Expedition ins Glück – Die Welt vor dem Grossen Krieg

Nationalmuseum

Hochkarätige Kunstwerke von Kirchner und Picasso, im Hintergrund der A.L.F.A. 40-60 HP Aerodinamica, 1914. (Foto: Schweizerisches Nationalmuseum)

Zürich – Das Landesmuseum Zürich richtet ab 28. März 2014 seinen Blick auf die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg. Die Epoche ist geprägt durch Fortschrittsglauben, technische Innovationen, den Glauben an Frieden und avantgardistisches künstlerisches Schaffen. Picasso, Hodler, Klimt und Schiele verkörpern wie das stromlinienförmige Tropfenauto «La Bomba» die Dynamik und die Entwicklungssprünge jener Jahre. Die Ausstellung «1900–1914. Expedition ins Glück» lässt Parallelen zur Gegenwart erahnen ohne wertend zu vergleichen.

In «1900–1914. Expedition ins Glück» treten statt historischer Herleitungen die Phänomene des Alltags in den Vordergrund. Die Zeit zwischen 1900 und 1914 war eine Zeit des Umbruchs. Im offenen Ausstellungsparcours soll der Schwindel des Positiven in seiner Überforderung nachvollziehbar werden: Feminismus, Weltfrieden, Verkehr, Konsum, paradiesische Warenhäuser, Südpolexpeditionen, Montessori und Kolonialismus, Proust und Kafka, Traumdeutung und künstlerische Revolutionen bei Kandinsky oder Picasso. Die Ausstellung zeigt die Welt vor vermeintlich langen hundert Jahren und gibt dem Besucher das Gefühl, als ob das alles erst gestern gewesen wäre.

Exponate im Kaleidoskop vereint
Um die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in ihren vielen Facetten zeigen zu können, versammelt die von Stefan Zweifel und Juri Steiner kuratierte Ausstellung wichtige Werke der Bildenden Kunst – unter anderem von Ferdinand Hodler, Egon Schiele, Gustav Klimt, Ernst Ludwig Kirchner, Pablo Picasso und Wassily Kandinsky bis hin zu Emil Nolde oder Umberto Boccioni. Sie vereint diese mit kulturhistorischen Exponaten aus der Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums, Handschriften von Literaten, Filme jener Zeit, Aufnahmen von anonymen und bekannten Fotografen aus Museen und Privatsammlungen sowie mit technischen Apparaturen und afrikanischen Skulpturen.

Damals wie heute: alles ist möglich
Der Erste Weltkrieg ist Geschichte. Die Ausstellung vertritt keine These, wie oder warum es zum Krieg kam. Sie beschäftigt sich vielmehr mit der Atmosphäre davor; mit dem Umbruch und der Überforderung vor dem Krieg, einer Angst-Lust im Banne des Neuen. «Die Verunsicherung bietet der Fiktion und Kreativität ungeahnte Räume – damals wie heute scheint in jedem Moment alles möglich. Die Besucherinnen und Besucher sollen die Möglichkeit erhalten, in die einzigartige Epoche vor rund hundert Jahren einzutauchen und diese zu erleben», erklären Stefan Zweifel und Juri Steiner.

Exponate
Zu sehen sind über 300 Exponate, Kunstwerke, Fotografien und Filme aus der Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums sowie grosser Museen und privater Sammlungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. (Nationalmuseum/mc/pg)

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