KOF erwartet erneut gute Wintersaison
Neuenburg – Nach einer starken Sommersaison dürfte auch das kommende Winterhalbjahr aus touristischer Sicht ein Erfolg werden. Das KOF Institut prognostiziert jedenfalls eine Logiernächte-Anzahl im Rekordbereich.
Konkret rechnet das KOF Institut für die Wintersaison 2026/27, die am Sonntag mit dem Monat November beginnt, mit rund 18,7 Millionen Logiernächten. Das wären 0,1 Prozent oder rund 15’000 weniger als im bisherigen Rekordwinter 2025/26.
Das Niveau bleibe damit sehr hoch und liege über jenem von 2024/25, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Die Prognose habe sich dabei seit dem Frühjahr kaum verändert. Die leicht wachsende Nachfrage aus Europa gleiche die schwächeren Fernmärkte grösstenteils aus, bei stabiler Binnennachfrage.
Inland-Gäste im Winter wichtiger
Die Schweizer Gäste sind in der Wintersaison die mit Abstand wichtigste Gäste-Gruppe. Mit rund 9,5 Millionen Logiernächten dürften sie laut der Prognose das Rekordniveau des Vorjahres halten. Die robuste Konjunktur in der Schweiz stütze die Nachfrage. Zudem verteuere der schwächere Franken Ferien im Ausland, was Winterferien im eigenen Land attraktiv halte, so das KOF.
Aus Europa erwarten die KOF-Prognostiker leicht mehr Gäste als im letzten Winter. Sie rechnen mit rund 5,6 Millionen Logiernächten, was ein Anstieg um 0,8 Prozent wäre. Für viele Europäerinnen und Europäer sei die Schweiz ein nahes Ziel, das sich ohne teuren Flug erreichen lasse. Die verhaltene Konsumlaune begrenze allerdings den Zuwachs.
Anders sieht es mit den Fernmärkten aus: Sie bleiben wegen der politischen Situation mit Kriegen und hohem Ölpreis wohl gedämpft. Erwartet werden in der Prognose rund 3,6 Millionen Logiernächte, was 1,7 Prozent weniger wären. Die Nachfrage aus Asien und den Golfstaaten dürfte wegen der hohen Flugpreise unter dem Vorkriegsniveau bleiben, so das KOF Institut.
Die amerikanischen Gäste seien angesichts der eingetrübten Konsumentenstimmung zudem voraussichtlich etwas vorsichtiger beim Reisen. Auch aus den übrigen Fernmärkten dürften laut KOF weniger Gäste kommen.
Gar noch etwas optimistischer für die Winterprognose als das KOF Institut, sind die Kollegen von BAK Economics, die ebenfalls diese Woche ihre im Auftrage des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erstellte Prognose vorgestellt haben. Demnach dürfte die Zahl der Logiernächte im Winterhalbjahr um 0,9 Prozent auf 18,9 Millionen ansteigen.
Fast-Rekordsommer zeichnet sich ab
Die gute Wintersaison würde damit auf eine starke Sommersaison 2026 folgen. Dass diese ein Erfolg wird, lässt sich schon ziemlich klar sagen, geht sie doch am (morgigen) Samstag zu Ende. Zwar sind die Oktoberzahlen noch nicht bekannt, das KOF Institut wagt aber auf Basis der fünf Monate Mai bis September bereits eine Prognose. Die Experten gehen von rund 25,0 Millionen Logiernächten aus, was leicht unter dem Rekordsommer 2025 (-0,5%) läge.
Nach Herkunft zeigt sich dabei ein geteiltes Bild. Die inländischen Gäste dürften die Saison mit einem Plus von rund 0,9 Prozent stützen. Auch die Gäste aus Europa sollten zulegen, vor allem dank des schönen und trockenen Septembers. Bei den Fernmärkten zeichnet sich dagegen ein Einbruch ab. Über die ganze Saison dürften sie rund 5 Prozent weniger Logiernächte verzeichnen als im Vorjahr und damit unter das Niveau von 2019 fallen, meint man beim KOF Institut.
Vor allem die Nachfrage aus Asien und den Golfstaaten ist – soweit die Zahlen im Detail bekannt sind – gesunken, weil der Krieg die Flüge verteuert und wichtige Drehkreuze gestört hat. Auch aus China kamen weniger Besucher. Die amerikanischen Gäste hielten sich auf hohem Niveau, ihre Zahl wuchs aber nicht mehr.
Bereits Prognose für 2027
Die KOF-Forscher wagen auch schon einen Blick in die Sommersaison 2027. Dabei erwarten sie rund 25,1 Millionen Logiernächte, was rund 0,4 Prozent oder 110’000 mehr wären als 2026. Damit läge der Sommer 2027 leicht über dem diesjährigen, aber knapp unter dem Rekordsommer 2025.
Das Plus gegenüber 2026 dürfte dabei vor allem von der beginnenden Erholung der Fernmärkte aus Asien getragen werden, heisst es. Deshalb bleibe die Unsicherheit bei der Prognose noch hoch.
(awp/mc/pg)