4ARTechnologies: Eine App gegen Fälschungen

4ARTechnologies: Eine App gegen Fälschungen
Nikolas Kipouros, Gründer 4ARTechnologies

Hünenberg – Seit jeher weckt der Kunstmarkt Begehrlichkeiten bei Kriminellen und Fälschern. „Bei schätzungsweise 30 bis 50 Prozent aller Kunstwerke handelt es sich entweder um Fälschungen, oder sie können zumindest nicht zweifelsfrei als Originale zugeordnet werden“, sagt Nikolas Kipouros, der seit über 20 Jahren als Kunstvermittler und Sammler tätig ist. Neben Echtheit sind auch Herkunft und Besitz-Vergangenheit – im Kunstmarkt spricht man von Provenienz – bei alten Werken oft nur schwer zu rekonstruieren.

Selbst bei zeitgenössischer Kunst ist nicht immer lückenlos dokumentiert, durch wessen Hände die Werke gegangen sind.

Kipouros glaubt, für dieses Problem des Kunsthandels eine Lösung gefunden zu haben: Das von ihm gegründete Unternehmen 4ARTechnologies biete eine sichere, digitale Lösung in Form einer Smartphone-App. Und die könne nebenbei auch noch etliche Prozesse im Alltag vereinfachen. 4ARTechnologies setzt dabei auf zwei Schlüsseltechnologien: Ein neuartiges Authentifizierungsverfahren fürs Smartphone und die Blockchain.

Die Blockchain für den internationalen Kunsthandel
Stark vereinfacht beschreibt Blockchain ein sich laufend verlängerndes Register aus unterschiedlichen, zu Blöcken zusammengefassten Einträgen. In jeden neuen Block wird ein digitaler Fingerabdruck des jeweils vorangegangenen Blocks integriert, sodass sich kein Glied der Kette nachträglich verändern lässt, ohne dass es auffällt. Die Kryptowährung Bitcoin etwa funktioniert auf dieser Grundlage. Doch während dort nur der Transfer von Bitcoins von Besitzer zu Besitzer festgehalten wird, soll die Blockchain von 4ARTechnologies zu einem zentralen, fälschungssicheren Register der bildenden Kunst werden, in dem die Echtheit der Bilder zertifiziert und die Transaktionen sicher festgehalten werden.

„Auf die Idee, ein digitales Echtheits-Zertifikat in der Blockchain zu hinterlegen, sind auch schon andere vor uns gekommen“, sagt Kipouros. Doch diese Ansätze seien in einem wichtigen Punkt nicht zu Ende gedacht: „Solch ein digitales Zertifikat nutzt Ihnen überhaupt nichts, wenn es keinen direkten Bezug zum Objekt hat. Denn dann kann es Ihnen am Ende des Tages passieren, dass Sie zwar ein echtes Zertifikat haben, dazu aber einen falschen Gegenstand bekommen.“ Und genau diese Verbindung zwischen digital und analog stecke in seiner App. Ein „erweitertes Authentifizierungsverfahren“ erlaube es, Struktur, Material, Oberfläche sowie das Farbspektrum eines Kunstwerks zu erfassen und diese digitale DNA in der Blockchain fest an das Echtheitszertifikat zu knüpfen. So könne man immer wieder feststellen, ob ein Kunstwerk auch tatsächlich das ist, das ein Zertifikat beschreibt.

Das eigentlich Besondere daran ist aber, dass man für das Erstellen und den Abgleich dieses Fingerabdrucks weder teure Maschinen noch Fachpersonal benötigt, sondern bloß eine Smartphone-Kamera. Der Nutzer müsse lediglich ein Foto des Objekts machen, den Rest erledige die Software automatisch.

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