Italien-Reisenden drohen Bussen und Quarantäne

Keller
(Bild: bluedesign / AdobeStock)

Bern – Die Schweiz hält wie angekündigt die geltenden Einreisebeschränkungen an der Grenze zu Italien bis auf weiteres aufrecht. Der Tessiner Delegierte für Aussenbeziehungen riet an einer Medienkonferenz in Bellinzona von Reisen nach Italien ab. Zu viele Fragen seien derzeit noch offen.

Francesco Quattrini, Delegierter des Regierungsrates für Aussenbeziehungen des Südkantons, sprach am Dienstagnachmittag vor den Medien von einer „asymmetrischen Grenzöffnung“ Italiens. Trotzdem könnten bei Reisen ins südliche Nachbarland Sanktionen gegenüber Schweizer ausgesprochen werden. Quattrini riet deshalb allen, sich an die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zu halten.

Wer sich in Italien nicht an die verhängten Massnahmen halte, könne gebüsst werden, erklärte der Delegierte für Aussenbeziehungen weiter. Die Bussen könnten von 400 bis 3000 Euro betragen. In der Lombardei beispielsweise gelte ein Maskenobligatorium. Dieses müssten alle respektieren – auch ausländische Touristen.

Quarantäne: Viele offene Fragen
Zudem könnten Ausländer in Italien in Quarantäne geschickt werden. Wo sie diese zubringen müssten und wie lange diese dauern könnte, sei derzeit unklar, hielt Quattrini fest. „Das müssen die italienischen Behörden erst noch definieren.“

Auch Regierungspräsident Norman Gobbi riet von Reisen ins südliche Nachbarland ab. Die Lage in Italien sei „ernster“ als in der Schweiz. In den letzten Tagen seien in der Region Varese neue Fälle von Coronavirus gemeldet worden. Reisen ins südliche Nachbarland seien nicht verboten, aber auch nicht empfohlen.

Die Situation im Tessin bezeichnete Gobbi derweil als „rosig“. Am Dienstagmorgen waren weder neue Todesfälle aufgrund des Coronavirus noch neue Ansteckungen gemeldet worden.

Verstärkte Grenzkontrollen
Auf die Frage eines Medienschaffenden, weshalb Einkaufstourismus in Italien mit hundert Franken Busse belegt sei, antwortete Gobbi, dass die Grenzkontrollen viel Personal erforderten. Dieses müsse wissen, weshalb jemand in die Schweiz einreisen wolle. Ausserdem würden alle Nachbarländer ausser Liechtenstein noch immer als „Risikoländer“ eingestuft – auch Italien.

Ab dem 3. Juni würden deshalb die Kontrollen an der Südgrenze wieder verstärkt, sagte Gobbi. Dies habe der Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung Christian Bock am Dienstag bestätigt.

Italien hatte beschlossen, die Einreisebeschränkungen an den Schengen-Binnengrenzen am 3. Juni aufzuheben. Die Schweiz halte eine gegenseitige Aufhebung der Beschränkungen für verfrüht, teilte das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Dienstag mit.

Mit Frankreich, Deutschland und Österreich ist die Schweiz übereingekommen, die Reisebeschränkungen untereinander am 15. Juni aufzuheben, sofern es die Entwicklung der Pandemie zulässt. Dies wäre auch das Wunschdatum für Italien. (awp/mc/ps)

SEM

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