Kauftipps für Motorrad-Occasionen

Occasions-Motorräder

Eine optisch perfekte Occasionsmaschine weist in der Regel auf einen guten Gesamtzustand hin, eine «Rostlaube» verspricht wenig Erfreuliches… (Bild: SFZ)

Solothurn – Schnäppchen oder polierter Reinfall? Ein als Occasion gekauftes Motorrad kann schnell vom Traum zum Alptraum werden. Um dies zu verhindern lohnt es sich, ein paar grundlegende Punkte zu beachten.

Der normale Motorradfahrer ohne Mechanikerausbildung kann zwar beurteilen, ob Sitzposition, Motorleistung, Drehmoment, Fahrverhalten, Handling, Komfort etc. einer zum Kauf angebotenen Occasionsmaschine seinen Vorstellungen entsprechen, allfällige Motor-, Getriebe- oder Fahrwerksdefekte kann er aber nur schwer ausmachen. Es empfiehlt sich deshalb, einen unabhängigen Fachmann beizuziehen, der die ins Auge gefasste Maschine checken und den Käufer neutral beraten kann.

Grundsätzlich sollte bei der Evaluation bzw. beim Kauf eines Occasion-Motorrades Folgendes bedacht werden:

  • Hinterhofhändler ohne eigene Werkstatt oder Markenvertretung meiden. Offizielle Markenhändler garantieren in der Regel für eine objektive Preis-Bewertung nach Eurotax, für gemachten Service und fachmännische Beratung.
  • Ohne Probefahrt kein Kauf! Ausgedehnte Testfahrt machen mit entsprechenden Stadt/Agglo-, Landstrassen- und Autobahn-Anteilen.
  • Nur Motorrad mit 3 Monaten Mindestgarantie kaufen, besser mit 6 Monaten oder einem Jahr. Fragen, ob Garantieverlängerung möglich ist.
  • Darauf achten, dass der nächste MFK-Termin frühestens in einem Jahr fällig ist.
  • Wurden die werksseitig vorgeschriebenen Service gemacht, ist das Serviceheft vorhanden?
  • Entspricht das Motorrad den CH-Vorschriften?
  • Ist das Fahrzeug frei von Unfallschäden?
  • Sind Motor, Getriebe und Antrieb sowie alle Bauteile und Komponenten geprüft und funktionsfähig?
  • Ist das Reifenprofil noch ausreichend?
  • Wirkt die Maschine gepflegt?
  • Kauf ab Privat nur tätigen, wenn alle Fz-Belege inkl. Service-Checkheft vorliegen und der Vorbesitzer einen seriösen Eindruck macht.
  • Wenn möglich vom Vorbesitzer Informationen einholen, warum er das Fz verkauft bzw. verkaufen lässt
  • Tipp: Von November bis Januar haben Motorradhändler mehr Zeit für die Aufbereitung einer Occasion und für intensive Beratung.

Dass es das perfekte Motorrad nicht zum tiefsten Preis gibt, liegt auf der Hand. Aber auch dass ein Motorrad mit dem tiefsten Preis allen Ansprüchen genügt, ist selten der Fall. Sogenannte Schnäppchenangebote deshalb genau prüfen! (SFZ/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.