Hochkarätige Erweiterung: Die Werke der Hahnloser/Jaeggli Stiftung im Kunstmuseum Bern

Hochkarätige Erweiterung: Die Werke der Hahnloser/Jaeggli Stiftung im Kunstmuseum Bern
Félix-Edouard Vallotton: La Blanche et la Noire, 1913 (Ausschnitt). (Hahnloser/Jaeggli Stiftung)

Bern – Das Kunstmuseum Bern freut sich, eine hochkarätige Erweiterung für seine Sammlungsbestände bekanntgeben zu können: Die Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur ist mit der Dachstiftung Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee einen Vertrag eingegangen: Die über 100 Werke im Besitz der Hahnloser/Jaeggli Stiftung werden ab August 2017 als Leihgaben im Kunstmuseum Bern zu sehen sein.  

«Diese Vereinbarung mit dem Kunstmuseum Bern ist ein Glücksfall für die Hahnloser/Jaeggli Stiftung und die Kunstwerke des Sammlerehepaars Arthur und Hedy Hahnloser», sagte Stiftungspräsident Beat Denzler vor den Medien. Die Kunstwerke der Hahnloser/Jaeggli Stiftung kehren nach erfolgreicher Europa-Tournee, die bis im Sommer 2016 in Hamburg, Paris und Halle von rund 350’000 Personen besucht worden ist, Mitte 2017 in die Schweiz zurück.  Die Vereinbarung mit der Dachstiftung Kunstmuseum Bern–Zentrum Paul Klee ermöglicht es, die Bilder – darunter das weltberühmte Gemälde Der Sämann von Vincent van Gogh – weiterhin der Öffentlichkeit zu zeigen. «Damit ist sichergestellt, dass die Werke nicht in einem Depot verschwinden, sondern einen würdigen Platz in einem renommierten Museum erhalten», sagte Beat Denzler. Hocherfreut ist auch Jürg Bucher, der Präsident der Dachstiftung KMB-ZPK: «Bern macht damit einen sehr bedeutenden Entwicklungsschritt als nationale und internationale Kunststadt».

Kulturgut von internationaler Bedeutung
Die Hahnloser/Jaeggli Stiftung wurde 1980 von den Nachkommen des Winterthurer Sammlerehepaars Hedy und Arthur Hahnloser-Bühler gegründet. Von 1906 bis 1936 trug das Sammlerehepaar insbesondere Werke des Postimpressionismus, der Künstlergruppen Nabis und Fauves sowie Werke von Schweizer Zeitgenossen wie Ferdinand Hodler oder Giovanni Giacometti zusammen. Mit Félix Vallotton, Pierre Bonnard und anderen Künstlern ihrer Zeit pflegten sie enge Freundschaften. Die ehemalige Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler versammelt Werke von Künstlern wie Edouard Manet, Paul Cézanne, Odilon Redon, Auguste Renoir, Henri Matisse oder Henri de Toulouse-Lautrec und ist ein Kulturgut von internationaler Bedeutung.

Bezug zu Bern
Professor Hans Hahnloser (1899 – 1974), Sohn des Sammlerehepaars, lehrte von 1934 bis 1968 Kunstgeschichte an der Universität Bern, der er 1956/57 als Rektor vorstand. Als Mitglied des Stiftungsrates des Kunstmuseums Bern setzte sich Hans Hahnloser massgeblich für den Ausbau der französischen Moderne in der Sammlung des Kunstmuseums Bern ein. Das Ehepaar Hans und Magdalene Hahnloser schenkte dem Kunstmuseum zwei bedeutende Werke aus dem Sammlungserbe: Die Entführung der Europa von Félix Vallotton und die Sonnenblumen von Vincent van Gogh.

Langzeitpartnerschaft
Der Leihvertrag ist grundsätzlich auf 15 Jahre abgeschlossen und sieht eine Verlängerung vor. Die Kunstwerke bleiben im Eigentum der Hahnloser/Jaeggli Stiftung. Mit einer vertraglichen Rückzugsklausel ist die Rückführung der Stiftungswerke in das ehemalige Wohnhaus des Sammlerpaars in Winterthur, der Villa Flora, gewährleistet für den Fall, dass das Haus als Ganzes wieder den Museumsbetrieb aufnehmen würde.

Die Werke der Hahnloser/Jaeggli Stiftung werden ab August 2017 in einem eigenen Bereich des Kunstmuseums Bern ausgestellt. Die Bedeutung des Stiftungsgutes wird durch wechselnde thematische Präsentationen deutlich gemacht werden.

Zum Auftakt der Partnerschaft veranstaltet das Kunstmuseum Bern im Spätsommer 2017 eine umfassende Ausstellung mit Werken der ehemaligen Sammlung von Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler. (Kunstmuseum Bern/mc/ps)

Von der Villa Flora in Winterthur auf Tournee
Von 1995 bis 2014 waren die wesentlichen Werke der ursprünglichen Sammlung Arthur (1870– 1936) und Hedy (1873 – 1952) Hahnloser-Bühler – Werke der Stiftung ergänzt mit privaten Leihgaben – in Wechselausstellungen in der Villa Flora, dem ehemaligen Wohnhaus des Sammlerehepaares in Winterthur, zu sehen. Das Museum wurde vom Trägerverein Flora betrieben, finanziert durch Beiträge Privater und durch städtische Subventionen.Die Villa Flora verzeichnete in dieser Zeit rund 200’000

Die Zukunft der Villa Flora ist offen. Die Villa Flora ist Teil des Winterthurer Museumskonzepts, das vom Stadtrat getragen wird. Darin sind unter der Führung des Kunstvereins Winterthur neben der Villa Flora das Kunstmuseum Winterthur und das Museum Oskar Reinhart organisatorisch zusammengefasst. Der Zürcher Kantonsrat hat zwar bereits 2013 finanzielle Mittel für die Liegenschaft bereitgestellt, doch stehen die politischen Entscheide bezüglich der Betriebsfinanzierung auf kantonaler

Seit 2015 befinden sich die Stiftungswerke, mit grossem Publikumserfolg auf Tournee, organisiert und mitkuratiert von Dr. Angelika Affentranger-Kirchrath, Kuratorin der Villa Flora; Stationen waren bisher die Hamburger Kunsthalle, das Musée Marmottan Monet in Paris und das Kunstmuseum Moritzburg in
Halle (Saale); ab Februar 2017 sind sie in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen.

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