Momijigari – die Jagd nach den bunten Blättern erobert die Schweiz

Momijigari – die Jagd nach den bunten Blättern erobert die Schweiz
Koyo in Japan: Dank Laubtracker immer zur richtigen Zeit am schönsten Ort. (Copyright: Tsubamesanjo Regional Industries Promotion Center)

Wenn die Tage wieder kürzer werden, beginnt in Japan die Jagdsaison. Anstelle von Wild & Co. nimmt man hier jedoch das Herbstlaub ins Visier: rot leuchtende Ahornbäume, orange Buchenblätter und goldgelbe Ginkgos hüllen die japanischen Inseln von Mitte September bis Anfang Dezember in ein prächtiges Herbstkleid, das seinesgleichen sucht. Spezielle Webseiten informieren Farbenjägerinnen und -jäger darüber, wo diese gerade besonders kräftig strahlen. Dank dem Laubtracker von Schweiz Tourismus und Meteo Schweiz hält Momijigari, Japans traditionelle Jagd nach den bunten Blättern, dieses Jahr auch Einzug in die Schweiz.

Dem Wechsel der Jahreszeiten wird in Japan eine besondere Bedeutung beigemessen: Anstatt sich auf vier zu beschränken, unterscheidet man im Inselstaat deshalb gleich deren 24. Dazu kommen 72 Mikrosaisons, wobei sich jede einzelne durch ihre ganz eigenen Themen, kulinarischen Highlights und Aktivitäten auszeichnet. Die seit dem 8. Jahrhundert zelebrierte herbstliche Tradition des Momijigari lockt Einheimische und internationale Gäste bis heute in Scharen in Japans bunte Wälder und Pärke. Möglichkeiten, sich an den herrlichen Herbstfarben zu erfreuen, gibt es auf den verschiedenen Inseln zur Genüge: Denn im Gegensatz zur Kirschblütenzeit, die jeweils nur ein bis zwei Wochen anhält, zieht der japanische Herbst drei Monate lang seine bunte Bahn – von den Bergen in Hokkaidos Norden bis hinunter ins südliche Kyushu.

Lieblingsfarbe Herbst
Wie für andere bedeutende Ereignisse gibt es in Japan auch für das Rotwerden der Blätter eigene Begrifflichkeiten: Koyo oder momiji nennt sich der Moment des Jahres, dem nicht nur Japanerinnen und Japaner freudig entgegenfiebern. Mit Fotoapparat statt Flinte bewaffnet machen sich Einheimische wie auch Touristen jeden Herbst auf die Jagd nach den schönsten Koyo-Spots Japans: von der goldenen Ginkgo Avenue auf dem Gelände der Hokkaido University in Sapporo über die Spiegelung des feuerroten Herbstlaubs im Tsutanuma-See in Aomori bis hin zu den blätterumrankten Tempeln und Schreinen der grossen Städte Osaka, Tokio oder Kyoto im Süden des Landes. Unterstützt werden sie dabei von interaktiven Prognosekarten, die sowohl den aktuellen als auch den erwarteten Verfärbungszustand von Japans Wäldern aufzeigen.

Dem Herbst virtuell auf den FersenWährend sich Japanreisende auf der Suche nach den farbenprächtigsten Orten des Landes schon längst auf online abrufbare Laubtracker verlassen können, kommen Schweizer Freunde des farbigen Herbstlaubs erst seit diesem Jahr auf ihre Kosten. So lancierte Schweiz Tourismus Anfang September den ersten landesweit gültigen Laubtracker: Auf der von Meteo Schweiz erarbeiteten Karte wird ersichtlich, in welchen Winkeln der Schweiz Ahorn, Birke, Buche und Lärche zu gegebener Zeit in den schönsten Farben erstrahlen. Nach japanischem Vorbild wissen wir dank dieser „Blättervorhersage“ auch in der Schweiz, wo der Herbst bereits Einzug gehalten hat. Wenn die Japan-Sehnsucht trotzdem noch nicht gestillt ist, kann man – Internet sei Dank – auch virtuell ins herbstliche Japan eintauchen: auf einer geführten virtuellen Zoom-Tour von Japan Wonder Travel, mithilfe der Sozialen Medien via #autumninjapan oder dank den aktuellen Autumn Color Reports 2020 von japan-guide.com.

Japanische Herbstgefühle in der Schweiz
Nicht nur das farbige Herbstlaub sorgt dafür, dass dieses Jahr trotz eingeschränkter Reisefreiheit auch hierzulande Japan-Feeling aufkommt. Seit August verraten Blogger und Influencerinnen aus allen Schweizer Sprachregionen im Rahmen der von der Japanischen Fremdenverkehrszentrale (JNTO) lancierten Kampagne #JAPANinSWITZERLAND, wo und wie es Japan auch in der Schweiz zu entdecken gibt: https://www.japan.travel/de/de/japan-in-der-schweiz/ (mc/pg)

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