Over the Rainbow: Über Glückseligkeit der Kunst

Over the Rainbow: Über Glückseligkeit der Kunst

Gemälde Mutterglück von Konrad Grob (1828 – 1909).

St. Gallen – «Somewhere over the rainbow…» lautet der Refrain des berühmten Lieds aus den 1930er Jahren. Besungen wird ein märchenhafter Ort, wie er nur in einem Schlaflied existieren kann, wo der Himmel blau sei und Träume wahr würden.

Das 1884 entstandene Gemälde Mutterglück von Konrad Grob (1828 – 1909) zeigt eine junge Frau mit einem Säugling in den Armen, neben einem plätschernden Brunnen auf einer blühenden Wiese sitzend, während ein zweites Kind sie liebevoll umarmt: ein Bild familiärer Glückseligkeit. Die Kunst des 19. Jahrhunderts ist voller Darstellungen solcher froher Momente und idyllischer Szenerien. In ihrer Zeit hochgeschätzt, muten die Darstellungen einer heilen Welt aus heutiger Perspektive geradezu verklärt und weltfremd an. Und in der Tat handelt es sich bei den beliebten Gemälden von Martin Drolling (1752 – 1817), Konrad Grob, Johann Jakob Nüesch (1845 – 1895) oder Gottlieb Emil Rittmeyer (1820 – 1904) –seine legendäre Stubete auf der Alp Sol (1865) könnte man als Programmbild der Epoche bezeichnen – im Grunde um bildgewordene Weltfluchten aus der trüben Realität des 19. Jahrhunderts angesichts anbrechender Industrialisierung und Verstädterung. Doch nicht nur das 19. Jahrhundert besang die Glückseligkeit. Die Ausstellung Over the Rainbow sucht nicht zuletzt auch nach aktuellen Momenten der Glückseligkeit in der Gegenwartskunst.

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