zuge der besseren globalen Konjunkturaussichten die langfristigen Zinsen in der Schweiz seit Mai 2013 gestiegen. Laut der Umfrage vom Oktober rechnen 54.3% (+5.5 Prozentpunkte) der Analysten mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung. Hinsichtlich der kurzfristigen Zinsen dürfte sich das Meinungsbild  vorerst nicht ändern: 95.7% der Teilnehmer gehen davon aus, dass sie auf dem derzeitigen Niveau bleiben werden.

Stabiler EUR/CHF erwartet
Die Wechselkurserwartungen schwanken auf Monatsbasis wie gewohnt stark. Die aus den Antworten der Analysten abgeleitete Schlussfolgerung bleibt jedoch die gleiche: EUR/CHF dürfte in den kommenden sechs Monaten weitgehend unverändert notieren. Damit rechnen 62.2% (–2.9 Prozentpunkte) der Teilnehmer. Auf der anderen Seite erwarten 51.1% der Analysten (+10.6 Prozentpunkte), dass der Franken gegenüber dem US-Dollar abwerten wird.

Aktien: positive Stimmung überwiegt
Eine grosse Mehrheit der Umfrageteilnehmer rechnet für die nächsten sechs Monate mit steigenden Schweizer Aktienkursen. Mit 71.5% (+8.4 Prozentpunkte) liegt der Anteil der Analysten, die eine solche Entwicklung  erwarten, deutlich über seinem langfristigen Durchschnittswert (59.4%). Gleiches gilt für europäische Aktien (73.1% gegenüber einem langfristigen Durchschnitt von 56.8%) und auch für US-Aktien (63.4). (ZEW/cs/mc/cs)

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