Kickstart 2018: 35 Kooperationen zwischen Startups und etablierten Unternehmen und Organisationen

Kickstart 2018: 35 Kooperationen zwischen Startups und etablierten Unternehmen und Organisationen
Katka Letzing, Kickstart Accelerator Program Co-Lead & FinTech Vertical Lead

Zürich – Das Schweizer Innovationsförderprogramm Kickstart endet heute Abend mit der Bekanntgabe zahlreicher Technologiepartnerschaften und Pilotprojekten.

Das Innovationsförderprogramm Kickstart 2018 hat über 35 Kooperationen zwischen den teilnehmenden Startups und führenden Grossunternehmen und Institutionen hervorgebracht. Nach vier Monaten intensiver Zusammenarbeit werden die Pilotprojekte (Proof of Concepts / PoCs) und Partnerschaften mit Coop, Credit Suisse, Migros, Swisscom, ETH Zürich, Stadt Zürich, Stiftung Mercator Schweiz, Mondelēz International, Universität Zürich, ZHAW uvm. heute Abend anlässlich einer Abschlussfeier im Kraftwerk verkündet.

Kickstart – ein Programm des Impact Hubs Zürich, lanciert 2015 von digitalswitzerland – bringt schnell wachsende Startups, Grossunternehmen, Städte, Universitäten und Stiftungen zusammen, um gemeinsam technologische Innovationen mit positiver Wirkung voranzutreiben. Für die dritte Ausgabe waren 30 Schweizer und internationale Tech-Startups im Kollaborations-Space Kraftwerk in Zürich eingezogen, wo sie für mehrere Wochen mit führenden Grossunternehmen und Institutionen zusammen kamen, um gemeinsame Projekte aufzugleisen. Gut 70 solcher partnerschaftlichen Projekte sind seit der Gründung des Programms vor drei Jahren entstanden. Der Fokus des diesjährigen Programms lag auf Finanztechnologien & Crypto, Nahrungsmitteltechnologien & Handel, Smart Cities & Infrastruktur sowie erstmals in Zürich auch auf den Bildungs- und Lerntechnologien. Neben den 30 Startups nahmen fünf Intrapreneurship Teams von Credit Suisse, Migros und Swisscom am Programm teil.

Hier ist ein Überblick über die 2018 Pilotprojekte und Kooperationen:

Der Bereich EdTeech & Learning hat 10 Kooperationen hervorgebracht:

  • Die ETH Zürich und Differ (Norwegen) testen die Software von Differ in einem Pilotprojekt mit einem ETH-Bachelorstudiengang mit mehr als 500 Studierenden, um so digitale Lerngemeinschaften für die Studierenden aufzubauen.
  • Die ETH Zürich und Potential.ly (UK) prüfen ein Pilotprojekt zur Unterstützung der beruflichen Entwicklungspfadeund der Berufsbereitschaft von (ETH)-Studierenden im Rahmen von Firmenpraktika für ausgewählte Studierende.
  • Die Klubschule Migros und Labster (Dänemark) haben sich darauf geeinigt, eine neue Methode zur einfachen Entwicklung von Lernsimulationen für Sprachen in 3D VR (Virtuelle Realität) zu evaluieren und zu prüfen, ob diese Testsimulationen die Kundenbindung beeinflussen können.
  • Die Stiftung Mercator Schweiz, die Jacobs Foundation und Dybuster starten das Pilotprojekt WriteReader (Dänemark) – eine Plattform, die Schülerinnen und Schüler beim spielerischen Lesen- und Schreibenlernen unterstützt – an verschiedenen Schulen.
  • Swisscom und TEACHY testen im Rahmen eines PoCs, ob sich eine persönliche 1-1 Lernkultur zwischen Swisscom-Mitarbeitern und internen Experten integrieren lässt.
  • Die Naturwissenschaftsdidaktik der Universität Zürich erforscht mit Labster (Dänemark) das Potential von virtuellen Laborumgebungen und Virtual Reality in der wissenschaftlichen Ausbildung angehender Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler.
  • Die Career Services der Universität Zürich und Potentia.ly (UK) erarbeiten Einsatzmöglichkeiten der Plattform, um das Career Engagement der Studierenden zu fördern.
  • Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich wird mit Differ (Norwegen) zusammenarbeiten, um mit der Plattform den Austausch unter Studierenden und Tutorierenden zu fördern.
  • Das Dekanat der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich wird in einem Pilotprojekt mit Potential.ly (UK) die digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden fördern.
  • Die ZHAW plant ein PoC mit dem Berner Bildungsstartup TEACHY (CH) im Bereich des Studierenden-Tutorings zur Förderung der Bildungslaufbahn ihrer Studierenden.

Die FinTech & Crypto Startups haben 10 Kooperationen mit den Kickstart-Partnerunternehmen lanciert:

  • Credit Suisse und Altoo AG (CH) beabsichtigen eine Zusammenarbeit im Bereich zukunftsträchtiger Plattformen für Private Banking. Altoo AG entwickelt Lösungen für vermögende Privatpersonen.
  • Credit Suisse und Asteria (Schweden) beabsichtigen, gemeinsam Möglichkeiten im Bereich der Cashflow-Beratung für kleine und mittlere Firmenkunden zu testen.
  • Credit Suisse und Gauss Algorithmic (Tschechien) wollen im Bereich der Datenanalyse zusammenarbeiten.
  • Credit Suisse und Reportix (Deutschland) untersuchen das Potenzial der Digitalisierung und automatisierten Verarbeitung von Dokumenten und Formularen mit Hilfe von herstellerunabhängigen Ricardian Contracts (von Menschen und Maschinen lesbare Verträge).
  • Credit Suisse und YUKKA Lab AG (Deutschland) beabsichtigen eine Zusammenarbeit, um globale Finanznachrichten aus vertrauenswürdigen Quellen mithilfe von Augmented Language und maschinellem Lernen zu analysieren.
  • Swisscom erforscht gemeinsam mit den Fintech-Unternehmen Altoo AG (CH) und YUKKA Lab AG (Deutschland) die Möglichkeiten des „Open Banking“ für den Schweizer Finanzplatz.
  • Swisscom lanciert ein PoC mit dem norwegischen Startup Fintechdb, um das Schweizer FinTech Ökosystem besser abzubilden.
  • AXA und Reportix möchten basierend auf Blockchain-basierten Plattformen neue Möglichkeiten für Versicherungsprodukte erkunden, die sich durch Vertrauen, Transparenz und Automatisierung auszeichnen.
  • PwC Schweiz und YUKKA Lab AG (Deutschland) haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um die Entwicklung möglicher Business Cases zur Anwendung von ‚Augmented Language Intelligence‘ in der Finanzindustrie voranzutreiben.
  • C4DR und Trakti haben vereinbart, die Trakti-Plattform für intelligente Verträge (sog. Smart Contracts) innerhalb der Blockchain-basierten Supply Chain Finance Business and Security Token Factory von C4DR zu testen.

Die Food & Retail Tech Startups gehen 9 Kooperationen ein:

  • Coop und Alver (CH) prüfen die Integration von Alver-Markenprodukten in das Coop-Sortiment sowie die Verwendung ihres innovativen veganen Proteins für die Produktentwicklung.
  • In zwei Proof of Concept-Projekten erforschen Coop und LuckaBox (CH) gemeinsam, wie sich mit Hilfe der von LuckaBox entwickelten Technologie urbane Distributionsmodelle kundenzentriert und ökologisch nachhaltig im urbanen Raum umsetzen lassen.
  • Das Ziel von Coop und microPow (CH) ist es, die Einarbeitung von intensivierten, lagerfähigen und natürlichen microPow-Aromen in Coop-Lebensmittelprodukten zu erforschen.
  • Die Migros startet zwei POCs mit LuckaBox (CH). Die Genossenschaft Migros Zürich lanciert mit dem Startup ein Pilotprojekt und erweitert dadurch ihr Service-Angebot. Ab November 2019 können sich Kunden der Migros City ihren Einkauf direkt nach Hause liefern lassen.
  • Die M-Industrie startet mit Besso (Deutschland) ein Proof-of-Concept-Projekt, um Besso-Teepads im Schweizer Markt zu testen.
  • Mondelēz International und Alver (CH) untersuchen gemeinsam die Anwendung einer neuen nachhaltigen pflanzlichen Proteinquelle in verschiedenen Snackformen.
  • Mondelēz International und microPow (CH) arbeiten am gemeinsamen Ziel, die Lagerfähigkeit von hochwertigen Inhaltsstoffen in Snackprodukten zu verbessern und damit noch hochwertigere Endprodukte zu ermöglichen.

Der Bereich Smart Cities & Infrastructure kann 6 Kooeprationen verkünden:

  • Empa arbeitet zusammen mit BlockDox (UK) an der Implementierung einer IoT- und AI-basierten Sensor-Analyse im Forschungs- und Innovationsgebäude NEST.
  • Empa und Fleco Power arbeiten zusammen, um das Potenzial und die technische Umsetzung der Nutzung der Flexibilität des Stromverbrauchs des Empa NEST-Demonstrators zur Stabilisierung des lokalen Stromnetzes in Dübendorf zu ermitteln.
  • ewz arbeitet zusammen mit BlockDox (UK) an der Implementierung einer IoT- und AI-basierten Sensor-Analyse im Kraftwerk in Zürich-Selnau.
  • ewz und Fleco Power (CH) setzen ein Pilotprojekt zum Test einer Steuereinheit für eine ewz-Ladestation für Elektrofahrzeuge um.
  • ewz arbeitet zusammen mit Hivemind (CH) um verschiedene IoT/LoRaWAN-Anwendungsfälle aufzusetzen und diese auf der Hivemind-IoT Plattform zu integrieren und zu visualisieren.
  • Die Stadt Zürich und Pedius befinden sich kurz vor dem Abschluss einer Zusammenarbeit, um Telefonate für hörgeschädigte und gehörlose Personen für ausgewählte Dienstleistungen zu ermöglichen. Der Impact Hub Zürich wird Pedius begleiten, bis das Projekt mit der Stadt Zürich verabschiedet wurde.

„Die hohe Qualität und die grosse Zahl der Kooperationen zwischen den Startups und unseren Partnern freut uns sehr”, sagt Kickstart Co-Leiterin Katka Letzing. „Dies zeigt das grosse Potenzial von Kickstart, um reifere Technologie-Startups aus aller Welt mit etablierten Firmen und Institutionen in der Schweiz zusammenzubringen.”

Neben der Zusammenarbeit mit grossen Partnern sind die Startups auch untereinander Partnerschaften eingegangen. So bündeln etwa Sharing Academy und TEACHY im Rahmen eines Pilotprojektes ihre Kräfte in der Business- und Softwareentwicklung. Die FinTech-Unternehmen ResonanceX und Altoo AG evaluieren ein gemeinsames Projekt, mit dem vermögende Privatpersonen einfacher Informationen über Investitionen zu strukturierten Produkten erhalten. Und zusammen mit dem letztjährigen Kickstart-Teilnehmer PriceHubble untersucht Altoo Möglichkeiten zur Immobilienbewertung auf der Grundlage von maschinellem Lernen. YUKKA Lab AG hat derweil eine Partnerschaft mit dem Alumni-Startup AAAccell lanciert.

Hinzu kommt eine Partnerschaft zwischen Mondays und Diversify mit dem Ziel, dass Firmen ein sichtbares Zeichen für Diversität und Inklusion setzen können, indem sie ihren Mitarbeiterinnen nachhaltige Hygieneprodukte am Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Zudem hat Kickstart das britische Startup AVUXI beim Abschluss dreier Partnerschaftsabkommen mit Online-Reiseunternehmen (darunter Nezasa und Bedfinder) unterstützt, ebenso das Schweizer Startup vlot. bei der Arbeit an zwei Partnerschaftsabkommen im Bereich Versicherungstechnologie.

Während der wenigen Wochen im Kickstart Programm haben die Startups zudem zusammen genommen 6.5 Millionen CHF an Investorengeldern akquiriert.

“Cybersecurity” in Zusammenarbeit mit SATW ab 2019
Im kommenden Jahr wird Kickstart weitere Technologien erschliessen: Gemeinsam mit der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW wird das Programm neu einen Bereich “Cybersecurity” lancieren, um Innovationen in IT-, Informations- und Datensicherheit zu fördern. Darüber hinaus laufen intensive Gespräche, um im nächsten Jahr zusätzlich Innovationspartnerschaften in Gesundheitstechnologien in Zürich zu unterstützen. Für das kommende Jahr sind derweil schon mehrere Partner bestätigt: Coop, Swisscom, Stiftung Mercator Schweiz, Axpo, Stäubli, Gebert Rüf Stiftung, CSEM und weitere Partner haben ihre Beteiligung bei Kickstart 2019 zugesagt.

Das diesjährige Programm geht heute Abend mit einer grossen Abschlussfeier zu Ende. Der Anlass beginnt um 17 Uhr (Türöffnung um 16 Uhr). Interessierte Journalisten können sich via [email protected] anmelden. Ab 20 Uhr öffnet Kickstart die Türen im Kraftwerk Zürich auch für die Öffentlichkeit, um gemeinsam das Programmende zu feiern. (Kickstart Accelerator/mc/ps)

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