Flughafen Zürich spürt die Corona-Pandemie immer noch

Flughafen Zürich
(Foto: Flughafen Zürich)

Zürich – Die Pandemie ist zwar längst nicht mehr das dominierende Thema, am Flughafen Zürich wirkt sie jedoch immer noch nach: Aktuell liegt das Verkehrsaufkommen bei 85 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Der Flughafen-Chef geht davon aus, dass dies aber bald aufgeholt ist.

«Die Welt wurde durch die Pandemie nicht weniger international», sagte Flughafen-Chef Stephan Widrig am Freitag vor den Medien. Er geht davon aus, dass in zwei oder drei Jahren wieder die Vor-Corona-Zahlen erreicht sind, trotz Videokonferenzen und gestiegenem Umweltbewusstsein.

Gründe dafür sind das Bevölkerungs- und das Wirtschaftswachstum. Gemäss den Prognosen des Flughafens dürfte der Flugverkehr also auch künftig parallel zum Bruttoinlandsprodukt BIP verlaufen – wie dies auch während der vergangenen 70 Jahre der Fall war.

«Es gibt weniger Lärm»
Längerfristig wird es am Himmel also nicht leerer. Ruhiger dürfte es aber werden: «Es ist eine Tatsache, dass es immer weniger Lärm gibt», sagte Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). Diese Entwicklung habe schon vor der Pandemie eingesetzt.

Die Gründe dafür seien die neuen und damit deutlich leiseren Maschinen der Fluggesellschaften, die Schallschutzmassnahmen an den Häusern sowie das neue Lärmgebührenmodell. Damit können Verspätungen am Morgen und am späten Abend vermieden werden, weil die Flughafengebühren in den Randstunden deutlich höher sind.

Zwei Jahre lang historisch tiefe Lärmwerte
Bereits im Jahr 2019 waren weniger Anwohnerinnen und Anwohner von Lärm geplagt als in früheren Jahren: 2019 waren es «nur» noch 58’300 Personen. Im Jahr zuvor waren es noch 60’347. Allerdings wurde der kantonal geltende Richtwert von maximal 47’000 Betroffenen auch im «verbesserten» Jahr 2019 noch deutlich überschritten.

Die Corona-Pandemie bescherte dem Flughafen nun zwei Jahre lang historisch tiefe Lärmwerte. Im vergangenen Jahr, dem zweiten Pandemie-Jahr, waren lediglich 20’071 Personen betroffen. Im laufenden Jahr dürfte die Zahl nun wieder stark steigen.

Walker Späh rechnet damit, dass der Fluglärm-Index mit maximal 47’000 Betroffenen dank den neuen Maschinen, dem Lärmgebührenmodell und den Schallschutzmassnahmen erstmals 2030 eingehalten wird.

Abschaffen will die Volkswirtschaftsdirektorin dieses Instrument nicht. Dies hatten Parlamentarier mehrmals gefordert. Sie fanden, der Fluglärm-Index bringe in dieser Form nichts, wenn er immer ohne Konsequenzen überschritten werden könne. (awp/mc/pg)

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