Ypsomed Award für machineMD

Dominic Senn
Dominic Senn, CEO machineMD. (Foto: zvg)

Bern – Das Berner MedTech-Startup machineMD ist bei den Ypsomed Awards mit dem 1. Preis ausgezeichnet worden. Damit wurde ein Unternehmen mit starken Berner Wurzeln ausgezeichnet, das ein Gerät entwickelt, das Augen- und Pupillenbewegungen misst und analysiert und damit Daten für die Diagnose von Hirnleistungsstörungen liefert.

machineMD ist ein exemplarisches Produkt des gut vernetzten Berner Startup-Oekosystems. Prof. Dr. Mathias Abegg beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Messung von Augenbewegungen. Schon früh erkannte er, dass damit Störungen der Hirnleistungen diagnostiziert werden können. Da es dafür keine brauchbaren Untersuchungsgeräte gab, wandte er 2018 sich an die Berner Fachhochschule und lernte dort Dominik Brügger kennen, der als Wissenschaftlicher Assistenz im Bereich Biomedical Engineering arbeitete. Dieser entwickelte die Idee, manuelle Augenuntersuchungen in ein VR-Headset zu integrieren. Daraus entstand neos, ein neuartiges diagnostisches Gerät, welches eine vollständige, standardisierte neuro-ophthalmologische Untersuchung ermöglicht.

«Ideale Bedingungen»
Schritt für Schritt wurde die Idee, zuerst in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bern, dann mit der Universität und dem Inselspital weiterentwickelt. 2019 wurde machineMD gegründet. Das junge Unternehmen profitierte von der Standortförderung des Kantons Bern und wurde 2021 für ein Innosuisse-Projekt ausgewählt. Seit Anfang 2022 hat machineMD Büros im Sitem MedTech Hub in Bern und konnte im Sitem Umfeld auch wichtige Investoren gewinnen. «Die Geschichte von machineMD zeigt den Weg von der Idee zu einem Produkt, das vielen Menschen helfen wird», erklärt der technische Leiter Dominik Brügger. «Das Berner Startup-Ökosystem machte diesen Weg möglich – wir finden in Bern ideale Bedingungen für unsere Arbeit. Dafür sind wir sehr dankbar.»

«Ich bin fasziniert vom ophthalmologischen Diagnoseansatz von machineMD, der VR-Brillen und künstliche Intelligenz nutzt, um die Früherkennung von Hirnleistungsstörungen radikal zu verbessern», erklärte Simon Michel, Präsident des Stiftungsrates der Ypsomed Stiftung und CEO von Ypsomed. «Ich gratuliere dem Team von machineMD zu dieser Entwicklung – ein grosser Schritt für die translationale Medizin in den Bereichen Ophthalmologie und Neurologie.»

Mit der Kombination von Virtual Reality und künstlicher Intelligenz ermöglicht es neos, quantifizierbare Daten zu erheben, welche es den Ärzten erlauben, bessere Diagnosen zu erstellen. Das Gerät stimuliert das visuelle System mit spezifischen Stimuli und misst die Augen- und Pupillenbewegungen. Mit neos können acht vollautomatische Untersuchungen inklusive Gesichtsfeld und Pupillenfunktionen durchgeführt werden. Die Untersuchungszeit reduziert sich gegenüber herkömmlichen Methoden von 45 auf 10 Minuten.

«neos ist ein Gamechanger», erklärt Dominik Brügger. «Es vereinfacht und verkürzt die Untersuchung und liefert verlässliche, quantitative Daten. Damit kann die diagnostische Qualität eines hochqualifizierten Spezialisten jedem Arzt, Optometristen und Augenoptiker überall auf der Welt zugänglich gemacht werden. Das bedeutet: Genauere und frühere Diagnosen mit entsprechendem positivem Effekt für die Heilungschancen.» (mc/pg)

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