Costa-Gavras wird am Filmfestival Locarno für sein Lebenswerk geehrt

Costa-Gavras wird am Filmfestival Locarno für sein Lebenswerk geehrt
Costa-Gravas. (© KG Productions)

Locarno – Im Rahmen seiner 75. Ausgabe (3.-13. August 2022) würdigt das Filmfestival Locarno Costa-Gavras, den Meister des Kinos des bürgerlichen Engagements.

Der griechisch-französische Regisseur wird am 11. August auf der Piazza Grande mit dem Pardo alla carriera Ascona-Locarno ausgezeichnet. Am 12. August wird Costa-Gavras im Forum @Spazio Cinema an einer Podiumsdiskussion mit dem Publikum teilnehmen, während die Zuschauer von Locarno75 auch die Gelegenheit haben werden, zwei frühe Titel seiner bedeutenden Karriere zu sehen: Un homme de trop (Shock Troops, 1967) und Compartiment tueurs (The Sleeping Car Murders, 1965).

Seit 1946 steht das Filmfestival von Locarno für Freiheit: Aus diesem Grund geht der Pardo alla carriera Ascona-Locarno in diesem Jahr, in dem die Veranstaltung ihr 75-jähriges Bestehen feiert, an Costa-Gavras, einen Filmemacher, der in seinem Werk Ungerechtigkeit offen anprangert und seinen Blick schonungslos auf einige der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte richtet. Sein meisterhafter Einsatz von Spannung, sein Festhalten an den Codes populärer Genres wie dem politischen und juristischen Thriller und dem Film Noir sowie seine innovative Regiearbeit mit amerikanischen und europäischen Stars – vom Kaliber eines Yves Montand oder Jack Lemmon, Simone Signoret und Jill Clayburgh, John Travolta und Jessica Lange, Dustin Hoffman oder Johnny Hallyday – haben es seinen Filmen ermöglicht, ein Mainstream-Publikum zu erreichen und spannende Unterhaltung mit einer engagierten politischen Aussage zu verbinden.

Alle Auszeichnungen gewonnen
Mit Z (1969), der heute als der erste grosse politische Film unserer Zeit gilt und mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde, richtete Costa-Gavras den Blick auf das Regime der Obersten in Griechenland. Sein forschender Blick setzte sich fort in L’aveu (Das Geständnis, 1970) über stalinistische Schauprozesse, Missing (1982) über die Verwicklung der CIA in den Staatsstreich in Chile 1973, Hanna K. (1983) über den israelisch-palästinensischen Konflikt und zuletzt in Le capital (Das Kapital, 2012) über die Korruption in der Welt der globalen Finanzen.

Costa-Gavras› Karriere, die mit zwei Oscars, einem Goldenen Bären, einer Goldenen Palme und einem Preis der Jury in Cannes sowie einem Strauss weiterer Auszeichnungen auf den wichtigsten Filmfestivals der Welt gekrönt wurde, ist eine mutige, kontinuierliche Auseinandersetzung mit Unterdrückung und der verzerrten Logik der Macht, die von Politikern aller Couleur ausgeübt wird. Sein Aufruf zu kollektiver Verantwortung findet in der gegenwärtigen Phase unserer Geschichte zwangsläufig besondere Resonanz. (mc/pg)

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