Kuraufenthalt in der Schweiz: Wer kommt für die Kosten auf?

Pool
Entspannung am Pool: Erwachsene Menschen sind in der Lage, die Wichtigkeit und die Erreichbarkeit ihrer Ziele aufeinander abzustimmen. (Bild: Engin Akyurt/Pixabay | CC0)

Zürich – Kuren dienen schon seit Jahrhunderten dazu, die Vitalität zu fördern, Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen und um die Genesung nach Krankheitsfällen zu erleichtern. Betroffene können sich nach einer ambulanten oder stationären Behandlung an ausgewiesenen Kurorten erholen. Doch wer seine Leiden an offiziell anerkannten Heilstätten lindern möchte, muss in der Schweiz nicht selten tiefer in die Tasche greifen.

Eine sehr bekannte Heilstätte in der Schweiz ist die Thermo-Mineralquelle von Yverdon-les-Bains. Sie liegt am Ufer des Lac de Neuchâtel (Neuenburgersee) und schon die alten Römer kamen dorthin, um neue Kraft zu tanken. Dem Wasser wird eine heilende Wirkung auf Gelenke und Atemwege nachgesagt. 1977 eröffnete das erste Thermalzentrum, das heute ganzheitliche Behandlungen nach modernsten therapeutischen Standards anbietet. Ruhesuchende können beispielsweise im Hotel La Prairie oder im Maison Blanche Quartier beziehen.

Wichtig: Eine Kur in solch einem Heilbad wird nicht zwangsläufig von der Krankenkasse bezahlt. Dafür ist vorab ein Antrag bei der Kasse nötig. Wird der Kuraufenthalt genehmigt, werden zwar die Kosten für alle medizinischen und therapeutischen Anwendungen übernommen – doch den Kuraufenthalt selbst müssen die Versicherungsnehmer bezahlen. Entsprechend können sich bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in Yverdon-les-Bains die Kosten schnell auf mehrere tausend Franken belaufen.

Ähnlich sieht es bei unterstützenden Behandlungsmassnahmen für zu Hause aus: So kann bei Atemwegserkrankungen oder starken Allergien beispielsweise der Einsatz eines Luftwäschers sinnvoll sein. Modelle wie diese reinigen die Luft dabei zuverlässig von Bakterien und Pollen und ermöglichen es, auch fernab der Kurorte frei durchzuatmen – doch die Anschaffungskosten trägt der Betroffene in der Regel selbst.

Weitere Heilstätten
Eine andere gute Adresse für einen Kuraufenthalt ist Baden im Aargau. Das idyllische Städtchen nahe Zürich hat eine sehr lange Tradition als Kurort – die dortigen Thermalbäder gelten als die ältesten der Schweiz. Bereits die Kelten kannten die heilsame Wirkung des Quellwassers, später bauten die Römer Thermen und gründeten die antike Siedlung Aquae Helveticae. Heute verfügt der Ort über spezielle Kurhotels wie das Hotel Limmathof, das mit mehreren Spa-Bereichen und einem breiten therapeutischen Angebot aufwartet.

Die einzig anerkannte Glaubersalzquelle der Schweiz finden Ruhesuchende in Bad Tarasp-Vulpera in Graubünden. Diese wird bevorzugt von Menschen besucht, die unter Erkrankungen der Leber, der Galle oder des Magen-Darm-Traktes leiden. In Unterkünften wie dem Hotel Schweizerhof oder dem Hotel Villa Post können Kurbesucher eine erholsame Zeit verbringen.

Kurmöglichkeit bei psychischen Erkrankungen
Neben der Behandlung von Erkrankungen wie Bronchitis oder Knochenbrüchen sind es aktuell auch immer häufiger posttraumatische Leiden und psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen, die Behandlung benötigen. Nach einer Gesundheitsbefragung aus dem Jahr 2012 sind 22,2 Prozent der Schweizer Bevölkerung von leichten Depressionen betroffen – Tendenz steigend. Ein Lichtblick: Wird die gesundheitliche Störung ärztlich attestiert und behandelt, steht einem Kuraufenthalt, der von der Krankenversicherung übernommen wird, nichts im Wege. Anders sieht es hingegen bei sogenannten Detox-Kuren aus: Diese sind nicht als Kassenleistungen anerkannt. (VA/mc/hfu)

 

 

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