Gut aussehende Männer bekommen eher Wagniskapital

David Beckham

Dürfte zumindest vom Aussehen her eher an Wagniskapital kommen: Fussballer David Beckham.

Cambridge – Weniger attraktive Männer und Frauen haben es schwerer, Investoren für ihre Start-ups zu finden. Das schlussfolgern Forscher des Massachusetts Institute of Technology aus einer Feldstudie und Experimenten. Demnach haben gut aussehende Männer viel mehr Erfolg, Wagniskapital für ihr neues Unternehmen zu bekommen als Frauen und weniger ansprechend aussehende Männer.

Fünf Minuten oft entscheidend
Die Präsentation der Geschäftsidee bei Investoren, die oft nur fünf Minuten dauert, hängt laut der Untersuchung somit von Aussehen und Geschlecht ab. So hatten männliche Unternehmer mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit mehr Erfolg in entsprechenden Präsentations-Wettbewerben bei Wagniskapital-Investoren – unter ansonsten gleichen Umständen. Äusserliche Attraktivität soll zudem bei Männern zu einer 36 Prozent höheren Erfolgsrate verhelfen.

Ausserdem führten die Forscher Labor-Experimente unter kontrollierten Bedingungen durch. Dabei stellten entweder männliche oder weibliche Stimmen in einem Video denselben Geschäftsplan vor. Die Zuschauer wählten dabei zu 68 Prozent von Männern präsentierte Pläne. Wobei natürlich hier die Frage ist, ob diese Zuschauer genauso entscheiden wie echte Wagniskapitalgeber. Nach Angaben des MIT soll aber eine Feldstudie unter realen Bedingungen, in der ein echter Wettkampf um Investorengelder stattfand, ähnliche Ergebnisse gehabt haben.

Männer mit mehr Gewinnpotenzial
Geschäftsideen von Frauen und Männern und ihre jeweilige Präsentation sind jedoch schwer vergleichbar, wie die Forscher zugeben. So heisst es in der Studie, publiziert im Journal «Proceedings of the National Academy of Sciences», dass Frauen eher zur Gründung von Unternehmen tendieren, die wiederum mehr Frauen als Kunden haben, etwa für Kosmetik- oder Kochprodukte. Männer verfolgen eher Geschäftsideen, die ein grösseres Gewinnpotenzial haben, womit es für Wagniskapitalgeber attraktiver wird.

Die Forscher glauben aber, dieses Problem gelöst zu haben, indem sie die Ergebnisse aus Feld- und Laborstudien kombiniert haben. Die Entscheidungen, die Investoren fällen, sind daher möglicherweise nicht so rational, wie diese glauben: «Die Fundamentaldaten einer Geschäftsidee und die bisherige Erfahrung des Unternehmers selbst gelten als das Hauptkriterium für Investments», heisst es in dem Bericht. Jedoch bleibt «eine profunde und hartnäckige Bevorzugung der Geschäftsvorhaben von Männern, besonders von attraktiven Männern». (pte/mc/ps)

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