Die photo basel Kunstmesse öffnet nächste Woche

Die photo basel Kunstmesse öffnet nächste Woche
Hugo Jeaggi (CH, 1936 – 2018), Der 18. Geburtstag, Basel, 1983, Gelatin silver print, 26,5 x 39,5 cm (image) / 40 x 30 cm (sheet). (Bild: Fabian & Claude Walter Galerie)

Basel – photo basel, die erste und einzige Fotokunstmesse der Schweiz, kehrt für ihre siebte Ausgabe ins Volkshaus Basel zurück. Die Messe findet vom 14. bis 19. Juni zeitgleich mit der renommierten Kunstmesse Art Basel statt.

Seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2015 hat die photo basel ihr Profil als bedeutendste Fotomesse im deutschsprachigen Raum gefestigt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Fotografie immer mehr in den internationalen Museen etablieren können und bildet somit zentrales Fundament in der jüngeren Kunstgeschichte.

Die photo basel begrüsst dieses Jahr 40 internationale Aussteller aus 18 Ländern. Es werden über 550 photographische Positionen von über 130 Künstler:innen gezeigt. Zu den neu hinzugekommenen Galerien in diesem Jahr gehören The Photographers’ Gallery (London), Analix Forever (Geneva), Bonne Espérance (Paris), Contour Gallery (Rotterdam), die Mauer (Prato), Espace L (Geneva), Galerie XII (Paris & Los Angeles), Mars Gallery (Melbourne), ToBe Gallery (Budapest) und Versus Art Projects (Istanbul).

Neben den 40 internationalen Top-Galerien zeigt die photo basel ein umfangreiches und kuratiertes Rahmenprogramm – von Sonderausstellungen über NFTs zu Preisverleihungen:

Hommage an Anita Neugebauer
Anita Neugebauer (1916-2012) gründete 1976 mit der Galerie photo art basel die erste Fotogalerie der Schweiz und setzte sich die Vermittlung von internationaler und nationaler Fotografie zum Ziel. Durch ihre rege Galerie-, Ausstellungs- und Sammeltätigkeit wurde sie zu einer wichtigen Wegbereiterin für die weitere Entwicklung der Fotografie in der Schweiz. Die photo basel widmet ihr in diesem Jahr die Sonderausstellung Anita’s Point of View eine Hommage, zusammengestellt von ihrer Tochter, Claudia Neugebauer, und Alessa Widmer.

Afrikanische Fotografie
Wie schon in vergangenen Jahren präsentiert die photo basel auch in diesem Jahr mehrere Künstler:innen aus verschiedenen Ländern: Die in Äthiopien geborene sudanesische Künstlerin Atong Atem, Gewinnerin des La Prairie Art Award, präsentiert eine Soloshow mit mehreren spektakulären Porträts und Selbstporträts, die die Beziehung zwischen dem Intimen und dem Politischen sowie die Geschichte der Immigration erforschen (Mars Gallery, Melbourne, Australien).

Die 1994 in Ghana geborene Melanie Issaka, Absolventin des Royal College of Art in London, zeigt in ihrer ersten Soloshow auf einer Messe ihre Blueprints: performative Selbstporträts in Form von Cyanotypien, die die Stellung des Körpers der schwarzen Frau in der Geschichte der Fotografie und ihrer Techniken neu verorten (Galerie Peter Sillem, Frankfurt, Deutschland).

Der Burkiner Saïdou Dicko kehrt mit einer Auswahl seiner Werke aus der Serie The Shadowed People an die photo basel zurück. Das Motiv des Schattens, die Hauptinspirationsquelle des Künstlers, ist sowohl ein metaphysisches wie auch ein politisches Symbol (Galerie Artco, Aachen, Berlin und Kapstadt).

Der CAP-Preis
Der CAP-Preis (internationaler Preis für zeitgenössische afrikanische Fotografie), wird jährlich an fünf herausragende Fotografen:innen vergeben. Er richtet sich an Fotografen/innen, deren Arbeiten sich mit dem afrikanischen Kontinent und/oder seiner Diaspora auseinandersetzen. Der CAP-Preis erhöht die internationale Sichtbarkeit der Gewinner und Gewinnerinnen und baut ein hochkarätiges Netzwerk für zukünftige Projekte auf. Am Freitag, dem 17. Juni 2022 werden erneut die 5 Gewinner:innen auf der photo basel bekannt gegeben.

Konkrete Fotografie
Die konkrete Fotografie bezeichnet eine ästhetische Bewegung und einen Ansatz, der sich auf den fotografischen Prozess und seine Komponenten – das Licht, die Kamera und die Phänomene stützt, die das Bild entstehen lassen. Während Alwin Langdon Coburn 1917 das erste Beispiel von konkreter Fotografie zugeschrieben wird, erlebt diese in den 1960er Jahren ihren Aufschwung. Im Jahr 2021 ehrte die photo basel einen ihrer Meister, den Schweizer Roger Humbert (1929), der in diesem Jahr mit einigen seiner neuesten Arbeiten zurückkehrt (Fabian & Claude Walter Galerie, Zürich).

Auch der Italiener Gianfranco Chiavacci (1936-2011) führte seit den 1960er Jahren zahlreiche Experimente mit fotografischem Werkzeug und optischen Phänomenen durch, insbesondere im Zusammenhang mit der Bewegung von Objekten in Raum und Zeit sowie mit Farbe. Die Werkgruppe fasste er unter dem Titel Ricerca Fotografica zusammen (Galerie die Mauer, Prato, Italien).

Der Einfluss dieser Bewegung auf die zeitgenössische Fotografie lässt sich beim Schweizer Künstler Patrick Fuchs erkennen, der mit seiner Serie Songs of Darkness Songs of Light die Darstellung an ihre Grenzen bringt und mit dem visuellen Potenzial des sich bewegenden Objekts spielt (Galerie 94, Baden, Schweiz).

Auch in den Werken der Niederländerin Marleen Sleeuwits, deren Arbeit über die Wahrnehmung öffentlicher Räume die widersprüchlichen Auswirkungen des Lichts auf das Volumen hervorhebt (Galerie Bart, Amsterdam, Niederlande), spiegelt sich die konkrete Fotografie wieder.

photo basel x benefit edition
Aufgrund des andauernden Krieges in der Ukraine bietet die photo basel zwei Werke von Künstler:innen mit ukrainischer Herkunft als Sonderedition an. Der Erlös wird vollumfänglich gespendet.

Das Rinspeed sQuba-3D-NFT-Unikat
Das erfolgreiche Messen nicht nur analog funktionieren, sondern sich auch ins Metaverse verschieben, davon zeugt die erstmalige Kooperation der photo basel mit dem Schweizer Autopionier, Frank M. Rinderknecht von Rindpseed. Als Auftakt präsentiert Rinderknecht auf der photo basel eine einzigartige animierte 3D-Istallation. Sie verbindet die analoge und die digitale Welt auf innovative Weise.

Veranstaltungsort:
Volkshaus Basel, Rebgasse 12-14. , 58 Basel

(photo basel/mc/ps)

photo basel

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