Traummänner

Martin Schoeller: George Clooney, Cannes 2007
50 Blicke auf die Männlichkeit sind zugleich 50 Blicke auf die Schönheit, die nicht nur vom hellenistischen Ideal des Körpers mit gespannten Oberflächen geprägt ist.

Vor allem in den letzten Jahren hat sich das Männerbild der Gesellschaft grundlegend geändert. Vom Adonis mit Waschbrettbauch über den metrosexuellen Mann bis hin zum selbstbewussten, dynamischen Erfolgstypen, dessen Entscheidungen dennoch von Leidenschaft motiviert sind. Die Top-Mode- und Porträtfotografen der Welt haben an dieser Evolution massgeblich mitgestaltet.

«Mich interessieren nur Typen, in deren Augen man Charakter sieht. Denn wir wollen ja mit diesen Männern leben und sie nicht nur ansehen.»

Um dem neuen Männerbild auf die Spur zu kommen, wurden für das Projekt „Traummänner“ 50 Fotografen, die heute das Bild des Mannes in den Medien, in der Mode und der Werbung massgeblich mitbestimmen, angefragt, was für sie ihrer Idealvorstellung eines Mannes gleichkommt. Frei von den Zwängen der Auftraggeber wählten die Künstler das für sie perfekte Bild aus. Der Blick auf den Mann des 21. Jahrhunderts ist elegant, persönlich, poetisch, sexy, ironisch, eigenwillig und viril. Er zeigt Männer aus verschiedenen Blickwinkeln, stark, schwach, sexy – moderne Männer, die mehr als die gesellschaftliche Idealvorstellung spiegeln, die etwas von der Substanz ihres Wesens aufscheinen lassen.

Martin Schoeller: George Clooney, Cannes 2007
Martin Schoeller: George Clooney, Cannes 2007

Für die rund 150 Werke umfassende Ausstellung wurden dreimal Vincent Cassel, je zweimal George Clooney, Brad Pitt, Jonathan Rhys Meyers, Viggo Mortensen, Matt Dillon und John Malkovich eingereicht. Allesamt starke Persönlichkeiten, denen Models, Musiker, Schriftsteller, Künstler, Sportler und Freunde der Fotografen an die Seite gestellt wurden, die nicht minder interessant wirken. «Was männlich ist? Charakter», so resümiert die Kuratorin und Herausgeberin des Buches, Nadine Barth. Die Ausstellung «Traummänner» ist das Folgeprojekt zu «Traumfrauen», die vom 20.9. bis 9.11.2008 in den Deichtorhallen zu sehen war.

Nathaniel Goldberg Untitled, 2007 © Nathaniel Goldberg
Nathaniel Goldberg Untitled, 2007 © Nathaniel Goldberg

Die Fotografen
Bryan Adams, Camilla Åkrans, Margarita Broich, Jake Chessum, Liz Collins, Michelangelo di Battista, Horst Diekgerdes, Tony Duran, Deborah Feingold, Nathaniel Goldberg, Henrik Halvarsson, Pamela Hanson, Frederike Helwig, Thomas Hoeffgen, Marc Hom, Hadley Hudson, Matt Jones, Nadav Kander, Ali Kepenek, Kirchknopf & Grambow, Paola Kudacki, Mona Kuhn, Thomas Leidig, Peter Lindbergh, Roxanne Lowit, Sandor Lubbe, Carlotta Manaigo, Mary Ellen Mark, Mary McCartney, Ralph Mecke, Tom Munro, Sheryl Nields, Vincent Peters, Phil Poynter, Rankin, Daniel Riera, Satoshi Saïkusa, Martin Schoeller, Mark Seliger, Giampaolo Sgura, Peggy Sirota, Alec Soth, Elisabeth Toll, Diego Uchitel, Ellen von Unwerth, Matthias Vriens-McGrath, Albert Watson, Bruce Weber, Sascha Weidner, Jan Welters.

Peggy Sirota: Bill, Culver City, 2003. © Peggy Sirota
Peggy Sirota: Bill, Culver City, 2003. © Peggy Sirota

Ergänzend zu der Ausstellung «Traummänner»eröffnen im Rahmen der Triennale der Photographie am 31. März 2011 die Ausstellungen «The Twins» und «Joe Dallesandro» in den rechten Kabinetten des Hauses der Photographie. Diese gewähren einen Blick in die jüngere Vergangenheit. Joe Dallesandro prägte als Underground-Filmstar der Warhol-Filme wie kein anderer vor ihm das Männerbild einer ganzen Generation, während die Zwillingsschwestern Jutta Winkelmann und Gisela Getty als Traumfrauen der 1970er/ 80er Jahre gelten können. (dt/mc/th)

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